Dienstag, 21. Januar 2014

Küchenlatein: Garnitur oder Garnierung?

Nachdem ich mich schon einmal an anderer Stelle über den unsachgemäßen Gebrauch des Wortes Panade ausgelassen habe, hier eine weitere, beliebte Begriffsverwechslung. Wie oft hört man selbst hoch dekorierte (Fernseh-) Köche sagen "... und zur Garnitur etwas Petersilie".

Gemeint ist hier eigentlich "Garnierung" und nicht "Garnitur". Ersteres ist eine Art der Verzierung, zweiteres bestimmt die klassische Zubereitungsart, Beilage, Füllung, Sauce, Präsentation und oder Komposition eines Gerichtes (oft nach Art von oder à la).

"Wiener Schnitzel mit Pommes Frites" ist ein einfaches, aber klassisches Beispiel für eine Garnitur. Wiener Schnitzel mit grünen Bandnudeln mag zwar auch lecker sein, ist aber nicht klassisch und demnach stellt die Zusammenstellung mit Nudeln auch keine klassische Garnitur dar. Coq au Riesling Alsace bezeichnet eine Garnitur, die mit Petersilie als Garnierung serviert wird. Forelle Müllerinnen Art ist eine weiteres Beispiel für eine klassische Garnitur. 

Caprese enthält Tomate, Mozzarella und Basilikum. Hier ist das Kraut beides - Teil der klassischen Garnitur und optisch auch Garnierung.

Für den Hausgebrauch ist das egal und man mag Hobbyköchen die Begriffsverwechslung nachsehen, bei Profis ist dies jedoch meines Erachtens unverzeihlich. 



Fliegenpilz-Radieschen, die ich als Garnierung für das Frühstücksbüffet einer Grundschul-Halloween-Feier geschnitzt habe.

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