Dienstag, 1. April 2014

Ma Yi Shang Shu - Ameisen auf dem Baum


In vielen Gegenden der Welt sind Menschen auf alle möglichen Proteinquellen angewiesen und nichts darf verschwendet werden. Gerade Ameisen stellen da eine willkommene Erweiterung des Speiseplans dar. Da völlig fettfrei, sind sie sogar gesünder als Fleisch oder Fisch. Eine große Ameise (10 mg) hat gerade einmal 0,028 kcal. 


Wir werden hierzulande kaum lebende chinesische Ameisen bekommen und tiefgefroren schmecken sie einfach nur bitter. Also müssen wir wohl oder übel auf heimische Exemplare zurückgreifen. Ich empfehle hier die "rote Waldameise" (Formica rufa) zu nehmen, vorzugsweise als Bio-Ware. Förster können hier wohl am Besten Auskunft geben und legale Bezugsquellen nennen.

Zutaten für unseren Klassiker aus Szechuan:
  • 125 g lebende Ameisen
  • 1 TL Reiswein (Shaoxing)
  • 2 TL Erdnuss- oder neutrales Pflanzenöl
  • 3 TL helle chinesische Sojasauce
  • 1,5 EL Chili-Bohnen-Paste
  • 400 ml heller Geflügelfond
  • 0,5 EL dunkle chinesische Sojasauce
  • 3 Frühlingszwiebeln (nur die grünen Teile, in feine Ringe geschnitten
  • 125 mg Glasnudeln
  • optional:
  • 50 g Glasnudeln
  • Öl zum Frittieren 
125 Gramm Nudeln in eine Schale geben und mit heißem Wasser übergießen. Fünfzehn Minuten stehen lassen, gegebenenfalls mit einer Schere kürzen, dann abgießen.

Die Ameisen mit dem Reiswein vermischen. Durch den Alkohol werden die Tiere sofort betäubt und merken von der weiteren Prozedur nichts mehr. Humaner geht es nicht. Nun eine kräftige Prise Salz untermischen und zum Marinieren kurz stehenlassen.

Den Wok sehr heiß werden lassen, etwa zwei Teelöffel Öl herumschwenken und wenn dieses rauch-heiß ist, die Ameisen hinzufügen und unter ständigem Rühren braten (pfannen-rühren). Sind die Ameisen leicht gebräunt und knusprig, fügen wir einen Teelöffel helle Sojasauce und die Chili-Bohnen-Paste hinzu und braten und rühren weiter, bis das Öl eine rote Farbe angenommen hat und aromatisch riecht. Dabei nichts anbrennen lassen und den Wok kurz vom Feuer nehmen, wenn er zu heiß wird.

Den Fond und die eingeweichten und nun abgetropften Nudeln hinzufügen und gut unter die Ameisen rühren. Die dunkle Sojasauce der Farbe wegen hineintröpfeln lassen und mit Salz und heller Sojasauce abschmecken.   

Zum Kochen bringen und auf kleiner bis mittlerer Flamme in etwa zehn Minuten köcheln lassen, bis fast alle Flüssigkeit eingekocht ist.

Mit den grünen Frühlingszwiebelringen bestreuen.

Die restlichen 50 g Glasnudeln in Öl schwimmend frittieren, bis sie "aufpuffen", Das dauert nur Sekunden. Das Gericht mit diesen Nudeln garnieren.   


Wer keine Bio-Ameisen bekommen kann, sollte stattdessen Schweinehackfleisch (oder vom Rind) nehmen. 


ERGÄNZUNG (04. April 2014)

Ich hoffe, jedem ist das Datum aufgefallen, an dem dieses Gericht eingestellt wurde - der 1. April. Ma Yi Shang Shu oder "Ameisen auf dem Baum" gibt es wirklich. Es ist tatsächlich ein typisches Gericht aus Szechuan. Es werden aber keine Ameisen verwendet, sondern Hackfleisch, meist vom Schwein. Der Name stammt daher, dass die Fleischkrümel, die an den Glasnudeln kleben, aussehen, wie Ameisen, die auf einem Baum herumkrabbeln. Chinesen haben eben oft poetische Bezeichnungen für ihre Gerichte. Also beim Nachkochen einfach die entsprechende Menge Hackfleisch anstatt der Ameisen nehmen.

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