Sonntag, 23. November 2014

Semmelknödel


Für einen Esser norddeutscher Prägung sind Semmelknödel nicht wirklich die erste Wahl, wenn es um Beilagen geht. Dafür gibt es ja auch eigens die Knödelgermanen im tiefen Süden unserer Republik. Aber wir sind ja auch ethnischen Minderheiten gegenüber aufgeschlossen und ich wohne im Weser-Bergland, also auch in den Bergen, nur sind diese kleiner und ohne Schnee und Bayern.

Semmelknödel sind lecker, keine Frage. Wie lecker sie wirklich sind, wird man aber auch erst dann erkennen, wenn man einmal versucht, auf dieses 
Manni oder Pfaggi-Granulat in Teebeuteln zu verzichten und die Knödel selbst herstellt. Das ist auch keine wirkliche Herausforderung und darüber hinaus eine tolle Resteverwertung für altes Weißbrot.


Für 8 Knödel nehme ich:
  • 250 g alte Brötchen (oder Weißbrot)
  • 1 Zwiebel (hat sich im Bild unerlaubt von der Truppe entfernt)
  • 3 Eier
  • 1 Bund Petersilie
  • 200 ml Milch
  • Salz
  • Pfeffer
  • Muskat
  • Butter

Die Zwiebeln pellen und fein hacken. Dann kurz in etwas Butter andünsten und wieder kalt werden lassen. 


Die Brötchen in kleine Würfel schneiden, Petersilie fein hacken.


Man kann die Eier ganz verwenden, ich trenne sie jedoch und schlage das Eiweiß zu einem festen Schaum auf. Fest bedeutet, dass er in der Schüssel haften bleibt. Um das zu überprüfen, rufe ich die Gattin herbei und halte ihr das Gefäß mit dem Eischnee mit der Öffnung nach unten über den Kopf. Ist der Eischnee fest, bleibt er im Gefäß und ich spare die Kosten für den Scheidungsanwalt.


Nun vermengen wir die Brotwürfel gründlich mit den Eigelben, der Petersilie und den Zwiebeln. Dabei gießen wir soviel Milch an, dass eine formbare Masse entsteht. Dann heben wir vorsichtig den Eischnee, am besten mit einem Teigschaber, unter die Knödelmasse. Dabei rühren wir nicht wild, weil wir sonst die Luft, die im Eiweiß eingeschlossen ist, wieder herausdrücken würden. Man kann natürlich, wie gesagt, die Eier auch ganz in die Masse schlagen, dann wird der Knödelteig aber fester und nicht so schön luftig. 


Wir schmecken mit Salz, Pfeffer und Muskat ab. Dann formen wir acht Knödel von ungefähr je 100 Gramm. Diese habe ich dann noch einmal mit Folie bedeckt und für eine Stunde in den Kühlschrank gestellt, damit das Brot aufquellen und der Teig etwas besser "zusammen" kommt.


Nun bringen wir Wasser in einem ausreichend großen Topf zum Kochen, geben Salz hinzu und legen die Knödel ein. Diese müssen nun etwa zehn Minuten köcheln. Das Kleine Zwiebelstücke dabei abfallen, ist ganz normal, also keine Panik, wie Lindenbergs Udo näseln würde.


Nach gut zehn Minuten haben die Knödel sich deutlich vergrößert. Nun kann man sie mit einer Siebkelle herausnehmen und mit viel Sauce servieren.

Eine alternative Zubereitungsmethode ist der Servierttennödel, Hierbei wir der Knödelteig zu einer Rolle geformt und in einem leicht bemehlten Handtuch eingerollt. Das Handtuch wir an beiden Enden wie eine Wurst abgebunden. Diese Rolle kommt dann in kochendes Wasser. Nach etwa zwanzig Minuten wird die Knödelrolle aus dem Handtuch geholt, in Scheiben geschnitten und serviert. Reste von Semmelknödeln lassen sich gut in Scheiben geschnitten in Butter anbraten.  

Kommentare:

  1. Bewährt hat sich auch die Zubereitung in Dampf im Bambuskörbchen. Die Knödeln verwässern dann nicht so.
    Und von den Resten gibt's G'röste Knödel (Knödel mit Ei): "Semmelknödeln lassen sich gut in Scheiben geschnitten in Butter anbraten". Dann versprudelte Eier darüber schlagen, salzen, Schnittlauch darüber und grüner Salat dazu. - Großartig! :-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Gute Idee mit dem Bambusdämpfer. Da habe ich einige von hier rumstehen. Werde ich mal ausprobieren, jetzt, da wieder die Knödelzeit kommt.

      Löschen