Montag, 6. April 2015

Forsthaus Finkenborn (revisited)


Heute haben wir uns bei einem Waldspaziergang spontan entschlossen, das Osterwochenende stressfrei mit einem Restaurantbesuch ausklingen zu lassen. Nach den ganzen exotischen Mahlzeiten der letzten Wochen, stand uns der Sinn nach gut-bürgerlicher Küche und da ist im "normalen" Preissegment das Forsthaus Finkenborn in Hameln mit die erste Wahl. Das Restaurant war, wie meist, gut gefüllt, trotzdem bekamen wir sofort einen Tisch.

Schnelle Übersicht: Die Bedienung ist schnell, aufmerksam und freundlich, die Speisekarte nicht überfrachtet und wechselt saisonal, die Einrichtung einem Forsthaus angemessen, ohne allzu spießig und altbacken zu wirken. Die Bilder wurden wieder einmal diskret mit der Handykamera gemacht, eine gute Qualität ist da nicht zu erwarten.



Ich bin ja ein bekennender Freund der klaren Brühe und wann immer ich eine auf einer Restaurantkarte sehe, bestelle ich sie mir. An einer guten klaren Suppe erkennt man den guten Koch, denn hier kann man Fehler kaum kaschieren. Entweder man arbeitet handwerklich einwandfrei mit guten Produkten, oder eben nicht und dann hat man entweder eine fade Suppe oder muss zu Fertigpülverchen greifen. Letzteres ist für mich in guten Restaurants unverzeihlich. Diese Rinderkraftbrühe schmeckte hervorragend nach Rind und nicht nach Tüte. So stelle ich mir das vor, deshalb mein Lob an die Küche.


Die Spezialität des Hauses ist der Jungschweinbraten vom Spieß, den man in zwei verschiedenen Portionsgrößen und nach Wunsch mager oder eher durchwachsen bekommen kann. Die große Portion, die oben abgebildet ist, kostet keine neun Euro und macht mit Beilagen - die man modular dazu bestellen kann - ordentlich satt. Ich bin ein guter Esser, aber hier kam ich an meine Grenzen.

Die Bratenscheiben sind übrigens mit einer "geheimen" Kräuter-Salz-Pfeffer Mischung gewürzt.


Die Beilagen kosten so zwischen 1,50 und drei Euro. Ich hatte ein gutes Weinkraut, fein säuerlich und nicht überwürzt, ... 


... eine extra Portion knusprige Schwarte, ...


... Pommes und Kräuterbutter. 


Hier kann man sehen, wie zart der Braten ist, fast schon Pulled Pork. Die Gattin hatte die kleine Bratenportion (auch schon eine gehörige Menge) mit einer großen Folienkartoffel und Quark. Die Kleine wählte Schnitzel mit Rahm-Pilzsauce. Letztere schmeckte nach fertiger Bratensauce und auch die Panierung war sicherlich nicht klassisch aus Mehl, Ei und Bröseln, sonder eher ein Fertigprodukt. Dafür lagen gleich zwei nicht wirklich kleine Schnitzel auf dem Teller. Von der Menge her also Wahnsinn (hat die Kleine dann auch natürlich längst nicht geschafft), von der Ausführung her aber optimierungsbedürftig.

Letztes Mal hatte ich das Steak und das war super. Die geschmorte Lammkeule - meine Eltern waren mit dabei und mein Vater nutze die Gelegenheit, Lamm zu essen - war auch sehr aromatisch und butterzart. Wer in der Gegend ist, sollte aber unbedingt den Jungschweinbraten probieren. Alles in allem: empfehlenswert.

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