Sonntag, 21. Juni 2015

Shortbread Fingers


Wenn man an fremdländische Köstlichkeiten denkt, ist Schottland sicherlich mit die letzte Region, die einem hier in den Sinn kommt. Gut, der Whiskykenner wird von unvergleichlich torfigen Single Malts schwärmen und hartgesottene Zeitgenossen Haggis lobend erwähnen - jene Schafsmägen, gefüllt mit Weizengrütze und so ziemlich allem anderen, was sonst noch im Schaf zu finden war - aber dann wird es schon eng. Über kulinarische Grausamkeiten wie frittierte Schokoriegel decken wir mal gnädig den Mantel des Schweigens. Aber halt, es gibt doch noch etwas, für das die Schotten berühmt sind: Shortbread, jene mürbeteigig-keksartige Orgie aus Butter, Butter, Zucker, Butter, Mehl und vor allem, Butter. Auch Butter sollte an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Aber welcher Mürbeteig lässt sich schon ohne herstellen und heimische Spritzgebäck ist ja auch nicht gerade ohne.


Man kann Shortbread mit allem Möglichen aromatisieren. Vanille, kandierter Ingwer. Kardamom oder Rosenwasser sind nur einige Würzmöglichkieten. Ich habe hier eher dezent mit Zitrone und Orange gearbeitet. 
  • 400 g Mehl
  • 260 g weiche Butter
  • 110 g Zucker
  • 10 g Vanillezucker
  • 1 TL Salz
  • Zitronen- und Orangenabrieb von unbehandelten Früchten 
Die Buttermenge kann deutlich höher sein, dann wir der Teig auch geschmeidiger. Ich bin aber mit dieser Menge gut gefahren und auch das in einigen Rezepten verlangte Backpulver hat nicht gefehlt. Das Shortbread war auch so knusprig aber luftig und nicht trocken.


Den Backofen auf 180° C (Umluft 160° C) vorheizen.

Mehl, Zucker, Vanillezucker, Butter, Salz und Schalenabrieb in eine Schüssel geben und kräftig verkneten. Das geht am besten mit den Händen. 


Der Teig ist sehr krümelig, trotzdem sollte es gelingen, ihn zusammenzubekommen und zu einer Kugel zu formen.


Diese darf dann fest in Folie gewickelt mindestens eine halbe Stunde im Kühlschrank verweilen.


Danach sieht der Teig schon viel homogener aus.


Nun rollen wir den Teig, am besten zwischen zwei Lagen Backpapier etwa einen dreiviertel Zentimeter dünn aus. Der Teig ist, wie gesagt sehr mürbe, aber mit etwas drücken und zusammenschieben bekommt man schließlich eine schöne Fläche hin. 


Wir zeichnen nun mit einem Messer schon einmal einzelne fingergroße Stücke an. Diese versehen wir dann mit kleinen Dellen. Dazu habe ich ein chinesisches Essstäbchen verwendet. Eine Gabel geht natürlich auch. 


Der Teig kommt nun in den Backofen. Nach gut fünfzehn Minuten sollte er dann fertig gebacken, aber nicht zu dunkel sein .


Nun zerteilen wir den Teig endgültig in Stücke. Am besten legen wir diese dann vorsichtig - die Teile sind durch die warme Butter noch recht weich - zum Auskühlen auf ein Kuchengitter oder Grillrost. Im kalten Zustand ist das Gebäck keksig fest, aber trotzdem locker und nicht zu trocken.  


Das Gebäck hält sich am besten in einer Keksdose. Wenn etwas vom ersten Probieren übrig bleibt. Dann sollte man das Gebäck stilecht zur Teatime genießen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen