Freitag, 17. Juli 2015

Scharfer Tintenfisch


Gerade, wenn es wieder so schwül warm ist, habe ich gerne leichte Sachen mit Schärfe auf dem Teller. Asiatische Küche ist da natürlich erste Wahl und insbesondere thailändisch inspirierte Gerichte helfen, den Körper durch gesunde Schärfe in Schwung zu halten. 

Mein Großvater mütterlicherseits sagte immer: "Ein gutes Pferd schwitzt beim Essen". Man muss nur höllisch aufpassen, wenn man sich den Schweiß aus dem Gesicht wischt, nachdem man Chilischoten geschnitten hat.  Bloß nicht in die Augen fassen. Das gilt für alle empfindlichen Körperteile, da kennt das Capsaicin keine Freunde. Dieses wird übrigens nur von Säugetieren als nervenreizende Schärfe empfunden. Reptilien und Vögel haben keine Schmerzrezeptoren, die auf Capsaicin reagieren. Es bringt also nichts, seine Schildkröte oder Omas Papagei zum Essen beim Inder oder Mexikaner einzuladen, das wäre rausgeschmissenes Geld. Vermutlich liegt das daran, dass es für die Chilischote besser ist, von Vögeln gefressen zu werden, da diese keine Zähne haben und die Samenkörner ganz schlucken und wieder ausscheiden, was dann neue Pflanzen entstehen lässt. Säugetiere hingegen zermahlen die Pflanze mit ihrem Gebiss, was für eine weitere Aussaat eher weniger zielführend ist. Also hat die Pflanze Schärfe als Abwehrmechanismus gegen Säugetiere entwickelt, aber nicht damit gerechnet, dass sich der Mensch gerne selbst quält und stolz auf jedes bisschen Scoville ist, dass er verzehren kann ohne zu explodieren. 


  • 4 Tintenfischtuben
  • 3 Knoblauchzehen
  • 3 Schalotten
  • rote scharfe Chilischoten
  • 2 Tomaten
  • 4 Kaffir-Limettenblätter
  • 1 Stängel Zitronengras
  • 1 Limette
  • 1 EL Palmzucker
  • 2 EL Fischsauce
  • Öl
  • Speisestärke (nach Belieben)
Zu den Chilis möchte ich keine Mengenangaben machen, da muss jeder selbst wissen, was zumutbar ist. ich mag es schon sehr scharf, aber da hat jeder eine andere Schmerzgrenze.

Limettenblätter und Zitronengras kann man weglassen, iun der Kürze der Garzeit können sie nicht wirklich viel Geschmack abgeben. Vielleicht werde ich sie beim nächsten Mal einfach ganz fein schneiden und mitbraten.


Tintenfischtuben aufschneiden, ...


... in je vier Teil schneiden und Innenseite vorsichtig rautenförmig einritzen.


Knoblauch häuten und fein hacken, Schalotten ebenfalls pellen und einfach in Ringe schneiden. Tomaten würfeln. Chilis nach Wunsch entkernen. Alles zusammen in etwas Öl anbraten.


Mit der stumpfen Klingenseite auf das dicke Ende des Zitronegras schlagen, bis dieses etwas aufsplittert. Zusammen mit den Limettenblättern und Tintenfischstücken in den Wok geben. Nach einiger Zeit wird letzterer sich aufrollen.


Tomaten dazugeben und kurz mitköcheln lassen. Mit Zucker und Fischsauce und dem Limettensaft würzen. Nach Beleiben mit etwas in kaltem Wasser aufgelöster Speisestärke abbinden.


Dazu gab es noch "gewokte" Reste der letzten Tage. Hühnerfleisch und Sprossen vom Nasi Goreng nebst Champignons und Kochschinken von der Calzone, angebraten mit Knoblauch, Frühlingszwiebeln und Ingwer und einer Sauce aus Reiswein, Hühnerbrühe, dunkler und heller Sojasauce, Zucker und Speisestärke. Vier Minuten - fertig auf dem Tisch. Schneller geht es nicht.



Scharfer Tintenfisch, aus Ermangelung von "normalem" Koriander hier mit einer vietnamesischen Art.

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