Samstag, 24. Oktober 2015

Risi e bisi


Ich sollte vielleicht einen eigenen Blog zu meinen Erlebnissen mit dem Magenta-Riesen schreiben. Stand der Dinge: ich kann den neuen Router leider immer noch nicht konfigurieren, da die Anmeldedaten angeblich falsch sind und ich ständig einen r56_0001 Fehler angezeigt bekomme. Nach etlichen Gesprächen mit freundlichen ServicemitarbeiterInnen und einem beinahigen Hörsturz ob der grausamen Warteschleifenmusik, konnte man mir mitteilen: "ja, wir haben an ihrem Anschluss etwas umgestellt aber etwas anderes vergessen umzustellen, wir wissen jetzt bloß nicht mehr was." Das Resultat ist ein sogenanntes "Nimbus Ticket". Das bedeutet, dass mein Fall jetzt von der Special Jedi Forces des Vereins behandelt wird. Warum das "Nimbus", also Heiligenschein heißt, wissen die wohl selber nicht. Mein Fall sei aber auch so selten und ungewöhnlich, versuchte man mir zu vergewissern. Ja klar, ein Blick bei google - ich habe ja noch mein Smartphone - zeigt mir, dass die Liste der Leute, die das r56-Fehlerproblem auch haben, länger als das Telefonbuch von NYC ist. Und das nicht erst seit gestern. Soviel zum Thema German efficiency. Ach ja, habe ich schon erwähnt, dass die Bearbeitung eines Nimbus Tickets gerne mal 12 Wochen dauert? Drei Monate ohne Festnetz und Internet - ein wahrer Traum. Genau das, was ein Blogger braucht. So muss nun das Smartphone zeitweilig als Hotspot dienen.

Das heutige Gericht ist ein Klassiker der venezianischen Küche. Risi e bisi bedeutet soviel wie Reis mit Erbsen. Letztere heißen im Dialekt der Lagunenstadt bisi und nicht, wie im Rest des Stiefels piselli. An jedem St Markus Tag (25.04.) servierte man dieses Gericht dem Dogen als primo piatto. Das ist der erste von zwei Hauptgängen im Rahmen eines italienischen Menüs und besteht meist aus Pasta oder Reis.

Urspünglich war risi e bisi (manchmal auch risi bisi oder risi pisi) wohl eine Suppe mit Reiseinlage und ist dann zu einer Art Risotto geworden. Man verwendet dafür normalerweise frische Erbsen, die man früher, je nach Marktlage, sogar aus dem sonst verfeindeten Genua importieren ließ. Wir nehmen hier Tiefkühlerbsen, die sind so gut wie frisch und auf jeden Fall Dosenprodukten vorzuziehen. 

  • 300 g Risottoreis
  • 2 Schalotten oder 1 Zwiebel
  • 150 g Pancetta oder mild geräucherten Speck
  • 1 Bund glatte Petersilie
  • 300 g Erbsen
  • 50 ml Weißwein
  • 1,2 l helle Fleischbrühe
  • 60 g Parmesan
  • 60 g Butter
  • 1 EL Butter
  • Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer
Die Zugabe von Weißwein ist nicht erforderlich und wohl auch nicht klassisch, ich mag aber die leichte Säure des Weins im Risotto. Bei der Pancetta kann man sowohl die luftgetrocknete als auch eine geräucherte Variante nehmen, es sollte bloß nicht zu stark nach Rauch schmecken. 


Man kann risi e bisi wie ein normales Risotto kochen, in dem man ständig rührt, immer nur soviel heiße Brühe an den Reis gibt, dass dieser gerade bedeckt ist und erst dann Brühe nachgibt, wenn alles aufgesogen worden ist. Die klassiche Kochweise des risi e bisi ist einfacher und wird sogleich beschrieben. 

Zwiebeln pellen und fein hacken, Pancetta von Schwarte und etwaigen Knorpeln befeien und ebenfalls klein würfeln. Die groben Stiele der Petersilie fein schneiden. In einem Löffel Butter und etwas Olivenöl andünsten. Erbsen dazugeben und ebenfalls anschwitzen.  


Die Brühe angießen. Wenn diese kocht, leicht salzen, den Reis hineingeben und darin al dente garen, gelegentlich umrühren. Kurz vor Garende Butter und Parmesan unterrühren.


Petersilie hacken und zum Reis geben. Einfach, aber auch einfach lecker. Und was für den Dogen gut war, kann für uns Normalsterbliche auch nicht schlecht sein.
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Flashback:


Heute vor einem Jahr: Chicken Nuggets

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