Freitag, 4. Dezember 2015

Fruchtiges Curryhühnchen


Aus Gründen, die sich meiner Erkenntnis entziehen sind die fruchtigen Curryhuhnspieße vom August diesen Jahres mein bisher erfolgreichstes Rezept. Curryhuhn hatten wir auch schon mal in der Version meiner Mutter. Heute gibt es eine karibisch angehauchte Version, die natürlich nicht authentisch ist. Ich habe sie mir in den Anfangstagen meines Daseins als Hobbykoch so zusammengestückelt, vermutlich durch verschiedenen Kochbücher inspiriert. Wenn ich Clemens Wilmenrod wäre, hätte ich es vermutlich "Karibisches Piratenhuhn" oder "Jamaikanischer Hochzeits-Schmaus" genannt. Ich bin da bescheidener, fruchtiges Curryhünchen reicht völlig. Ich werde mir aber auch kein Messer auf die Brust setzen und damit drohen, dass das blitzende Ding in mein armes Herz hineinfahren wird, sollte jemand auf der Kruste dieses Planeten schon mal ein fruchtiges Curryhühnchen gesehen oder gar gegessen haben.


Für vier Portionen:
  • 500 g Hähnchenbrust
  • 1 kleine Stange Lauch
  • 2 EL Kokosraspeln
  • 1 Knoblauchzehe
  • 3 cm Ingwerknolle
  • 1/2 Ananas
  • 1 reife Mango
  • 1 Handvoll kernlose Weintrauben
  • 1 Zitrone
  • 4 cl brauner Rum
  • 400 ml heller Geflügelfond
  • 2 TL Currypulver
  • 2 TL Paprikapulver (Schärfegrad nach Wunsch) oder Chilipulver
  • 2 EL brauner Rohrzucker
  • Salz
  • Pfeffer
  • Speisestärke
  • Olivenöl
Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt, also wird nun vorbereitet. Das Hühnerfleisch wird in mundgerechte Stücke geschnitten. Knoblauch und Ingwer schälen und dann fein hacken oder reiben. Mango ebenfalls von der Haut befreien und in mundgerechte Stücke schneiden. Dabei nicht vergessen, den Kern zu entfernen. Ebenfalls sollten wir nicht vergessen, die Ananas zu schälen, da sie sich sonst im Mund wie gebackenes Gürteltier anfühlt. Ananas ohne den Strunk in Stücke schneiden, die denen des Huhns und der Mango entsprechen. Lauch längs halbieren und quer zu schmalen Streifen verarbeiten.


Olivenöl in einer schweren Pfanne erhitzen und die Hühnerfleischwürfel von allen Seiten scharf anbraten. Salzen, pfeffern und die Hälfte der Kokosraspeln hinzufügen und mit anrösten. 


Come on baby, light my fire. Das sind die Momente, wo mir warm ums Herz wird. Wir kippen den Rum in die Pfanne und entzünden ihn mit einem Stabfeuerzeug oder einem langen Streichholz. En flambée!


Ist die Flamme heruntergebrannt, lagern wir das Fleisch in einer Schüssel zwischen, geben mehr Olivenöl in die Pfanne und braten Knoblauch und Ingwer leicht an. Die Ananas vertägt Röstaromen und darf hinzu. Wenn der alte Mann nicht so vergesslich wäre, hätte er jetzt den Lauch mit dazugegeben. Hat er aber nicht und am Ende wurde er auch nicht vermisst. Also der Lauch, nicht der alte Mann. 


Curry, Paprika und Zucker in die Pfanne geben und kurz anrösten, beziehungsweise schmelzen lassen. Nicht zu lange, Curry wird dann schnell bitter.


Mit Geflügelfond ablöschen, salzen und pfeffern.


Huhn zurück in die Pfanne geben und das Ganze sanft köcheln lassen, bis das Huhn gar und das Obst wich, aber noch nicht breiig ist. Kurz vor Schluss die Weintrauben halbieren und mit dem Saft einer Zitrone dazugeben. Nochmals abschmecken.


Nach Wunsch mit mit etwas in kaltem Wasser aufgelöster Speisestärke abbinden. Am besten mit Reis servieren.


Ich habe hier türkischen Pilav zum Curryhuhn serviert. Statt Arpa Sehriye (kritharáki oder risoni) habe ich Sternchennudeln genommen, so wie ich es vor Jahren in einem leider nicht mehr existierenden ägyptischen Restaurant in Hameln gegessen habe. 
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Flashback:


Kommentare:

  1. Mein zweiter Versuch mit Deinen Rezepten. Ich bin ein großer Curryfan - außerdem schützt Curcuma vor Alzheimer (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28004737 - ist das nicht wundervoll: Curry essen und keinen Alzheimer bekommen?). Außerdem hat mich das Rezept an gutes, altes Mulligatawny erinnert. Leider war ich etwas zu ehrgeizig. Ich wohne in einem strukturschwachen ländlichem Kreis (mit 4ha als Trost) und der nächste Supermarkt ist 17 km weit weg. Da gab's nur Mango frisch. Also: Ananas aus der Dose genommen. Es ging trotzdem gut. Als nächstes brauche ich ein Schweinerezept. Ich habe ein halbes Schwein in der Truhe für Smoker, Grill etc. Schließlich kommt der Sommer. Wer mag da in der Küche stehen?

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    1. Freut mich, dass es geschmeckt hat. Ja, Curry ist was feines und scheinbar eben auch gesund.

      Ich habe zwar Rezepte für Schweinebraten (auch in der 57er Kugel gesmokt) und pulled pork (bisher nur aus dem Ofen) aber noch keins für ein halbes Schwein. Lass mich wissen, wenn du was Gutes gefunden hast.

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    2. Pulled Pork aus dem Smoker ist Standard und schon fast langweilig. Da ich bei solchen Speisen aber meist viele Gäste habe, wähle ich lieber Gerichte, von denen ich weiß, daß sie funktionieren. Zum Familientreffen im letzten Jahr hatten wir ein Jungschwein (23kg) im selbstgebauten "Spanferkel"-Grill rotieren lassen. Das werde ich dieses Jahr perfektionieren!

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    3. Das mit dem selbstgebauten Spanferkelgrill hört sich spannend an.

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    4. Du kannst im Sommer ja mal vorbeikommen. Aber ich muß warnen: meine Küche ist eher rustikal (ich esse gerne aber da ich erst seit ein paar Jahren in Rente bin, muß ich das Kochen noch üben).

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