Montag, 11. Januar 2016

Westafrikanischer Hühnereintopf mit Erdnusssauce


Heute mal wieder ein kleines Beispiel an dem man sehen kann, wie Herr Westerhausens Verstand tickt, wenn es sich um Inspirationen das Essen betreffend handelt. Dazu muss ich aber erst einmal ein wenig ausholen. Offenbar ist es momentan für Musiker gefährlich, von mir verehrt zu werden. So ist heute, nur kurz nach Lemmys Tod, meine Welt erneut ein Stück grauer geworden. Zwei meiner Lieblingsmusiker innerhalb von vierzehn Tagen zu verlieren ist schon heftig. Offenbar plant da oben irgendwer, eine neue Megaband zu gründen und sammelt fleißig Bandmitglieder. Vielleicht sollte jemand mal nach Keith Richards schauen, denn ein Gitarrist fehlt da noch. Aber das nur am Rande. Mich interessiert natürlich auch immer, was Leute so gerne essen. Bei Lemmy wenig ergiebig, denn der war nach eigener Aussage ein Freund von kaltem Essen. Das hat er sich wohl so in seiner armen Jugend angewöhnt, wo er sich von den kalten Resten, die andere übrig ließen, ernährte. Außerdem mochte er nichts mit Zwiebeln, eine Eigenart, die er mit Ringo Starr teilte. Bei David Bowie sieht das anders aus, da habe ich gelesen, dass er geröstete Plantanen geliebt hat, also war mir klar, dass es diese als Tribut an den "Thin White Duke" geben sollte.

Doch so alleine sind die ein wenig langweilig. Also habe ich mal nach afrikanischen Rezepten gegoogelt und so ein paar interessante Sachen mit Erdnusssauce und Gewürzen gefunden. So hundertprozentig hat mir keins gefallen, denn entweder wurden Gewürzmischungen eingesetzt, die eher nordafrikanisch-arabisch, denn west- oder zentralafrikanisch sind oder es wurde fertige Erdnussbutter verwendet. Oder irgendetwas anderes stimmte für mich nicht. Also habe ich versucht, aus den ganzen Rezepten eins zusammenzustellen, dass mir zusagte und habe einfach so losgelegt. Das Gericht ist dann auch erst beim Kochen so richtig gewachsen, deshalb zeigt auch das Zutatenbild nicht unbedingt die richtigen Mengen. 


Um zum Anfang zurückzukehren, dieses Gericht ist also auf Umwegen Ziggy Stardust zu verdanken ... Thank you, David.



Für vier gute Portionen:
  • 500 g Hähnchenbrust
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 rote Chili oder Peperoni
  • 3 cm Ingwer
  • 4 - 5 Nelken
  • 1 TL Kreuzkümmelsamen
  • 1 TL Zimt
  • 150 g geröstete Erdnüsse
  • 2 EL Tomatenmark
  • 4 mittlere Kartoffeln (festkochend)
  • 1 Süßkartoffel
  • 3 Möhren 
  • 1 Handvoll Cocktailtomaten
  • 500 ml helle Brühe
  • Salz
  • Pfeffer
  • brauner Zucker
  • Öl
Zwiebeln pellen und würfeln. Knoblauch und Ingwer von der Schale befreien, fein hacken oder reiben. Peperoni nach Wunsch entkernen und auch zerkleinern. Kartoffel, Süßkartoffel und Möhre schälen und in zwei Zentimeter große Würfel schneiden. Hähnchenfleisch ebenfalls mundgerecht würfeln.

Nelke und Kreuzkümmel fein mahlen, mit dem Zimt vermischen. 

Erdnüsse im Mörser oder der Küchenmaschine zu einem feinen Brei mahlen.


Zwiebeln in Öl anschwitzen.


Huhn, Peperoni, Knoblauch und Ingwer dazugeben und mit anschwitzen. 


Einen Esslöffel der Gewürzmischung, das Tomatenmark und die zwei Esslöffel der Erdnusspaste einrühren. Kurz anrösten lassen. Beginnt es zu duften, ...


.. mit der Brühe angießen und gut durchrühren. Mit Salz und Pfeffer vorsichtig würzen. 


Karotten, Kartoffel, Süßkartoffel und Tomaten hinzufügen, eventuell noch etwas Warmes Wasser hinzufügen, bis alles fast bedeckt ist.


Zum Kochen bringen und abgedeckt auf kleinster Flamme köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind. Das dauert so zwanzig Minuten. Hin und wieder durchrühren, damit nichts am Topfboden anbrennt. 


Nochmals mit Salz, Pfeffer, Zucker und gegebenfalls mehr Erdnusspaste abschmecken. Wir servieren mit Reis. In Westafrika wird man das wahrscheinlich schärfer essen, aber so war es einfach rundherum lecker.
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Flashback:


Heute vor einem Jahr: Braten vom Rind in Rotweinsauce

Kommentare:

  1. Das ist eine schöne Hommage, hätte ich sehr gerne mitgefuttert. David sicher auch.

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    1. Ich hätte mir zwar einen schöneren Anlass für dieses Gericht gewünscht, aber so ist das halt. Die Besten sterben (mittlerweile auch nicht mehr so ganz so) jung. Und wenn das so weiter geht mit dem Musikersterben, sitzen wir hier bald ganz alleine mit Justin Bieber.

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