Mittwoch, 6. April 2016

Baguette mit Hähnchenbrust und rotem Zwiebelchutney


Eigentlich wollte ich dieses Baguette so als Zugabe dem Zwiebelchutney beifügen, aber dann ist das so eine Geschmacksbombe geworden, dass ich finde, sie hat ihren eigenen Eintrag verdient.

Wenn ich an den Händen abzählen würde, wie oft ich schon in diesen grün-gelben Baguette -Fastfoodrestaurants essen war, hätte ich noch locker neun Finger frei, um dieses Rezept zu tippen. Einmal war ich da. Das war Mitte der Neunziger, als das erste Baguette-Schnellrestaurant bei uns eröffnete. Irgendjemand hatte der Gattin - damals noch im Staus einer "Lebensabschnittsgefährtin" - den Floh ins Ohr gesetzt, sie müsse unbedingt einmal ein Teriyaki Baguette essen. Haben wir dann auch artig gemacht, nett "Aha!" gesagt und dabei gedacht: "Braucht kein Mensch". Irgendwer hat mir dann irgendwann mal irgendwas von irgendeiner irrsinnig tollen roten Zwiebelsauce erzählt. (Schon wieder hatte ich "Zweibel" geschrieben.) Da war ich aber schlauer und habe von vornherein dankend abgelehnt. Nun wollte die Gattin heute unbedingt die Reste von gestern essen und die Sous-Chefin wünschte sich ein mit Tomate-Mozzarella überbackenes Baguette. Letzteres ist immer gut, nur wollte ich unbedingt für mich etwas anderes ausprobieren. Auf der Fahrt zur Arbeit - ich fahre gut fünfzig Kilometer hin und dann wieder fünfzig zurück - sah ich ein Werbeplakat obig erwähnter Baguetteschmiede und da machte es Klick. Baguette - rotes Zweibel Zwiebel Chutney - vielleicht etwas Huhn - Salat - Bingo! Ich habe 
zwar keinen blassen Schimmer, wie die Zwiebelsauce der Grün-Gelben schmeckt, aber wenn ich eine erfinden sollte, wäre es genau die, die ich heute improvisiert habe. Also Leute, alles aussteigen, die U-Bahn endet hier. Bitte umsteigen in den Pullmanwagen.

Wir brauchen natürlich Baguette. Im Idealfall selbst gebacken, als Burger, bzw. Hotdog Bun oder einfach als Sandwichbrot. Die Zeit hatte ich nicht, also habe ich hier ein fertiges Baguette gekauft.


Des Weiteren brauchen wir zwei Amazonasdelphine Hähnchenbrustfilets, die gegart werden wollen. Damit die mir nicht austrocknen, wende ich hier eine todsichere und überaus simple Methode an. Ich lege das Fleisch in einen Topf und gieße soviel kaltes Wasser an, dass es bedeckt ist. Ich habe hier noch ein paar Thymianzweige, ein Lorbeerblatt, eine Knoblauchzehe, ein paar Pfefferkörner und etwas Salz dazugegeben. Dann stelle ich den Topf auf den Herd und drehe die Hitze hoch. Sobald das Wasser kocht, lege ich den Deckel auf, zähle bis zehn und nehme den Topf vom Herd. Dann lasse ich das Fleisch im geschlossenen Topf abkühlen. Und das dauert. Der Topf hat genug Resthitze, dass die Zeit, die das Huhn zwischen Überschreiten der 70°C Grenze hin zum Aufkochen und dem anschließenden  Sinken darunter beim Abkühlen verbringt, völlig ausreicht, um es sicher zu garen.   


Dann tupfe ich da Fleisch trocken, salze und pfeffere es und brate es in heißem Olivenöl bei starker Hitze auf beiden Seiten an. Das nennt man "invers (umgekehrt) garen", denn normalerweise erzeugt man ja erst Röstaromen und lässt das Fleisch dann garziehen. So geht es aber gleichmäßiger und es bleibt auch saftiger.

Im Anschluss braten wir gleich noch ein paar Baconscheiben im gleichen Fett,bis sie knusprig sind


Fleisch in nicht zu dünne Tranchen schneiden. Wie man sieht, es das Fleisch gar, saftig und außen schön angeröstet. Der Kenner erkennt aber sofort, dass ich hier nicht schräg vom dicken zum dünnen Ende, sondern in die andere Richtung geschnitten habe. Das hat auch einen guten Grund: ich habe nicht darauf geachtet. 


Nun schneiden wir unser Baguette auf, geben Zwiebelchutney auf die untere Hälfte, legen ein paar Hähnchentranchen darauf ...


... und belegen es mit Käse. Die andere Hälfte des Baguettes bestreichen wir mit Butter. Beide Sieten dürfen nun mit der Schnittfläche nach oben unter den Grill, bis der Käse geschmolzen und das Butterbrot leicht angeröstet ist.


Tomatenscheiben auf den Käse legen (Cocktaltomaten haben mehr Geschmack). ...


... Bacon dazu ...


... und etwas Rucola fürs gute Gewissen. Die Butterseite bestreichen wir mit unserem Curryketchup (die schnelle Variante ist hier fast besser).


Zusammenklappen, mit Holzspießen fixieren und genießen. Geschmacklich der Hammer. So schön kann intuitives Kochen sein.
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Flashback:


Heute vor zwei Jahren: Spargelsalat

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