Samstag, 14. Mai 2016

Nur mal so ... Teil 72


Ich habe mich in der "Nur mal so" Reihe schön öfter über sinnfreie, beziehungsweise fehlerhafte Beschriftungen amüsiert. Es ist ja erstaunlich, was Menschen so alles öffentlich zur Schau stellen, ohne vorher zu prüfen, ob das nicht eher peinlich ist. Dieser Stempel hier, offenbar zum Verzieren von Butter vorgesehen, zum Beispiel: BUTTER LISHES. Was soll mir das sagen? Das es sich um "butterliches" handelt? Dann müsste da aber ein "ch" statt "sh" stehen. Die Verbindung zum gruseligen Lich oder gar der Stadt gleichen Namens kann also auch ausgeschlossen werden. Der Anglist in mir befürchtet, dass das eigentlich "butterlicious" heißen sollte, also ein Wortschöpfung aus "butter" und "delicious" angestrebt wurde. Man hätte ja mal im Wörterbuch nachschauen können.



Das hier, im gleichen Laden gesehen, ist grammatikalisch und orthographisch zwar einwandfrei, erschließt sich mir jedoch auf der semantischen Ebene nicht. "Hoffnung ist ein wandelnder Traum". Als Lehrer weiß ich natürlich, dass bei Korrekturen die Randbemerkung "Hä??" vermieden werden sollte, aber ... "Hä??" Die jungen Leute tendieren ja eher zu "WTF?" aber egal wie, der Satz auf dem Kissen ist ungefähr so sinnfrei wie "Schulstress ist ein singendes Generalkonsulat" oder "Fröhlichkeit ist ein steppender Versicherungsantrag".


Auch dieses örtliche Möbelhaus, dass nach einem kürzlichen Umbau unter der Zwangsvorstellung leidet, schwedisch zu sein, sollte die Qualitätskontrolle dringend zum Englischunterricht anmelden. Vielleicht bei Mr. Creats. Nicht nur, dass das Verb "creates" falsch geschrieben ist, auch die Pluralform "things" klingt schief. Gut, zum Glück ist das kein Tattoo-Shop, aber möchte ich so etwas an der Wand hängen haben?

Mein Lieblingsschild habe ich leider nicht fotografieren können. Es hing damals in der Filiale einer großen Supermarktkette, zu dieser Zeit gab es aber noch keine Smartphones mit Kamera und auch "dass" wurde noch mit "ß" geschrieben). Aber ich habe es auswendig gelernt.
Bei Jugendlichen, die alkoholische Getränke kaufen wollen, weisen wir Sie darauf hin, daß diese ihren Ausweis vorzeigen müssen.
Wie muss ich mir das vorstellen? Es ist, sagen wir mal Samstag Abend und ich sitze vielleicht schon im ballonseidenen Jogginganzug vor dem Fernseher. Das Telefon klingelt. Am anderen Ende ist der Fillialleiter des Supermarkts, der mich darauf hinweist, das alkoholische Getränke ihren Ausweis vorzeigen müssen, weil gerade ein paar Jugendliche zum Beispiel Schnaps kaufen wollen? Will der jetzt deshalb jedes Mal bei mir anrufen? "Herr Westerhausen, ich lasse mir jetzt vom Bourbon den Ausweis zeigen, weil zwei Jungs den kaufen wollen". Nimmt das denn gar kein Ende?
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Flashback:


Gestern vor einem Jahr: Lachsfilet mit- Garnelenspieß

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