Sonntag, 26. Juni 2016

Pasta e Patate alla Napoletana


Im Land der streng nach Art getrennten "Sättigungsbeilagen" mag es seltsam erscheinen, aber Nudeln und Kartoffeln passen eigentlich sehr gut zusammen. In Neapel - und sicherlich auch anderswo - weiß man das schon länger. Pasta e Patate ist dort ein Klassiker in Punkto Hausmannskost. Nichts filigranes, nichts dekadentes, sondern bodenständig und ehrlich. Obendrein auch noch lecker und das nicht zu knapp. Genau das Richtige für diesen Blog.


Aber bevor wir zum heutigen Essen kommen, ein Ausblick auf Morgen. Da bekommen wir aufgrund einer weiteren Geburtstagsfeier erneut Besuch von der buckligen Verwandschaft. Da ich aber erst gegen Nachmittag zu Hause bin, wir aber nicht schon wieder den Grill anschmeißen wollten, haben wir uns für etwas italienisches entschieden. Deshalb habe ich, unter anderem, schon einmal eine Lasagne vorgebacken. 40 x 30 cm, mit fünf Schichten Ragù zwischen sechs Lagen Nudeln. Die muss morgen nur noch einmal erwärmt werden. Die Pasta ist aus Zeitgründen gekauft und das Ragù, wie gestern erwähnt, aus Rücksicht auf Essgewohnheiten einiger Gäste leicht modifiziert.


Hier kann man den Ansatz einer Gemüsebrühe für eine einfache Minestrone - diesmal vegetarisch -  sehen.


Nicht in der Suppe, sondern auf der Terrasse ist dieser Vertreter der Gattung Smerinthus gelandet. Mit Nachnamen heißt er zwar Ocellata, in seinem deutschen Reisepass steht jedoch "Abendpfauenauge". Eigentlich gar nicht so selten, aber meist gut getarnt und deshalb unentdeckt. Dass er da so auf dem Pflaster sitzt, ist einem Zu-, beziehungsweise Unfall zu verdanken. Die Gattin hielt ihn beim Aufräumen des Gartens für ein trockenes Blatt und zupfte ihn aus der Hecke. Der Augenfleck bewehrte Lepidopt blieb dann netterweise kurz für eine Fototermin sitzen. Dann wurde er vorsichtig zurück in die Hecke gesetzt, von wo er sich dann schließlich unbeschadet und fliegend in Nachbars Garten aufmachte. Ein wirklich schönes Tier.    


So, was brauchen wir heute für etwa vier Portionen?
  • 2 - 3 Schalotten
  • 1 kleiner Stängel Sellerie
  • 100 g Pancetta (oder milder Bacon)
  • 1 EL Rosmarinnadeln
  • 500 g festkochende Kartoffeln
  • 8 kleine Cocktailtomaten
  • Petersilie
  • 1 Kugel Mozzarella (di bufala) 
  • 2 EL Parmesan
  • Salz
  • Pfeffer
  • Olivenöl
  • 300 g kleine, dicke Pasta (hier: Gnocchi)
Eigentlich braucht man als Käse für die Sauce Provola oder Scamorza. Da ich das hier aber eher spontan gekocht habe, fiel es mir schwer, diese Käsesorten, insbesondere am Sonntag, auf die Stelle aufzutreiben. Also habe ich mir mit Mozzarella und Parmesan beholfen.


Schalotten abziehen und mit dem Sellerie sehr klein würfeln. Rosmarinnadeln fein hacken. Speck, wenn nötig, würfeln oder in feien Streifen schneiden. Kartoffeln schälen und zu eineinhalb Zentimeter großen Würfeln verarbeiten.

Nudelwasser - etwas mehr als sonst - aufsetzen, zum Kochen bringen und schon einmal salzen. Nudeln noch nicht hinzufügen.


Schalotten, Sellerie, Rosmarin und Pancetta in Olivenöl andünsten


Dann Kartoffeln in die Pfanne geben. Die habe ich hier eindeutig zu groß geschnitten und musste sie dann umständlich in der Pfanne halbieren, beziehungsweise sogar vierteln. Aber aus Fehlern lernt man ja.


Nun geben wir etwas von dem bereits kochenden Nudelwasser hinzu und verrühren alles. Ist das Wasser bei mittlerer Hitze eingekocht, fügen wir mehr hinzu. Das ist wie bei einem Risotto. Je nach Größe brauchen die Kartoffeln auch so fünfzehn Minuten.


Deshalb geben wir rechtzeitig unsere Pasta in das Kochwasser. Sind wir meinem Rat gefolgt und haben ausreichend Wasser zum Kochen gebracht, können wir auch mit den Nudeln im Topf weiterhin abschöpfen.


Nun können wir die Tomaten hacken und hinzufügen. Sie schmelzen dann in die Sauce. Wer lieber Tomatenstücke hat, gibt sie erst am Schluss mit den Nudeln in die Pfanne.


Hier kann man sehen, wie die Stärke der Kartoffeln - und auch die der Pasta, die ja bereits im Topf ist - dazu führt, dass das angegossene Kochwasser leicht sämig wird. Nun können wir schon mal pfeffern und den Salzgehalt prüfen. 


Jetzt darf der Käse hinzu. Dabei rührt man immer in eine Richtung, damit der Käse sich schön auflöst und nicht zu einem großen Klumpen wird.


Im Idealfall sind Pasta und Kartoffeln gleichzeitig gar. Die Nudeln nun abgießen - eine Tasse Wasser dabei auffangen - und in die Pfanne geben. Alles gut verrühren bis die Sauce schön cremig ist, bei Bedarf etwas mehr Kochwasser angießen. Abschmecken ...
 

... und mit geriebenem Parmesan und nach Wunsch ein paar Thymianblättchen servieren. Relativ simpel, aber für mich eins der Pasta-Highlights des Jahres. Und während wir auf der Terrasse das leckere Mal genießen, verraten mir Jubel und Freudenschreie aus angrenzenden Gärten, das Deutschlands unerwünschtester Nachbar das 1:0 für unsere Mannschaft geschossen hat. So kanns kommen ...
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