Samstag, 17. September 2016

Italien 2016 - Nachlese


Die letzten Tage war es sehr ruhig auf dem Blog, was auch daran lag, dass das W-LAN in der Herberge so langsam war, dass ich in Kapitän Nemos Nautilus 10.000 Meilen unter dem Meer schnelleren Empfang gehabt hätte. Trotzdem war der Aufenthalt in der Jugendpension Sonnehof in Raas/Rasa (Südtirol) wunderbar. Die Leute da sind äußerst freundlich und zuvorkommend. Interessanterweise spricht man einen Dialekt, der eher schweizerisch klingt. Leider habe ich versäumt, ein Foto vom Haus zu machen, oben kann man jedoch meinen morgendlichen Ausblick vom Balkon meines Zimmers sehen.

Gekocht habe ich natürlich nicht aber dafür natürlich gegessen. Die Verpflegung in der  war nicht nur reichhaltig, sondern auch vergleichsweise lecker. Es gab jeden Tag ein all-you-can-eat Salatbüffet und warmes Essen bis zum Umfallen. Nachschlag kein Problem und die Teller wären auch ein drittes oder viertes Mal aufgefüllt worden. Das kannte ich schon vom ebenso empfehlenswerten Gattererhof in Vals, wohin ich 2010 die letzte Abschlussfahrt unternommen habe.


Bei unserer Ankunft Montagmittag gab es gleich Spaghetti mit Bolognese. Natürlich nicht die einzig wahre, aber ich will mal nicht so sein. Für die Kids war das ideal. Ansonsten haben wir abends warm gegessen. Montag Putengeschnetzeltes mit Reis und/oder Gnocchi in Tomatensauce, Dienstag Pizza, Mittwoch gegrilltes Putensteak mit Pommes und Donnerstag einen eine cremige Gemüssuppe und einen Grillteller mit Fleisch, Wurst und Bratkartoffeln. Auf Wunsch steht immer eine vegetarische, beziehungsweise schweinefleischlose Variante zur Verfügung und auch auf Lebensmittelunverträglichkeiten ist man eingestellt, wenn das im der Küche im Vorfeld mitgeteilt wird. Frühstück gibt es natürlich auch satt, inklusive Joghurt und frischenFrüchten. Wir hätten auch ein Lunchpaket für mittags buchen können, aber die Erfahrung hat gezeigt, dass die Kids unterwegs lieber Burger oder Pizza essen gehen.   


Für die Kinder der Hammer: ein Pool am Haus.


Ich hatte ja schon erwähnt, dass das Eisacktal ein Apfelgebiet ist, aber hier wächst natürlich auch Wein. Vermutlich Vernatsch, der für die Gegend typisch ist.


Am Dienstag ging es an den Gardasee. Hier sind wir in Riva del Garda.


Von dort ging es mit dem Boot nach Limone sul Garda, ein kleines Städtchen, in das ich mich schon vor sechs Jahren verliebt habe.


Essen ist allgegenwärtig ...


... und vielfältig.


Der Name deutet es schon an, hier wurden früher Zitronen angebaut. Heute rechnet sich das nicht mehr, trotzdem steht der Ort voll und ganz im Zeichen der Zitrusfrucht.


Es gibt aber auch andere Lebensmittel in den kleinen Gässchen des Ortes zu kaufen.


Blick auf Limone bei der Weiterfahrt nach ...


... Malcesine, einem weiteren hübschen Städtchen am Gardasee.


Malcesine gehört zur Provinz Venetien. Das ist natürlich nicht Neapel, die Pizza schmeckt aber trotzdem. Interessanterweise heißt die Sardellen-Kapern Variante hier Pizza romana.

Interessanterweise servierte man zur Pizza ein Fläschchen Olivenöl zum Beträufeln. Ein nettes Extra, das ich mir merken werde. Hier war das Öl mit Chiliflocken aromatisiert. Das selbe Öl gab es übrigens beim Salatbüffet in der Herberge. Das wirt definitiv auch hier demnächst zum Einsatz kommen. 


Dünner, knuspriger Boden und nicht zu viel Belag, so muss Pizza sein.


Mittwoch dann Venedig. Hier muss ich sagen, dass die acht Stunden Busfahrt in keinem Verhältnis zu den zweieinhalb Stunden Aufenthalt, die uns letztlich bleiben, standen. Venedig ist eine schöne Stadt, aber auch voll. Vom Markusplatz zum Rialto (auf dem das obige Bild gemacht wurde) ist ein gleichzeitiges Schwimmen mit und gegen den Strom. 


Hier ein Panini mit Bresaola. Frisch gebackenes Brot, leckerer Rinderschinken, das wars. Ohne Butter oder Dressing ein wenig minimalistisch, um nicht zu sagen staubtrocken.


Donnerstag dann eine Wanderung zu Fuß durch die Weinberge in das etwa fünf Kilometer entfernte Brixen (Bressanone). Hier sehen wir den Brixner Dom mit dem klangvollen Namen "Mariae Aufnahme in den Himmel und St. Kassian".


Die wunderschönen Fresken des Kreuzgangs zeigen auch das Bild eines Elefanten, nur dass der Künstler nie einen solchen zu Gesicht bekommen haben wird. Alles, was er wusste, dass es sich hierbei um ein großes Last- und Reittier mit extrem langer Nase handelt. 


Die Pizza, die ich in Brixen hatte war zwiespältig. Vermutlich fällt auf den ersten Blick auf, was ich bemängele. Dosenpilze sind ein absolutes No-Go, besonders in der Gastronomie. Da mag der Boden noch so genial schmecken, so etwas geht gar nicht. Schade.


Kleines Mitbringsel. 


Auch wenn die linke durch die größeren Stückchen fettiger aussieht, ist sie tatsächlich magerer als die rechte. Und kräftiger im Geschmack. Lecker sind beide.


Amaretti morbidi mit Zitronenaroma - ein Souvenir aus Limone.


Lecker.


Auf dem Rückweg haben wir im Illertal an der Friedensreich Hundertwasser Raststätte Rast gemacht. Interessante Architektur (nein, liebe Kinder, das ist NICHT Macces!) ...


... und der richtige Ort, falls jemand eine "Geschänk Kerze" braucht. Keine Ahnung, was die "ausschänkt", aber man kann ja nie wissen.

Fazit: Am letzten Abend kamen wir mit Kollegen einer anderen Gruppe ins Gespräch, die in der selben Pension untergebracht waren. Wir wurden mit den Worten begrüßt: "Morgen haben wir es dann endlich geschafft". Wenn ich mit der Einstellung an die Sache gehe, brauche ich gar nicht erst auf Fahrt gehen. Ich - und natürlich meine Kolleginnen und Kollegen, die mit waren auch - sehen es als unglaubliche Chance an, mit den Kindern auch außerhalb des schulischen Kontextes zu interagieren. Und wir finden es auch schön, ihnen etwas bieten zu können. Klar, irgendwer meckert immer, besonders weil wir natürlich Alkohol-, Zigaretten- und Shishakonsum kategorisch untersagt haben und laut Hausordnung um 22.30 wirklich Bettruhe war. Letztlich werden aber alle etwas von der Fahrt mitnehmen. Die Kinder werden diese Erfahrung lange mit sich tragen und uns irgendwann einmal dankbar sein, dass wir ihnen so was ermöglicht haben. Und wir sie stolz, dass sie sich so vorbildlich verhalten haben und es keine Ausfälle gab.

Was hat der Spaß nun gekostet? Insgesamt 250 € plus Taschengeld und 2,80 € Kurtaxe. Das ist ein fairer Preis für das Programm und ich darf hier ruhig einmal (kostenlos und freiwillig) Werbung für die Firma alpetour machen, mit der ich seit Jahren problemlos zu guten Konditionen auf höchstem Standard Fahrten durchführe. Auch das von alpetour gebuchte Busunternehmen NAToURS aus Ostercappeln bei Osnabrück schickte einen guten Bus und zwei nette, kompetente und vor allem vertrauenswürdige Fahrer. Das ist ungemein wichtig, denn eine Langstreckenfahrt steht und fällt auch mit den Personen hinter dem Steuer. 

Persönlich bin ich ja sonst eher ein Nordland- und Küstenfahrer, aber ich überlege gerade wirklich, ob der Urlaub 2017 nicht doch nach da unten geht. Am besten irgendwo nach Venetien, so dass alle Ziele schneller und einfacher zu erreichen sind.
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Flashback:



Heute vor einem Jahr: Spagehtti mit Tomaten-Sahnesauce 

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