Sonntag, 4. September 2016

Spinatpasteten


Wie schon erwähnt, hat heute die Sous-Chefin das Zepter in der Küche übernommen und ich war zum Handlanger degradiert. Das stört mich nicht, denn ich unterstütze natürlich die diesbezüglichen Ambitionen der Kleinen. Außerdem hatte sie so gleich etwas, an dem sie Vorgangsbeschreibungen für den Deutschunterricht lernen konnte. Doppelter Nutzen, also, sowohl kulinarisch, als auch didaktisch.


Die Spinatpasteten werden in Filoteig gebacken. Den kam in griechischen Läden fertig kaufe oder Yufkablätter aus dem türkischen Supermarkt nehmen. Letztere sind zwar in der Regel etwas dicker - auch hier gibt es regionale Unterschiede - aber trotzdem ein sehr guter Ersatz.

Man kann den Teig natürlich auch selbst herstellen. Hierbei habe ich der Sous-Chefin geholfen, denn das hauchdünne Ausrollen bedarf einiges an Muskelschmalz. 

Da ich von keiner Ahnung getrübt bin, wie viel Teig ich brauche, habe ich einfach reichlich gemacht. Es gilt das alte Motto: lieber haben und nicht brauchen, als umgekehrt. 
  • 400 g Mehl
  • 4 EL Olivenöl
  • 1 EL Zitronensaft oder hellen, milden Essig
  • 1 TL Salz
  • Prise Zucker
  • etwa 200 g Wasser
Man sieht, das Ganze ist schon fast mehr ein eiloser Nudelteig.


Wir vermischen die Zutaten und geben soviel Wasser dazu, bis der Teig zusammenhält, elastisch ist und nicht mehr klebt. Dann kneten wir ihn einige Minuten mit den Händen kräftig durch, formen eine Kugel und lassen diese eine halbe Stunde abgedeckt stehen, damit das Mehl quellen kann.  


Außer Filoteig brauchen wir für sechs Pastetchen:
  • 220 g gefrorener Blattspinat (oder 100 g frische, geputzte Ware)
  • 120 g Frischkäse
  • 1 Ei
  • 25 g Parmesan (oder anderen Hartkäse, alternativ auch Feta)
  • Salz
  • Pfeffer
  • Öl
Den Spinat auftauen und gut ausdrücken. Durch das Auftauwasser kann er nämlich sonst muffig schmecken. 


Spinat grob hacken, mit dem Ei, Frischkäse und geriebenem Parmesan vermengen. Kräftig mit Salz, Pfeffer und einer kleinen Prise (warum schreiben eigentlich immer alle "Briese"?) abschmecken.


Ein Stück Teig dünn ausrollen.


Man muss eine Zeitung (oder ein Kinderbackbuch) dadurch lesen können. Das darf hier ruhig noch etwas dünner werden. Eigentlich wollte ich ja die Nudelmaschine nehmen, aber das Universum war heute sehr garstig und hat Kurbel und Klemmzwinge in einer Paralleldimension materialisieren lassen.  


Teig in zwölf Zentimeter lange Quadrate schneiden und mit Öl einstreichen. Je vier Teigplatten versetzt übereinanderlegen. Wenn die Platten nicht ganz gleichmäßig sind, ist das nicht so schlimm, sonder soll so sein. Man nennt das rustikal. Da sol uns einer mal das Gegenteil beweisen. Nun werden die Viererstapel in die geölten Mulden eine Muffin-Form gesetzt und mit Spinat gefüllt. Das wir nur sechs Pasteten machen, die Form aber zwölf Mulden hat, gab es mehr oder weniger spontan noch Mini Quiches Lorainnes


Nun wird das Blech in den 180°C heißen Ofen geschoben, wo es rund 25 Minuten verbleiben darf. Jeder Ofen ist anders, also lieber zwischendurch mal nachschauen.


So soll es sein: knuspriger Teig und saftige Füllung. Sehr lecker und mit gekauftem Teig auch ruckzuck fertig. Auch die kleine Quiche ist lecker. 

Hierzu habe ich noch einen Tipp: der Quicheteig lässt sich wunderbar einfrieren. Ich habe mal einen Koch gesehen, der von einem gefrorenen Block Teig mit einer grobe Käseraspel Späne abgehobelt hat und diese dann in die Muffinmulden gedrückt hat. Eine genial einfache Methode, immer frischen Quicheteig zur Hand zu haben.


Auch im Anschnitt betrachtet müssen sich die Kameraden nicht schämen. Mit frischem Spinat wäre das vielleicht etwas lockerer, aber das ist schon extrem lecker. 


Ach ja, gestern hatten wir Besuch zum Grillen und ich habe unter anderem mal wieder Schaschlik gemacht. Der Abend war nett und ich konnte nicht einfach sagen: "So, haut ab jetzt, ich muss bloggen". Deshalb gestern kein Beitrag, aber ich wollte das Foto noch nachreichen.
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Flashback:


Rezept vom 21.06.2014: Überbackene Ravioli in Tomatensauce

Kommentare:

  1. geil. der teig fehlt auch noch in meiner sammlung

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    1. Hatte ich schon mal für Börek, dieser Teig ist aber viel besser.

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  2. Danke für das Rezept! Ich hätte nicht gedacht, dass es mir so gut gelingen würde, weil ich eigentlich eher einfache Sachen koche ohne viel Zeitaufwand oder Fingergeschick, aber das Rezept hat wunderbar geklappt und hat auch gar nicht viel Zeit in Anspruch genommen. Schmeckt super!!

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    1. Es freut mich sehr, wenn es gelungen ist und geschmeckt hat.

      Gegen einfache Sachen ist ja auch nichts einzuwenden. Das sind oftmals die besten Sachen.

      Danke für das Lob und danke fürs Lesen.

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