Dienstag, 20. Dezember 2016

Song Hong in Herford


Gestern stand ein weiterer Auftritt der Schulband mit mir am Mikrofon an, dieses Mal anlässlich unserer Weihnachtsgala. Neben uns gab es da noch viele andere sehens- und natürlich auch hörenswerte Musik-, Tanz und Theaterbeiträge aus Unterricht oder Projekten. Ein recht kreativer und rundum gelungener Abend, auf den alle Beteiligten zu Recht stolz sein dürfen. 

Da ich den Tag über in Herford geblieben bin und abends auch erst gegen zehn Uhr zu Hause war, musste tagsüber etwas zu Essen her. Da mir den ganzen Tag schon recht kalt war und ich nach einer warmen Suppe gierte, bin ich diesmal in einem chinesischen Imbiss/Restaurant in Schulnähe gelandet, dem Song Hong in der Salzuflerstraße.



Erster Eindruck: sehr sauber. Das Restaurant öffnet um 17.00 Uhr. Ich war schon etwas früher da und konnte den Koch dabei beobachten, wie er auch die letzten Ecken der offenen Wok- und Frittierstation gewissenhaft putzte und selbst die Fliesen um den Herd nicht aussparte. Ich habe zwar keine Waschzwang, suche aber vor jedem Essen eine Toilette oder Badezimmer auf, um meine Hände zu reinigen. Auch hier war nichst an der Reinlichkeit auszusetzen. Ich hätte vom Fußboden der geräumigen und vor allem hellen Toilette essen können. Auch der Gastraum ist sauber, dazu noch dezent, aber sichtlich mit Liebe dekoriert.

Vorweg bestellte ich die obligatorische Pekingssuppe. Ich bevorzuge sie zwar weniger tomatig, aber dennoch nicht schlecht gemacht. Ich vermute aber, dass diese Suppen eher Fertigprodukte sind, denn bei 1.70 Euro weiß ich nicht, wo da sonst die Gewinnmarge liegen soll. Trotzdem habe ich das schon für den vierfachen Preis deutlich schlechter gegessen.


Geflügelsalat, dankenswerterweise nicht in pampiger Mayonnaise ertränkt, sonder mit einer frischen Vinagrette. Nette Sache. 


Gebackene Garnelen Japan Style. Ich weiß nicht, warum ich das bestellt habe. Leider völlig unnötig und obwohl außen knusprig, innen irgendwie unnatürlich, so als wenn Garnelenfleischstücke in Form gepresst, mit eine Stück Schwanzflosse für die Optik bestückt wurden und dann in Pankomehl ausgebacken wurden. Wo gibt es schon stiftförmige Garnelen, die von der Spitze bis zum Kopf durchgehend die gleiche Dicke aufweisen? Das Innenleben war zwar nicht übergart - Garnelen werden dann trocken und strohig - sondern eher "undercooked" und farblich grau. Hätte ich mir vorher denken können, dass das ein Griff ins Klo ist. Sicherlich auch ein industriell hergestelltes Fertigrodukt, diesmal aber wesentlich schlimmer, als die Suppe. Die Sweet-Chili-Sauce aus der Flasche ignorieren wir jetzt mal gnädigerweise. 


Hauptgericht: Ente mit Sauce nach Art des Hauses, laut Speisekarte scharf.


Die Sauce: Da erwartet man die übliche Pampe mit Sojasauce und sieht den Alibipilz schon darin schwimmen und dann ZACK BOOM BANG - leckerer Hoisingeschmack, dezent rauchige Chilischärfe - perfekt zur Ente. Nur zu viel. Ein bisschen zum Dippen der Entenstücke hätte gereicht. Ich esse meinen Reis gerne mit Stäbchen, da darf er nicht in einem Meer von Sauce schwimmen. Trotzdem bekommt die Sauce ein Plus.


Auch die Ente kann punkten. Innen saftig und zart, außen knusprig aber nicht vor Fett triefend. Das Stück rechts sieht sogar mehr nach Schenkelfleisch aus, was ich persönlich absolut begrüße.

Fassen wir zusammen: nicht perfekt und in puncto Authentizität der Rezepte kann ich, glaube ich, auch ein bisschen mehr, aber ich habe auch nicht den Druck, für Geld den europäischen Geschmack zu treffen. Trotzdem ist das Song Hong als chinesischer Imbiss mit Bringdienst empfehlenswert und in vielen Bereichen besser, als Restaurants, in denen man mehr Geld lässt.
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Flashback:


Heute vor einem Jahr: Hackfleischbällchen mit rotem Pesto

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