Sonntag, 11. Dezember 2016

Zitronenhuhn nach Marcella Hazan


Manche Dinge sind so einfach, dass man sich fragt, warum andere sie so wahnsinnig kompliziert machen. Die Zubereitung dieses Huhns hier zum Beispiel ist dermaßen simpel, dass man es eigentlich gar nicht aufzuschreiben braucht. Es stammt aus dem legendären, und mittlerweile recht teuren Kochbuch Die klassische italienische Küche der italo-amerikanischen Kochikone Marcella Hazan. Besagte Dame war dafür bekannt, Rezepte bis auf das Nötigste zu reduzieren und die Basiszutaten so hervorzuheben. Ein Brathuhn soll in erster Linie nach Huhn schmecken, also gilt es diesen Geschmack so unverfälscht wie möglich auf den Teller zu bekommen. Da erscheint es einleuchtend, dass das Ausgangsprodukt von höchster Qualität sein muss. Mit einem Tiefkühlflattermann für 2,99 Euro wird man sicher auch etwas Essbares auf den Tisch bekommen, die wahre Freude wird das aber nicht sein. Wenn man auch sonst schon gegen Dumpingpreise beim Fleischkauf ist, sollte man hier besonderen Wert auf Qualität legen und lieber den einen oder anderen Euro mehr investieren. Der Geschmack wird es uns lohnen und fürs Gewissen ist es auch gut.


  • 1 Brathuhn guter Qualität (1500 g)
  • 2 unbehandelte Zitronen
  • Salz
  • Pfeffer

Die Zitronen abwaschen, trockentupfen und mit etwas Druck ein paar Mal über die Arbeitsfläche rollen, so dass sie weicher werden. Mit Hilfe eines Metallspießes oder Zahnstochers etwa zwanzig Löcher in jede Zitrone piksen. Das Huhn damit füllen und die Öffnung verschließen, jedoch eine kleine Öffnung lassen, dass die heiße Luft aus der Bauchhöhle entweichen kann. Schenkel leicht und auf keinen Fall stramm zusammenbinden. 



Huhn von außen mit Salz und Pfeffer einreiben und  mit der Brust nach unten in den 180° C heißen Ofen geben. 


Nach dreißig Minuten wenden und eine weitere halbe Stunde braten. Dann die Temperatur auf 200° C erhöhen und je nach Größe des Tiers weitere zwanzig Minuten backen. 



Das Huhn ist gar, wenn beim Anpiksen an einer dicke Stelle klarer Saft austritt oder man beim Wackeln am Schenkel das Gefühl hat, das sich der Knochen leicht lösen lässt, beziehungsweise der Knochen am Unterschenkel beginnt, frei zu liegen.


Es ist der Wahnsinn, wie das duftet, wenn man das Huhn aufschneidet. Hier erweist sich jeder investierte Cent mehr als verdient. Krosse Haut, Huhn dass wirklich nach Huhn schmeckt und nicht durch zweitausend andere Aromen erschlagen wird. Bei guter Qualität muss man auch nichts mit Gewürzen kaschieren.  Lediglich ist eine leicht zitronige Note zu bemerken, die das Aroma aber eher unterstützt, denn überlagert.


Habe ich schon erwähnt, wie saftig das Ganze unter der krossen Haut ist?


Den ausgetretenen Bratensud habe ich gefiltert. Wenn er kalt ist, habe ich tolles zitroniges Hähnchenschmalz, für das sich sicher eine Verwendungsmöglichkeit finden lässt. Ich bin begeistert.
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Flashback:



Heute vor einem Jahr: Lammkotelett 

Kommentare:

  1. Hört sich richtig lecker an,ohne viel Schnickschnack einfach perfekt.

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    1. So muss das sein. Bei guten Produkten braucht man kein Schnickschnack.

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