Montag, 5. Juni 2017

Pizza mit Brokkoli, Spargel und Pesto


Ich hatte Lust auf Pizza. Also habe ich welche gemacht. Ich hatte die ganze Zeit eine Idee für den Belag im Kopf, aber als ich Samstag Einkaufen fuhr, stand ich im Laden und wusste nichts mehr. Also habe ich wahllos nach Zutaten gegriffen, die sich auf Pizza gut machen. Daraus ist dann tatsächlich etwas leckeres geworden, obwohl ich immer noch nicht weiß, was ich eigentlich machen wollte. Aber egal, nicht dran denken, die Erinnerung kommt dann irgendwann von alleine. Es sei denn, ich bin schon so verwirrt, dass ich nur einbilde, eine Idee gehabt zu haben, obwohl ich gar keine hatte. Can I be trusted?

Alles, was man über meine Art des Pizzabackens, den Teig und die Sauce wissen muss, um zu Hause einen holzbefeuerten Steinbackofen zu simulieren, findet man, wie gewohnt, hier. Der einzige Unterschied lag diesmal darin, dass ich runde 32er Lochbleche ausprobiert habe. Das soll auch auf dem heißem Stein gut gehen. Warum habe ich das gemacht? Normalerweise schieße ich die Teigfladen mit dem Pizzaschieber direkt auf den Stein ein. Das habe ich mittlerweile ganz gut raus. Manchmal verrutscht dann aber der Belag etwas. Physiker werden das jetzt sicher mit Impuls, Kraftstoß und Trägheit der Masse erklären können, das hilft mir aber im Falle eines Falles nicht viel. Also habe ich jetzt mal Bleche ausprobiert, da kann nichts verrutschen. Das Fazit gleich vorweg: kann man machen, direkt auf dem Stein wird der Boden aber von unten deutlich knuspriger.


Bei Pizza ganz wichtig: weniger ist mehr. Sauce immer sparsam auftragen.


Auch möglichst keine Käseorgien. Klassisch wird nur etwas Mozzarella auf der Tomatensauce verteilt. Sonst reicht eine Handvoll gehobelter Parmesan oder Pecorino unter dem Belag und ein paar Streusel dann da drauf. Gouda, Edamer oder Emmentaler haben sicher auch ihre Daseinsberechtigung, aber nicht auf Pizza.

Stichwort auf der Pizza: als Belag dienen neben Käse und Tomatensauce noch blanchierte Brokkoliröschen, ebenso vorgegarter grüner Spargel, halbierte Cocktailtomaten, etwas Rinderhackfleisch (nur mit Salz und Pfeffer gewürzt) und ein wenig Pesto. Letzteres passt unglaublich gut zu grünem Spargel.


Eine halbe Minute weniger Backzeit hätte nicht geschadet, aber es war noch in Ordnung so. Und wahnsinnig lecker. 


Die Sous-Chefin wünschte sich Frutti di Mare. Kein Problem, wird gemacht. Einzige Würzung der Meeresfrüchte: Salz, Pfeffer, ein Spritzer Zitronensaft und etwas geriebener Knoblauch.


Bei der Gattin hatte ich vorausgesetzt, dass sie, wie immer, eine Margherita wünscht. Diesmal wollte sie aber auch Spargel, Rucola und - man höre und staune - Parmaschinken dazu. Auch das wurde natürlich sofort wunschgemäß umgesetzt. Spargel, grün und weiß, leicht blanchiert, darauf und die halbierten Cocktailtomaten mit etwas Pesto beträufelt, dann ab in den Ofen. Rucola und Schinken (ich muss gestehen, es war San Danielle und kein Parma) werden erst direkt nach dem Backen auf die noch ofenheiße Pizza gelegt. 


Gestern waren wir spontan im Allwetterzoo Münster. Ich hatte nicht gefrühstückt und als mich der Hunger überkam, gab es in der Nähe nur Flammkuchen. Ich entschied mich für den mit Speck und Lauch. 7,50 Euro sind natürlich kein Schnäppchen, aber dafür, dass es sich um Systemgastronomie in einem Zoo handelt, war das eigentlich sogar essbar. Habe ich in weitaus besseren Gaststätten schon weitaus schlechter gehabt.


Der Star des Tages: Amiri, das zwei Wochen alte Breitmaulnashornbaby. Faszinierende Tiere.


Auch egabz entspannt: ein drei Jahre alter Orang-Utan, der es sich im Heu bequem gemacht hat, an Blättern lutscht und dabei aussieht, als ob Fernsehen schauen würde.


Wie sein Kollege im Tierpark Bad Pyrmont neulich: Kängeruhs sitzen wie Menschen und sind ganz "üble Chiller".


Darf ich vorstellen? Ein Gundi. Das sind die afrikanischen Verwandten der Meerschweine. Kannte ich auch noch nicht, aber irgendwie putzig.


Und chillen können die auch. Sehen ja auch ein wenig wie Chinchillas aus.


Dann waren wir abends noch essen. Eigentlich wollte wir ja irgendetwas italienisches. Dank Smartphone ist es ja mittlerweile auch einfacher, geeignete Lokale schnell zu finden. Dummerweise scheinen alle empfehlenswerten Italiener in der Stadt in Ecken zu liegen, in denen das Wort "Parkplatz" unbekannt ist. Münster ist eben, wie das obige Schild beweist, eine Fahrradstadt. Also haben wir in unserer Verzweiflung das erstbeste Restaurant aufgesucht, in dessen Sichtweite ein Parkplatz zu finden war. Das Schicksal hat uns so in das Odysseus verschlagen. Der Name verrät es, der Abend klang griechisch aus.


Es hätte durchaus schlimmer kommen können, denn neben dem obligatorischen Ouzo gab es auch zwei Portionen Kartoffelgratin "auffe Hausse". Sehr käselastig, sättigend aber nicht unlecker. Dann noch vorweg ein Salat mit Kraut und Grünzeug, dazu ein Dressing mit leichtem Currygeschmack, das Übliche halt.


Die Gattin hatte ein Moussaka, mit dem sie sehr zufrieden war. Die Sous-Chefin und ich wählten Grillteller mit Gyros, Souvlaki und diesen griechischen Frikadellen, die auf der Karte immer Suzuki heißen, die aber nicht ansatzweise wie ein japanisches Motorrad aussehen und vermutlich eher "souzouki" geschrieben werden ... Ist aber auch zweitrangig. Der Tomatenreis war okay, das Fleisch zart und das Gyros eins der besseren, die ich bisher gegessen habe. Portion und Preis gehen auch in Ordnung. Was ich aber in tausend Jahren nicht verstehen werde, sind rohe Zwiebeln als Beilage und dann auch noch so dick geschnitten. Danke, nein, das brauche ich nicht. Der Rest war aber, wie gesagt, durchaus gut. Auch Wartezeiten waren angemessen und das Personal nett, da kann man also hingehen.
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Flashback: 


Heute vor einem Jahr: Passionsfruchtsauce

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