Samstag, 24. Juni 2017

Spaghetti cacio e pepe - mit Käse und Pfeffer


Simplicissimus hieß schon der erste deutschsprachige Abenteuer- und Schelmenroman im 17. Jahrhundert. Simpel kann auch eigentlich nie verkehrt sein, denn weniger ist oft mehr. Bei diesem Klassiker aus der Gegend um Rom verhält es sich wie mit so mancher Bademode: weniger wäre dann gar nichts. Ich glaube, ich hatte selten Rezepte mit weniger Zutaten. Trotzdem schmeckt das Ganze wirklich groß, wenn man auf die Qualität der Zutaten achtet. Die wird nämlich umso wichtiger, je weniger es davon gibt und je sparsamer mit Gewürzen umgegangen wird. Das es ein römisches Rezept ist, empfiehlt sich als Käse Pecorino romano. Ein guter Parmesan oder Grana gehen aber auch, bringen aber von Haus aus weniger Salzigkeit mit. Auch die Pasta ist entscheidend. In Rom nimmt man Tonnarelli. Das sind dünne, lange Nudeln mit quadratischen Querschnitt, ähnlich der Spaghetti alla chitarra. Bei deren Herstellung werden dünne Teigplatten mit einer Art Nudelholz über ein mit dünnen Drähten bespanntes Brett (die "Gitarre = chitarra) gerollt und so in dünne, lange Fäden gerollt. Ich mag diese Pasta, weil sie leicht dicker als herkömmliche Spaghetti sind, dadurch mehr Geschmack haben und auch ihren Biss behalten. 


Bei uns sind Nudeln oft das Hauptgericht und man haut sich den Teller damit voll, um satt zu werden. In Italien sind sie klassischerweise der erste Gang (primo piatto), der direkt nach den antipasti, übersetzt ("vor der Pasta") serviert wird. Der zweite Hauptgang (secondo piatto) ist dann meist etwas mit Fleisch oder Fisch. Das heißt, die Portionsangaben schwanken, je nachdem, ob man von den Nudeln satt werden möchte oder ob sie ganz klassisch Teil eines italienischen Menüs sind. Hier gehe ich mal von je nachdem mindestens vier, höchstens acht Portionen aus.
  • 400 g ungekochte Tonnarelli (oder andere lange, dünne Pasta)
  • 200 g Pecorino (oder anderen Hartkäse)
  • Salz
  • Pfeffer
  • Olivenöl

Während unsere Pasta wie gewohnt in Salzwasser kocht, reiben wir schon mal den Käse und fügen etwas Pfeffer hinzu. Das der frisch aus der Mühle, oder besser dem Mörser kommt und auch nicht zu feinem Staub zermahlen wird, muss ich wohl nicht erwähnen. 


Sind die Nudeln so gut wie al dente, gießen wir sie ab, heben uns aber eine Tasse Kochwasser auf. Das ist schön stärkehaltig und bindet gut.

Man kann die Nudeln jetzt mit Käse und Kochwasser gleich in einer warmen Schüssel verrühren. Ich schwenke die Nudeln aber noch einmal in Olivenöl .... 


... und füge dann den Käse hinzu. Schön rühren und dabei schluckweise Nudelwasser angießen, bis ein cremiges Sößchen entsteht. Nachsalzen sollte nicht nötig sein, aber das muss jeder selbst entscheiden.


Mit ordentlich schwarzem Pfeffer und nach Wunsch mehr Pecorino servieren. Das sieht auf dem Foto wieder eher trocken aus, wie die Fettucini all'Alfredo, ist aber total cremig und lecker.
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