Sonntag, 6. August 2017

Caccavelle alla Sorrentina


Sorrentino, zu Deutsch Sorrent, ist eine Stadt in der italienischen Provinz Kampanien, südlich von Neapel. Dort isst man natürlich, wen wundert es, gerne Pasta, inbesondere eine spezielle Pastasorte, nämlich caccavelle. Das sind riesengroße Riesenmuscheln, die nur in Handarbeit hergetsellt werden können. Ich wollte Caccavelle alla Sorrentina schon länger machen, leider ist die Pasta hier nicht so ohne Weiteres erhältlich und Versandkosten von über 20 Euro für 500 Gramm Teigware bei einschlägigen Onlinehändlern hat mich bisher eher abgeschreckt. Nun bin ich bei Hagen Grote fündig geworden und in diesem Falle mache ich gerne mal etwas Werbung, auch wenn ich nichts dafür bekomme. Die verschenken die Nudeln zwar auch nicht, aber man muss nicht gleich Haus, Hof und Erstgeborenen verpfänden.


Für unser Gericht und drei brauchen wir eine einfache Tomatensauce und ein noch einfacheres Ragù.

Für die Tomatensauce:
  • 1 Zwiebel
  • 1000 ml passierte Tomaten
  • frisches Basilikum
  • Salz
  • Pfeffer
  • Olivenöl
Optional:
  • Zucker
Für das Ragù:
  • Zwiebel
  • Möhre
  • Stangensellerie
  • 200 g ungewürztes Schweinehackfleisch
  • 100 ml Rotwein
  • Salz
  • Pfeffer 
  • Olivenöl
Eigentlich wird die Hälfte des Schweinehacks durch das Brät einer neapolitanischen Salsicce, einer Art groben Bratwurst ersetzt. Das bringt noch mehr Würze. Hatte ich nicht, also habe ich nur Hack genommen. Dieses hätte man aber noch mit gemahlenen Fenchelsamen, Salbei und/oder Pancetta vermischen können, dann wäre der Geschmack noch intensiver geworden.

Des Weiteren: 
  • Ricotta
  • Mozzarella (stilecht: di bufala campana)
  • Parmesan

Zwiebel pellen, klein schneiden und in Olivenöl ein paar Minuten bei schwacher Hitze anschwitzen.


Basilikum grob dazu zupfen, passierte Tomaten angießen und unter gelegentlichem Rühren köcheln, bis die Sauce etwas eindickt. Mit Salz, Pfeffer und, wenn nötig, etwas Zucker abschmecken.


Für das Ragù schälen wir Zwiebel und Möhre und würfeln sie mit dem Sellerie ganz fein. Wir brauchen etwa je zwei Esslöffel. Ein paar Minuten in Olivenöl sanft anschwitzen, ...  


... dann Hitze erhöhen und Hackfleisch hinzugeben. 


Fleisch krümelig braten und mit Rotwein ablöschen. 


Diesen wieder komplett einkochen lassen. Dann mit Salz und Pfeffer abschmecken.


Hier unsere Nudeln. 125 Gramm pro Stück reichen für eine Portion. Ideal, wenn der Arzt eine kohlenhydratarme Kost verschreibt. Kann man sagen: "Herr Doktor, ich habe nur eine einzige Nudel gegessen!"

Für drei Personen brauche ich dementsprechend drei dieser Kunstwerke.


Offenbar weiß man, dass im Land der Teutonen Pasta bevorzugt cremig-weich gegessen wird. Uns empfiehlt man satte 40 Minuten Garzeit, Franzosen brauchen nur 31. Ob deren Wasser veilleicht heißer kocht? Aber mal im Ernst. Die Muscheln sind schon dick und 16 Minuten vorkochen sind das Minimum.   


Aprospos kochen - Salzwasser ist klar. Möglichst großer Topf - hier mein mittleres 9 Liter Gerät - auch. Es empfiehlt sich, das ganze nicht brutal sprudelnd zu garen, weil die Pasta dann brechen könnte.


Nach sechszehn Minuten werden die Goldstücke abgetropft und auf einem mit Olivenöl ausgeriebenen Teller zwischengeparkt.


Nun brauchen wir ofenfeste Portionsschalen. Ich habe mir heute extra diese Terrakotta Dinger gekauft. Die kann ich auch bald mal für Zwiebelsuppe verwenden, dann aber nach dem Originalrezept, laut dem die Zwiebeln gute vier Stunden sanft karamellisieren müssen.

Meine Schalen musste ich übrigens wie einen Römertopf vorher einige Zeit wässern und in den kalten Backofen einschieben. Das sollte man bei der Zeitplanung eventuell berücksichtigen.


Eine Kelle Tomatensauce in eine Schüssel geben, eine Nudel einsetzten - die Öffnung nach oben zu platzieren ist hier zielführend - und auch dort eine Kelle Sauce einfüllen.


Etwas Ricotta auf der Tomatensauce verteilen, ein wenig Ragù dazugeben und darauf ein paar Mozzarella Würfel legen. Spätestens hier sollte man aufhören WW Punkte zu zählen. Ist wie bei den Rabattsystemn: heute gibt es zehnfach Punkte. Aber keine Angst, das Ganze kommt noch in den Ofen und da sterben Kalorien sofort ab.


Restliche Tomatensauce in den Schälchen verteilen und Parmesan darüber reiben. Für fünfundzwanzig bis dreißig Minuten bei 180° C (ohne Umluft) in den Ofen stellen. Ich musste meine Schälchen, wie gesagt in den kalten Ofen stellen und habe sie dann 20 Minuten lang nach Erreichen der Zieltemperatur aus dem Ofen geholt.


In Kampanien weiß man zu leben oder: Mann, war das schweinelecker! Die Gattin hatte übrigens eine vegetarische Version ohne Ragù und nur mit Tomatensauce und war auch begeistert. Ich habe noch eine Packung grüne Caccavelle - mal sehen, was daraus wird.
____
Flashback:


Heute vor einem Jahr: Steakhaus SASH in Hameln

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen