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Dienstag, 31. Dezember 2013

Juvetsi (Juvétsi)


Manchmal muss man sich einfach auf die guten, alten Dinge besinnen. Ich habe zum Beispiel den Römertopf für mich wieder entdeckt. Es gibt Gerichte, für die dieser Tontopf wie geschaffen ist. So auch folgendes Rezept aus Griechenland, das dort auch in einem Tontopf zubereitet wird. Natürlich kann man dieses Gericht in jeder ofenfesten Form mit Deckel zubereiten, sogar im Kochtopf wird es lecker.  

Das Gericht heißt Juvétsi (oder Jouvetsi, Youvetsi oder Giouvetsi). Gute griechische Restaurants werden sicherlich eine der vielfältigen Varianten auf der Karte haben.


Zutaten:
  • 750 g Fleisch - Lamm, Rind, Schwein, mager, durchwachsen, was auch immer beliebt
  • 750 g reife Tomaten - gerne auch aus der Dose
  • 2 Zwiebeln
  • 3 Knoblauchzehen - oder mehr nach Belieben
  • 2 Stängel Sellerie
  • 1 Karotte
  • Salz
  • Pfeffer
  • Paprikapulver - edelsüß oder rosenscharf was gefällt
  • 2 TL Tomatenmark
  • 150 ml Wein - ich nehme Weißwein, Rotwein geht aber auch
  • 500 ml Fleischbrühe
  • 500 g Kritharáki Nudeln 
  • Käse zum Bestreuen - Feta, Kefalotíri, Parmesan, was auch immer
  • Feta
Man sieht, es ist eine eher zwanglose Angelegenheit und auch die Mengenangaben sind eher Pi mal Daumen (oder Daumen mal Pi, falls Schweizer mitlesen). 

Wenn man möchte, kann man auch noch eine Zimtstange, Nelken, Lorbeer, Rosmarin, Chilischoten etcetera hinzufügen.

Das Fleisch wird in grobe Würfel geschnitten. Wer möchte, brät es vorher in Olivenöl rundherum an, um Röstaromen zu erhalten. Braucht man aber nicht, das Fleisch kann auch so gleich in den nach Vorschrift gewässerten Römertopf gelegt werden.



Zwiebeln, Karotten und Sellerie werden fein gewürfelt. Auch diese kann man nun in Olivenöl leicht angehen lassen - muss man aber nicht. Der Geschmack wird halt etwas "griechischer", wenn man das Gemüse vorher leicht weich schmort.



Nachdem nun Fleisch, Zwiebeln, Sellerie und Karotte und Paprikapulver im Römertopf ihren Platz gefunden haben, schmecken wir vorsichtig mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver ab. Hier sind wir lieber zurückhaltend, nachgewürzt werden kann immer. Ent-würzen ist schwieriger.


Nun hacken wir die Tomaten (wer möchte entfernt vorher Haut und Kerne) und fügen sie hinzu.

Wir verrühren nun das Tomatenmark mit dem Weißwein und heben es unter die Fleisch-Tomaten-Masse. 

Deckel drauf und in den kalten Ofen damit, dann Temperatur auf 170° C (ohne Umluft) stellen. Ist die Zieltemperatur erreicht, mindestens eine Stunde garen. Oder zwei. Oder vier. Das Gute am Römertopf: man kann Essen praktisch nicht überkochen. 



Hier einmal ein Bild mit Rindfleisch nach gut zwei Stunden.



Dann nehmen wir den Topf aus dem Ofen, fügen die Nudeln und die Brühe hinzu. Diese muss vorher heiß sein, da sonst der Römertopf platzen könnte. Durchrühren, abschmecken - eine Prise Zucker kann helfen -  Deckel wieder drauf und für zwanzig Minuten (oder bis die Nudeln gut sind) zurück in den Ofen. 


Zum Schluss noch einmal den Deckel entfernen, mit Käse nach Belieben bestreuen und kurz überbacken. Oder nicht überbacken und mit kaltem Schafskäse servieren.



Lecker und schön zart.

4 Kommentare:

  1. Hallöchen. Frage mich ob eine Stunde reicht. Habe Schweinefleisch genommen. Ist die Stunde incl aufheizen oder ab Temperatur gemeint ? Bin total gespannt und hoffe ich muss es nicht alleine essen �� LG die Nachbarin

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    1. Auweia, da habe ich den Kommentar irgendwie zu spät gesehen. Du hast recht, da stimmt was nicht. Römertöpfe sollen ja in den kalten Ofen, also gilt die Stunde ab erreichten der Temperatur. Ändere ich gleich. Im Grundsatz gilt: je länger im Ofen, desto zarter.

      Andererseits, wenn das Aufheizen mit Römertopf eine halbe Stunde dauert, dann würde das Fleisch ja immer noch erst dreißig Minuten auf Betriebstemeperatur garen und dann nochmal weitere 30 Minuten zusammen mit den Nudeln, also insgesamt eine Stunde bei 160°C. Das sollte bei Schwein reichen. Rind oder Lamm brauchen vielleicht etwas länger. Ich hoffe, du konntest / kannst es essen.

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  2. Hey. Ist nicht wirklich gelungen. Fleisch noch fest, dann Fehler, Nudeln dazu und länger drin gelassen. Ergebnis Fleisch immer noch zu fest und Nudeln leicht übergart. Würde außerdem nächstes mal weniger Nudeln nehmen. Das Problem war es war zu spät und der Hunger schürte die Ungeduld. Beim nächsten Mal wirds besser 😉

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    1. Das tut mir leid. Vielleicht sollte ich die Rezepte der ersten Tage (das hier ist vom 3. Tag vor fast 3 Jahren) alle noch einmal überprüfen. Ich muss aber auch sagen, dass ich den Römertopf immer lange im Ofen lasse. Außerdem hängt es auch von der Fleischpartie ab. Filet wird irgendwann zäh, Nacken zum Beispiel eher zarter, je länger er gart.

      Ich werde mich die Tage mal ranmachen und das Rezept überarbeiten, bzw. neu einstellen.

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