Ich hatte die Tage mal wieder Lust auf etwas schön Scharfes aus Fernost. Da es diesmal aber nicht schon wieder China oder Thailand sein sollten, habe ich mich in Richtung Indonesien gewandt, genauer gesagt zur Insel Sulawesi (ehemals Celebes). Die gehört neben Bali und Teilen Sumatras zu den wenigen Gegenden des vornehmlich muslimischen Inselstaats, in denen Schweinefleisch gegessen wird. Eine beliebte Zutat dort ist eine scharfe Würzpaste (bumbu) , mit dem Namen rica rica. Das bedeutet übersetzt so viel wie "Chili" oder "scharf" und stammt aus dem sogenannten Manado Malay, einer Sprache die von den Minahasa gesprochen wird, die auch für dieses Gericht verantwortlich sind. Und bevor jetzt schnulzige Betroffenheitsschwurbler aus Mannheim vor meiner Tür Mahnwachen abhalten und Krokodilstränen heulend Chipstüten verbrennen, babi ist das indonesische Wort für Schwein, beziehungsweise Schweinefleisch. Man kann das aber auch bedenkenlos mit Huhn machen, dafür wird man nicht von reptoiden Eliten verhaftet ... noch nicht.
Der Elefant aus Celebes,
der hat am Po was Klebriges.
Hier die Zutaten, völlig adrenochromfrei und ohne embryonale Zusätze.
Für die rica rica-Paste:
- 6 milde rote Chili
- 6 scharfe rote Chili
- 5 Knoblauchzehen
- 5 cm Kurkumawurzel
- 4 cm Ingwer
- 3 große Schalotten
- 8 Kemirinüsse
- 3 EL Öl
Des Weiteren:
- 500 g Schweinebauch
- 1 EL Saft einer Limette
- 2 Zitronengrasstängel
- 14 Makrut-Limettenblätter
- 2 Pandanblätter
- 1 Handvoll Zitronenbasilikum
- 2 TL Zucker
- 1 TL Salz
- weißer Pfeffer
- 500 ml Wasser
- Öl
Kurkumawurzel färbt wie verrückt., ich würde also empfehlen, beim Schälen Handschuhe zu trage. Auch beim Abwaschen von Geschirr und Kochgerät sollte man später aufpassen, sich nicht die Geschirrhandtücher zu versauen.
Ich habe hier die großen Bananenschalotten genommen. Bei kleinen braucht man die doppelte Menge. Wenn wir die ganz kleine asiatische Variante bekommen (Asiamarkt), nehmen wir etwa fünfzehn Stück.
Kemirinüsse, auch Lichtnüsse genannt, bekommt man im Asiamarkt oder online. Sie dienen zum Aromatisieren und Andicken von Speisen. Roh sind sie giftig, sie müssen also angeröstet oder gut gekocht werden. Als Alternative bieten sich Macadamianüsse oder Cashewkerne an, die allerding deutlich süßer im Geschmack als die leicht herben candle nuts sind.
Ich habe hier die großen Bananenschalotten genommen. Bei kleinen braucht man die doppelte Menge. Wenn wir die ganz kleine asiatische Variante bekommen (Asiamarkt), nehmen wir etwa fünfzehn Stück.
Kemirinüsse, auch Lichtnüsse genannt, bekommt man im Asiamarkt oder online. Sie dienen zum Aromatisieren und Andicken von Speisen. Roh sind sie giftig, sie müssen also angeröstet oder gut gekocht werden. Als Alternative bieten sich Macadamianüsse oder Cashewkerne an, die allerding deutlich süßer im Geschmack als die leicht herben candle nuts sind.
Der Schweinebauch sollte ohne Knochen sein. Die Schwarte kann man dranlassen oder auch entfernen, das ist eure Entscheidung. Ich habe sie mitgekocht und sie wird schön weich.
Statt Limette habe ich gesehen, dass oft eine Frucht namens Calamansi (Calamondinorange), einer Kreuzung aus Mandarine und Kumquat, verwendet wird. Ich habe die jedoch hier noch nicht wissentlich gesehen.
Makrut-Limettenblätter bekommt man im Asiamarkt, meist im TK-Bereich. Dort werrden sie oft noch unter dem mittlerweile nicht mehr als politisch korrekt gesehenen Namen "Kaffir-Limettenblätter" geführt. Sie dienen nur als Aromat und werden nicht mitgegessen.
Pandanblätter bekommt man auch im Asialaden, entweder in der Frischabteilung bei den Kräutern oder tiefgefroren. Sie haben ein leicht vanilliges Aroma, dienen aber auch nur dem Geschmack und werden nicht verzehrt. Wenn man sie nicht bekommt, lässt man sie einfach weg.
Zitronenbasilikum bekommt man in guten Pflanzengeschäften. Es ist aber ein Kompromiss. Eigentlich brauchen wir, wie der Name des Gerichts schon sagt kemangi, das ist eine indonesische Art mit zitronigem Geschmack. Das habe ich hier aber noch nie gesehen. Man könnte auch Thaibasilikum (horapoa/sweet basil) nehmen und noch etwas Zitronensaft an die Sauce geben.
Makrut-Limettenblätter bekommt man im Asiamarkt, meist im TK-Bereich. Dort werrden sie oft noch unter dem mittlerweile nicht mehr als politisch korrekt gesehenen Namen "Kaffir-Limettenblätter" geführt. Sie dienen nur als Aromat und werden nicht mitgegessen.
Pandanblätter bekommt man auch im Asialaden, entweder in der Frischabteilung bei den Kräutern oder tiefgefroren. Sie haben ein leicht vanilliges Aroma, dienen aber auch nur dem Geschmack und werden nicht verzehrt. Wenn man sie nicht bekommt, lässt man sie einfach weg.
Zitronenbasilikum bekommt man in guten Pflanzengeschäften. Es ist aber ein Kompromiss. Eigentlich brauchen wir, wie der Name des Gerichts schon sagt kemangi, das ist eine indonesische Art mit zitronigem Geschmack. Das habe ich hier aber noch nie gesehen. Man könnte auch Thaibasilikum (horapoa/sweet basil) nehmen und noch etwas Zitronensaft an die Sauce geben.
Ja, sie hat es geschafft. Einmal rica rica zum mitnehmen, bitte sehr!
Kümmern wir uns nun um das Baby ...äh, babi. Das schneiden wir jetzt in daumengroße Stücke und vermischen es mit Chips der Firma ... ne, Quatsch, mit dem Limettensaft.
Das Zitronengras schneiden wir in der Mitte durch und fügen ihm rohe Gewalt mit dem Rücken der Messerklinge zu. Die Pandanblätter werden circa acht Zentimeter lange Stücke zerteilt.
Jetzt erhitzen wir eine Wok und rösten unsere Paste gut an. Normalerweise sollte da genug Öl drin sein, wenn man aber merkt, dass zu trocken ist, gibt man noch etwas dazu, damit es schön brutzelt. Immer schön rühren. Wenn sich das Fett von der Sauce trennt und es duftet - Vorsicht, die Chilidämpfe können die Atemwege reizen, also Abzugshaube an und Fenster auf - sind wir bereit für den nächsten Schritt. Da fällt mir übrigens gerade etwas auf: CHILiDämpfe = Child. Ich bin da einer großen Sache auf der Spur.
Nun kommen die Fleischwürfel dazu und werden unter Rühren mitgebraten.
Zucker, Salz und Pfeffer unterheben. Ob ihr nun noch etwas (Hühner-)Brühepulver dazugebt, müsst ihr selbst entscheiden. In Indonesien würde man das tun.
Wasser angießen und Limetten- und Pandanblätter hinzufügen.
Deckel auflegen und mindestens eine halbe Stunde leicht köcheln lassen. Zwischendurch mal durchrühren und den Wasserstand prüfen.
Kurz vor Schluss das Basilikum und nach Belieben noch weitere scharfe Chilischoten hinzufügen. Einmal durchschwenken und fertig.

Babi rica rica kemangi in seiner vollen Pracht.
Das Ergebnis: der Schweinebauch ist zart geschmort, die Sauce hat ordentlich Feuer, aber auch durch das ausgetretene Fett des Fleisches eine leicht cremige Konsistenz. Auf weißem Reis serviert, wird die Schärfe etwas abgemildert. Ich finde so was herrlich. Dazu noch ein Glas Château Mouton Rothschild und wir sind die glücklichsten Menschen auf unserer schönen flachen Erdenscheibe.
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Flashback:Heute vor drei Jahren: Alles heiße Luft?













Beim allmächtigen Has' > OstR W. in mental - rhetorischer Topform....
AntwortenLöschenMich dünkt, dieses wahrhafte Naturereignis liegt möglicherweise an den Osterferien??
( Da könnte ich ja auch mal unter der Woche zum Telefon greifen; die letzten Sonntage waren verhext..)
Nun, da bleibt natürlich eine gewisse Zeit um sich gründlich zu entspannen, das bevorzugte Filmgenre zu sichten, und mit gepflegten Stimulanzien den Gedanken freien Lauf zu lassen. Bis hin zu tiefsten und verborgenen
Einsichten in die großen Mysterien und Zusammenhänge.
( Ich kann dir versichern: als Rentner kannst du das nach gutdünken jeden Tag tun...Köstlich)
Alleine über die Nebethemen dieses Posts ließe sich vortrefflich plaudern...Ich greife mal kurz eines auf und
gebe dir einen Tip, falls du auch mal gerne liest: > handelt von den Reptoiden:
Der Amerikaner Eric Garcia hat einen abgefahrenes Krimi geschrieben; er heißt Anonymus Rex und handelt von
getarnten Dinosaurieren, die hier immer noch auf der Erde leben, sich in verschwiegenen Bars treffen um sich
dem hemmungslosen Konsum von Basilikum hinzugeben bis zu extatischen Orgien. Ales klar?
Gibt's gerade gebraucht bei Amazon for laue 5 Öcken. Könnte dir gefallen; ich fand's damals spitze.
Muss ich extra erwähnen, dass das Rezept mal wieder schwer interessant ist?
Aber ich habe noch etliche ausgedruckte abuzarbeiten. Als erstes das Pad Thai
Dieser geistigen Diarrhoe schwurbliger Troglodyten kann man ja nur mit Ironie begegnen, da sie erstens für rationale Argumente nicht aufgeschlossen sind und man sie außerdem aufwertet, wenn man tatsächlich versucht, mit ihnen in den Diskurs zu treten. Wer so tief im "rabbit hole" sitzt, ist für Vernunft verloren. Gut, in der Geschichte der Menschheit hat man allerlei Dinge für wahr gehalten, die natürlich völliger Quatsch waren. Aber das war der damalige Kenntnisstand. Wer aber heutzutage an abstruse Dinge glaubt, die wissenschaftlich längst widerlegt sind, also hinter die jetzige Erkenntnis zurückfällt, bewegt sich zurück. Rückentwicklung (Devolution) mag in manchen Fällen evolutionär einen Vorteil bedeuten, wenn zum Beispiel Höhlenfische, die im Dunklen leben, ihre Augen verlieren, weil die nicht gebraucht werden und so Energie gespart werden kann, aber moralisch ist es eine Katastrophe.
LöschenAchdujemine;
Löschendie einstmals so köstlichen Gefilde des Ironischen sind mittlerweile ja brachalst vermintes Gelände...
Es ist ein wahres Trauerspiel. Jedes Wort wird ohne denkerische Distanz oder Brechung 1 : 1missverstanden,
das einstmals stolze politische Kabarett ist zur plumpen, humor- und hirnfreien " Comedy" degeneriert
und die Gabe zur Selbstironie ist leider auch nur noch selten anzutreffen...
Kulturpessimismus ist mir eigentlich eher wesensfremd, aber dieses Dauergekloppe ohne jedes Niveau in
Kombination mit wie ne Monstranz vor sich hergetragenen Hyperempfindlichkeiten macht mich echt
verzweifelt....
Ach.
Löschen@ Esther
Löschen??
wo ist die message ?
Ägypten, Fragezeichen?
LöschenHöhlenfische: wer weiss,
AntwortenLöschenwas für andere Sinne die dafür haben...
Sehen ist nicht alles, aber alles für mich...
Reptoide, babi-Demos, Adrenalin-oxide,
Duo-Lingo - also der Text war
wie schon Peter meint, anregend :-) .
Childies, Kaffir dann auch noch.
Wobei Kaffir nicht Kaffer ist,
und ich deswegen das Geschrei
nicht nachvollziehen kann.
Ich mag ja am liebsten kurze, knappe Rezepte.
Aber wenn ein Rezept so daherkommt wie das da oben,
mit unaussprechlichem Namen
und einem so witzigen Text,
dann muss ich meine Vorliebe etwas anpassen.
Das war einfach herrlich zu lesen.
Oder darf man herrlich auch schon nicht mehr sagen,
weil dämlich gemein ist und klasse schön woke?
Arrrgh, auch wenn Sprache nie gewaltfrei ist,
man kanns einfach nicht JEDEM recht machen...
Nebengedanke: Wenn man nicht dauernd am Wort klebt,
sondern den Inhalt versteht und meint,
dann kann man sich eine Menge entrüsteter Schreiereien sparen.
Aber was solls. Es ist doch so schön medial viral,
wenn man jedes Wort mit politischer Sch... aufladen kann.
Hab bisher noch kein Rezept verfrühstückt,
das hier ist grade eine Premiere.
Der lachende Haifisch
Beide Worte stammen vom arabischen كافر (kafir), was so viel wie "ungläubig" bedeutet. Worte haben eben nicht nur Bedeutungen (Denotation) sondern rufen auch Bilder hervor (Konnotation) und ""kaffir" ist nun mal auf Grund der Ähnlichkeit negativ konnotiert. Ich bin sleber nicht betroffen, kann also nicht sagen, wie es wirkt, aber wenn es andere verletzt, bricht mir kein Zacken aus der Krone wenn ich Makrut-Limette, Balkanschnitzel oder Schokokuss sage. Tut mir leid, aber ich nehme das verdammt ernst und möchte das auch nicht ins Lächerliche ziehen. Das hat auch nichts mit "woke" zu tun (ein in dieser Form ein ultra-rechter Kampfbegriff), sondern mit Empathie.
LöschenNun, kurz und knapp ist schon OK, aber es gibt auch eine alterhrwürdige Tradition zur Verbreitung vorzüglicher Kochrezepte in insbesondere der gehobenen Kriminalliteratur.
LöschenUnd zwar nicht nur so plump durch reichlich Arsen in Abedessen für den Gatten usw, sondern tasächlich als
Element der Handlung und der Charakterisierung.
Ich nenne da nur mal drei meiner Favoriten:
Lionardo Padura ( Cuba ) , Jean Claude Izzo ( Marseille ) und Manuel Vazquez Montalban ( Spanien )
Ich würde trotzdem bitten, in den Kommentaren N-Worte, auch wenn sie Süßigkeiten bezeichen oder KZ-Vergleiche zu unterlassen. Ich möchte das genauso wenig wie externe Links oder irgendwelche Werbung. Ich bitte da bei allem Respekt für Verständnis, allein schon weil nicht abzusehen ist, was der Algorithmus daraus macht und wie ich da irgendwo eingeordnet werde, wenn das auf meinem Blog zu finden ist.
LöschenDer Punkt ist, es ist egal, wie es gemeint ist, es zählt nur wie es aufgenommen wird. Für mich mag es ein Scherz sein, für jemand anderen ist es vielleicht verletzend. Das muss ich akzeptieren, auch wenn ich es persönlich nicht nachvollziehen kann. Ich kenne Leute afrikanischer Herkunft, denen ist das Schnuppe, andere finden sich zutiefst verletzt. Solange das auch nur für eine Person zutrifft, habe ich darauf Rücksicht zu nehmen. Und "Schokokuss" zu sagen, ist ja nun nicht wirklich mit "Vergewaltigung" gleichzusetzen. Hasst mich jetzt, aber da bleibe ich bei meiner Kantschen Erziehung und folge eisern dem kategorischen Imperativ. Ich kann nicht wollen, dass es ein allgemeines Gesetzt gäbe, das dazu auffordert, andere mit Worten zu verletzen, also sehe ich selbst auch davon ab, beziehungsweise gebe mein Möglichstes, dies zu verhindern.
Ja, Sprache wandelt sich, und momentan geht das sehr schnell. Das liegt aber daran, dass die Welt in allen Bereichen schneller geworden ist. Das ist nun mal der Lauf der Dinge. Entweder geht man mit oder man wird irgendwann zum Fossil. Der Fortschritt (ganz wertneutral) lässt sich nun mal nicht aufhalten und bereits Stillstand ist Rückschritt.
Hast leider recht, Wesfood.
AntwortenLöschenDas mit den Algorithmen habe ich nicht so auf dem Schirm gehabt.
Dann lösche doch einfach alles zu diesem Thema hier.
Ich bin sicher nicht verletzt,
wenn meine kostbaren Ergüsse im digitalen Nirvana zerhäckselt werden.
Ich wollte meine Meinung sagen
für uns hier in der Kommentarleiste.
Ich habe dabei sicher nicht an andere gedacht.
Also - mach mein Zeug einfach weg, ja?
Da es weder wichtig ist,
noch irgendwie aggressiv oder so,
weg damit.
Der Hai im Kescher
Alles gut.
LöschenHaifisch, ich kann Dich gut leiden.
AntwortenLöschenBeruht auf Gegenseitigkeit.
LöschenAch Gott,
AntwortenLöschenich fress nen Hering..
Ich bin grade verblüfft.
Ich freu mich, dass mir der Post
nicht krumm genommen wurde.
Der Haifisch hat schon öfters
für seine spitzen Zähne
einen Maulkorb verpasst bekommen.
Bis hin zur fristlosen Kündigung,
die der Chef dann zurücknehmen musste.
Der Haifisch ist halt lieber als Sieger gegangen.
Und hat dem Chef-Piranha vorher
sehr gern die Schwanzflosse abgebissen.
Aber was solls. Durch sowas
kriegen Haifische Traumjobs,
es ging also unerwartet sogar sehr gut aus.
Trotzdem achtet der Haifisch seither drauf,
sich nicht mehr so konfrontativ auszudrücken.
Der Haifisch wünscht einen schönen Abend.
Meine größte Schwäche ist auch meine größte Stärke: ich kann einfach nicht nachtragend sein. Also, nicht das es hier dafür einen Grund gegeben hätte ...
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