Seiten

▼

Dienstag, 22. September 2026

Der Cheeseburger der "Fünf Typen"



Ich habe mir am Samstag einmal mehr den Schiebeleuchter gegriffen und bin die alten Stufen, tief hinein in die Katakomben von Burg Westerhausen hinabgestiegen. Dort habe ich dann in einem Flur den schweren, übergroßen Eisenschlüssel von der Wand genommen und ihn in das Schloss, der mit schmiedeeisernen Beschlägen versehenen alten Eichentür gesteckt und ihn mit all meiner Kraft gedreht, bis ein rostiges Klicken erklang. Als sich die Pforte dann langsam und knarrend öffnete, betrat ich ihn: den Raum, der so tief unter dem alten Gemäuer liegt, dass keiner oben die Schreie der gequälten Salatköpfe, Gurken, Tomaten und Hackfleischpattys hören kann, das geheime Fast-Food-Labor. Meine selbstauferlegte Mission: den Doppel-Cheeseburger der "Fünf Typen" zu rekreieren, einer Kette, die in den USA sehr erfolgreich ist und aufgrund ihrer Qualität und Frische immer wieder zu den besten großen Burgerketten gezählt wird. Da es sie auch bei uns gibt - über dreißig Filialen, aber nur mit mäßigem Erfolg - und ich Schleichwerbung verhindern will, nenne ich den Namen nicht. Wer aber weiß, was "Fünf Typen" auf Englisch heißt, wird es auch so herausfinden.


Zunächst - und weil ich am Wochenende immer etwas mehr Zeit habe, backe ich die Buns nach dem bewährten Rezept selbst. Wenn ihr welche kauft, nehmt die mit Sesam.


Die Pattys sind bei den fünf Typen genau je 3,5 Unzen schwer. Das entspricht in etwa 100 Gramm. Für vier Doppelcheeseburger brauchen wir also
  • 800 Gramm Rinderhack
Es empfiehlt sich Hackfleisch mit mindestens 20 % Fettgehalt zu nehmen. Dies wird dann portionsweise zu Pucks geformt.


Jetzt brauchen wir noch:
  • Eisbergsalat (geschnitten)
  • eingelegte Gurken 
  • dünne Tomatenscheiben
  • gehackte Zwiebeln
  • Käsescheiben
Das ist ein amerikanisches Rezept, also nehmen wir auch American cheese, beziehungsweise Schmelzkäse. So will es das Gesetz.


Dann brauchen  noch:
Ketchup und Senf verrühren. Mayonnaise brauche ich ordentlich, besonders für die Ofenkartoffeln als Beilage.


Zunächst schneiden wir die Brötchen auf und toasten sie mit der Schnittseite nach unten auf einer leicht geölten Plancha oder großen Pfanne an. Dabei passen wir auf, dass wir die Hälften nicht vertauschen. Ich habe das schon mal erzählt. Wir grillen Burger und meine Schwester legt die Buns auf die Grillplatte. Die Gattin sagt: "Pass bloß auf, dass du nichts vertauscht, sonst isst Lars dass nicht. Bei ihm müssen beide Hälften immer zusammenpassen." Schwesterherz guckt sie verdutzt an und antwortet: "Ja, wie denn sonst?" Ich kann aus besagtem Grund auch keine fertig belegten Brötchen esse, weil ich mir in diesem Punkt nie sicher sein kann. Wer jemals einen Nachmittag damit verbracht hat, eine auseinandergefallene Packung Toast wieder zusammenz puzzeln, weiß, wovon ich rede.


Anyway, so soll das dann aussehen.


Nun kommen die Hackfleischpucks auf die geölte Fläche. Dann machen wir ... erst mal gar nichts.



Wenn wir sehen, das das Fleisch an der unteren Kante seine Farbe verändert, ...


Jetzt pressen wir die Patty einmal platt - nicht zu sehr, es sind eigentlich keine wirklichen Smashburger - und würzen kräftig mit Salz und Pfeffer. Durch die Methode des späteren Pressens, bekommt man nicht nur eine schöne Kruste, sondern auch durchgehende Röstaromen ans Fleisch.


Der rote Saft der dann irgendwann oben auf dem Patty austritt, ist übrigens, wie beim, Steak,  kein Blut (Hämoglobin). sondern Myoglobin, ein sauerstoffbindendes Muskelprotein, mit anderen Worten: Fleischsaft. Wo sollte das Blut auch herkommen? Hackfleisch hat keine Adern. Zumindest keine intakten. Aber der Saft ist für uns das Signal, den Patty erneut zu wenden ...



... zu salzen und zu pfeffern und ...


... und mit Käse zu belegen. Die Dinger können jetzt in eine kühlere Zone gezogen werden.

 
Nun geht es geht es ans Basteln. Die untere Hälfte - Burgerfachkräfte sprechen vom heel - mit Ketchup-Senfmischung bestreichen und Zwiebelstücke darauf legen.
 - 

Dann kommen gehackter Salat ...


... und zwei übereinander gestapelte Pattys dazu.


Im Original folgen nun zwei Tomatenscheiben. Ich hatte eine riesige Fleischtomate, da reicht eine Scheibe. Darauf komme drei, vier unsere Gürckchen und die mit Mayonnaise bestrichene Oberseite des Buns, auch crown genannt.


So sieht das Teil nun aus.


Die "fünf Typen" wickeln ihr Produkt nicht wie andere Burgerbuden in Papier ein, sondern in Alufolie. Dadurch dämpft es gewissermaßen noch mal etwas nach, das Brötchen bleibt weich und die Komponenten haben Zeit, sich miteinander zu verbinden. Und dann wickelt man das Teil aus, beißt hinein (nach dem Einwickeln ist das Teil auch deutlich mundkompatibler) und weiß sofort, dass sich die Mühe mit den eigenen Buns und Saucen gelohnt hat. Ich habe zwar keinen blassen Schimmer, wie das Original schmeckt, aber wenn es auch nur halb so gut ist, wie das hier, würde ich tatsächlich in Laden essen. Sehr, sehr lecker.
____
Flashback:



Heute vor zwei Jahren: Yangcong ji pai - Hähnchensteak mit Zwiebeln

22 Kommentare:

  1. Könnte es eventuell sein, dass du beim Gang in die heimische Folterkammer rein zufällig auch noch eine Flasche
    vom guten London Dry Gin entdeckt und mit nach oben genommen hast ?
    lagernd ist selbstredend ohnehin stets ein gutes Tonic und Eiswürfel sind natürlich stets vorhanden.
    Ich erlaube mir diese Frage nur, weil dieser Beitrag so leichthin -amüsant und schwer inspiriert rüberkommt.
    Ebebso fühle ich mich nämlich auch, nachdem ich just eben selber einige Schlückchen dieses Getränkes
    genießen durfte.
    Was soll man sagen - es ist immer wieder aufs neue eine große Freude, die solche prächtigen
    Atweibersommertage noch zusätzlich versüßt. 🍸 ( Ok- falsches Glas, aber ich mag mir jetzt nicht auch noch passende Emojjis schnitzen...)

    AntwortenLöschen
  2. Lars, gib den Haifisch einen hint,
    wie die Kette wirklich heißt.
    Hab die Übersetzung gegoogelt,
    da kam nix Gescheites.
    Will da nicht kaufen, also keine Schleichwerbung,
    nur Wissenserweiterung.

    AntwortenLöschen
  3. Ah, gegoogelt.
    Klingt interessant :-)

    AntwortenLöschen
  4. Genau wie IN-and-Out ist das wohl eine der besseren Burgerketten in den USA.

    AntwortenLöschen
  5. In-N-Out ist mir völlig neu.
    Die haben 400 Läden,
    und versprechen trotzdem,
    ohne Kühltruhen zu arbeiten.
    Wenn die das schaffen, sind die echt gut.
    Wirklich nur alles frisch - da träumen Mc N Co nur davon...

    AntwortenLöschen
  6. Ach, noch eine Frage,
    wie hast Du das Rezept zusammengestellt?
    In der Website verraten die ja nicht,
    wie die die Burger genau machen,
    und wie die dann so schmecken...

    Ich vermute, Du gingst davon aus,
    die verwenden möglichst wenig Zutaten.
    Und so kommst Du dann auf Salz, Pfeffer und Fleisch.
    Na gut, noch Senf, Mayo, Ketchup - welches auch immer..

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Es gibt ein Video, eines angeblich ehemaligen Fillialleiters dieser Kette,, da erklärt er das alles. Klingt plausibel und deckt sich mit vielen Clips, die davor oder auch danach erschienen sind.

      Löschen
    2. @Lars, vielen Dank.
      So tief hab ich mich nicht eingegoogelt.
      Ich hatte nur nach "Vergleichsrezepten" gesucht, um Varianten zu finden.

      Ein Video von der Herstellung
      ist ja fast so gut wie einmal Essen oder das Rezept.

      Ein Haifisch in den Startlöchern zum Nachbauen

      Löschen
  7. Wer einen Jahrhundertroman rushaut ( Lars - ich galube. da müssen wir nochmal reden...),
    der findet sonne lappalien doch ruckzuck raus....

    AntwortenLöschen
  8. @Peter, welche Frau hat Dich denn heute versetzt?
    Verzeih den Spruch, aber Dein Post oben ist am Thema vorbei.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @ Anonym
      ich weiß zwar nicht, wer oder was du bist und es ist mir auch herzlich egal, aber Lars hat sehr wohl
      verstanden worum es geht . Sonst hätte er nicht so reagiert.
      Das einzige was hier schräg ist , ist dass du hier öffentlich Spekulationen über mein Liebesleben anstellst,
      das dir genauso egal zu sein hat, wie ich mich auch nicht im geringsten für deines interessiere.

      Löschen
    2. Chill out, "Anonym". Alles cool hier.

      Löschen
    3. Irgendwer hat immer nen Rappel. Auch ich und du und Müllers Kuh. Ist total normal.....

      Löschen
    4. Yeah man... 👄 & ✌ & 🌿

      Löschen
    5. Letztlich sind wir ja doch alle eine "Gemeinde".

      Löschen
    6. Genetisch gesehen allemal; aber es gibt da nochwas in der Gemeinde, die sich hier so tummelt.
      Wir huldigen in vielen unseren täglichen Verrichtungen dem selben Kult: Es ist die
      " Holy Trinity Church for the Adoration of
      The Mighty Pan , The Holy Pot and the Eternal Fire "
      hallaluyeah. yeamen 🙏
      Diese Glaubensgemeinschaft ist übrigens zutiefst sekulär aber durchaus tolerant bei religiösen Gepflogengeiten.
      Sie setzt auf die Kraft der alle Menschen verbindenden Freude und friedlichen Geselligkeit beim Anblick eines
      wohlgefüllten Tisches der für alle reicht.


      Ich will ja eigentlich jetzt nicht das Klugscheissern anfangen, wo ich doch gerade mal so positivistisch gestimmt bin, aber es gibt viele ähnliche Berichte über Situationen bei denen sich erbitterte Feinde an einem
      geminsamen Tisch friedlich zusammensetzten und aßen und tranken usw; was Menschen halt so tun..
      Beispiel:
      2. Die Hütte im Hürtgenwald / Ardennenoffensive 1944 (Zweiter Weltkrieg)
      Mitten in der brutalen Ardennenoffensive kam es am Weihnachtsabend 1944 zu einer weltberühmten, isolierten Verbrüderung: [1, 2]
      • Drei amerikanische Soldaten (einer schwer verwundet) hatten sich im Wald verirrt und fanden Zuflucht in der kleinen Hütte einer deutschen Frau, Elisabeth Vincken, und ihres Sohnes. [1, 2]
      • Kurz darauf klopften vier hungernde, versprengte Soldaten der deutschen Wehrmacht an die Tür. [1, 2]
      • Die Mutter verlangte mutig, dass alle Waffen vor der Tür gelassen werden, da an diesem Abend nicht geschossen werde. Die Soldaten willigten ein. Die Deutschen brachten ein Brot und eine Flasche Wein ein, die Amerikaner teilten ihre K-Rationen. Sie saßen schließlich gemeinsam am Tisch, aßen den von der Mutter zubereiteten Braten, weinten zusammen und die Deutschen halfen am nächsten Morgen sogar, den verwundeten Amerikaner zu verarzten und zeigten ihnen den Weg zu ihren Linien. [

      Schluchz, gell -
      wenns doch nur ein x beliebiger anderer Tag gewesen wäre , wäre das noch grandioser 😉

      Löschen
    7. Da bekommt man ja richtig Lust auf Krieg ... nicht.

      Löschen
    8. ooooch ; geht so...

      Löschen