Neulich war ich ja mal wieder im Shudu in Hamburg und habe dort, wie immer, lecker gegessen, unter andere "trocken gebratenen roten Schweinebauch. Auf der Karte hieß das 乾煸紅燒肉, beziehungsweise 干煸红烧肉 (gān biān hóng shāo ròu) in der vereinfachten modernen Schrift. Das war so dermaßen lecker, dass ich schon beim ersten Bissen wusste "Das müssen Sie auch mal probieren."- ich sieze mich seit kurzem wieder. Ich habe im Netz zwar Rezepte mit diesem Namen gefunden, aber das sah alles anderes aus. Also habe ich mich auf meine Intuition und Vorwissen verlassen und bin kreativ geworden. Um es vorwegzunehmen, das Ergebnis war bombastisch und dem Gericht des Shudu recht ähnlich, aber ein wenig "feuchter" als das Original. Macht nichts, ich bin trotzdem, begeistert. Das Rezept teile ich heute mit euch.
Zunächst brauchen wir vorgekochten Schweinebauch. Den bereiten wir auf die traditionelle Weise zu:
- 500 Schweinebauch (mit Schwarte aber ohne Knochen)
- 4 Frühlingszwiebeln
- 6 Scheiben Ingwer
- 1 EL Sichuanpfefferkörner
- 1 Schuss chinesischer Reiswein (Shaoxing)
Alle Zutaten in einen Topf geben, mit kaltem Wasser bedecken, aufkochen, den aufsteigenden Schaum abschöpfen und alles dreißig Minuten lang simmern lassen. Fleisch herausnehmen warten, bis es abgekühlt ist..
- Hier haben wir also:
- 500 gekochten Schweinebauch
- 150 g grüne Bohnen
- 1 Knolle Monoknoblauch (oder drei Zehen normalen)
- 3 cm Ingwer
- 2 Frühlingszwiebeln
- 1 Handvoll milde getrocknete Chilischoten (rot)
- 1 EL schwarze fermentierte Sojabohnen (Douchi)
- Chili-Bohnenpaste (Dou Ban Jiang)
- 1 EL dunkle chinesische Sojasauce
- 1 EL chinesischen Reiswein (Shaoxing)
- 1 EL Pilzpulver (Matsutake)
- 1 TL milden gemahlenen Chili (z.B. Gochugaru oder Pul Biber)
- Salz
- weißer Pfeffer
- 1 TL Zucker
- Öl zum Frittieren
- Öl zum Braten
Douchi bekommt man im asiatischen Supermarkt.
Matsutake bringt ordentlich Umami und wird in China von vielen Köchen statt MSG benutzt. Man bekommt es in Asialäden.
Enden der Bohnen kappen und die Schoten halbieren. Vier Minuten im Salzwasser blanchieren, dann in Eiswasser abschrecken. Meine waren schon blanchiert eingefroren, also musste ich sie nur noch auftauen lassen.
Sichuanpfeffer trocken anrösten bis er duftet, dann fein mörsern.
Knoblauch und Ingwer schälen und mit den Douchi fein hacken. Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden, weiße und grüne Teile dabei trennen. Chilischoten halbieren. Kerne auf Wunsch entfernen. Ich lasse sie drin.
Fleisch in vier Zentimeter große Stücke schneiden. In ausreichend Öl für sechs Minuten bei rund 170 °C frittieren oder eben, bis die Stücke eine goldene Farbe haben.

So soll das dann aussehen.
Knoblauch, Ingwer, weiße Frühlingszwiebelteile, Douchi und Chili dreißig Sekunden lang unter Rühren in Öl anbraten.
Fleischwürfel hinzufügen und weiterrühren.
Mit Salz, weißem Pfeffer, Zucker, Pilzpulver, Sichuanpfeffer und - wenn verwendet - Chilipulver) würzen. Reiswein vom Rand her eingießen und Sojasauce hinzufügen. Ich habe noch spontan noch einen winzigen Schuss dunkeln chinesischen Essig hinzugefügt. Weiterbraten, bis die Flüssigkeit komplett verkocht ist.
Die Bohnen unterheben. Sie müssen nur noch mal warm gemacht werden.
Mit den grünen Frühlingszwiebelteilen garnieren, dann zu weißem Reis servieren. Und was haben wir dann? Zartes Fleisch mit ordentlich viel Geschmack, dazu Bohnen, die noch schön Biss haben und eine Würzung, die einen aus den Schuhen hebt. Die von mir genannten Würzmengen sind Mittelwerte, man kann da ruhig großzügiger sein. Das war tatsächlich schweine-lecker.
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Flashback:
Heute vor sechs Jahren: Mortadella-Sandwich São Paulo Style











" Selbstgepräche im Pluralis Majestatis " - Fürwahr eine interessante Causa. 🧐
AntwortenLöschenMan kann mit hoher Wahrscheinkichkeit temporäre Anpassungsstörungen an eine veränderte Familiensituation als ursächlich erachten.
In Anbetracht der ansonsten milden und unauffälligen Symptomatik darf man auf weitergehende Maßnahmen
verzichten, zumal der Betroffene nach eigener Aussage über gute Mechanismen zur Selbststabilisierung zu verfügen scheint.
Insbesondere Küchenarbeiten und Hausmusik wurden in diesem Kontext erwähnt.
Eine Stationäre Unterbringung ist somit nicht angeraten.
Gez: ProfDrDrhC NO
BTW : Hat sich die Sous Cefin schon gut eingelebt und macht ihr das Studium Spaß?
Ach, und deine Variante sieht tatsächlich appetitlicher aus.
Beide Fragen bezüglich der Sous-Chefin können mit einem eindeutigen "Ja" beantwortet werden.
AntwortenLöschen1) Das Photo ist wunderschön (vom Ergebnis).
AntwortenLöschen2) Die in Förmchen angeordneten Zutaten sehen einfach schön aus.
3) Matsutake: Soll ich wirklich einen fast ausgerotteten japanischen Pilz nehmen?
Kann man das durch einen anderen Pilz (welchen?) und Zimt (wieviel?) ersetzen?
Eventuell muss man eine Messerspitze verteufeltes Glutamat dazutun?
Hat der Pilz etwa natürliches Glutamat?
4) Das Fleisch wird gekocht - Fleischbrühe anderweitig verwendet?
5) Fleisch anbraten - die übliche Holzlöffel-Blubber-Temperatur, also um 170°?
Ich danke schon mal für das Rezept, das gibt es sehr bald.
Mit zwei kleinen Änderungen. Auch wenn die Asiaten
weißen Pfeffer lieben, ich hasse den.
Also werde ich am weißen Pfeffer riechen und schauen,
welches andere Gewürz ähnlich ist, aber eben nicht weißer Pfeffer.
Bisher hab ich den immer einfach durch schwarzen Pfeffer ersetzt,
aber ich glaube, das greift hier zu kurz.
Die grünen Bohnen werden bei mir nur zu optischen Zwecken verwendet,
und deswegen muss ein anderes Gemüse dazu.
Ich weiß noch nicht was, das wird sich beim Riechen und Kochen ergeben.
Hab grade gemerkt, im Text steht 170° Grad. Sorry.
AntwortenLöschenIch find ja immer, das Auge isst mit, und das beginnt schon bei der Vorbereitung; und ich denke der
LöschenHerr w sieht das ähnlich..
Matsukake , Shiitake, Furukake , Mäusakake... what the F.... ake ; Hauptsache Umami satt.
Wenn du an deinem verschmähten rest weißem Pfeffer riechst, wirst du bei dem ollen Zeugs eh nix
mehr riechen, also mehm halt anderen. Ich hab nen ungereiften getrockhneten Grünen, aber der muss ganz frisch druff; verfliegt sofort schmeckt aber lecker.
Und nochwas - Poindycherry Pfeffer - ist fermentiert und schwer aromatisch. Gibt's günstig beim Gewürze
Büchel.
Grün wird in dem Fall möglicherweise überbewertet - Jungzwiebel reicht doch, oder?