Ich hatte ja vorgestern versprochen, einen weiteren chinesischen Klassiker in anderem Gewand zu präsentieren und ich bleibe meinem Verspreche treu. Wenn man an die Küche Sichuans denkt, ist Gōng bǎo jī dīng (Kung Pao Huhn) mit Sicherheit das bekannteste Gericht. Ich habe das auch schon mit Tofu oder mit Rind gemacht, so wie eine Version aus dem benachbarten Guizhou vorgestellt. Heute gibt es 宫保虾球 (Gōng bǎo xiā qiú), also Kung Pao-Garnelen. Xiā qiú bedeutet eigentlich "Garnelenbällchen", hier werden aber keine Schalentierklopse gemacht. "Bällchen" bezieht sich einfach darauf, dass sich die Dekapoden beim Garen krümmen und rund werden. Statt Erdnüssen habe ich Cashews genommen, deren mildes Aroma passt, so meine ich, besser zu den delikaten Garnelen. Ach ja, das ist Gericht ist natürlich keine Erfindung von mir, sondern in Sichuan und anderen Teilen Chinas sehr beliebt. Fangen wir also an.
Für drei Portionen mit Reis:
- 750 g große Garnelen
Marinade:
- 1 EL chinesischer Reiswein (Shaoxing)
- 1 Prise Salz
- 1 Prise weißer Pfeffer
- 1 TL Speisestärke
Für die Kung Pao-Sauce:
- 1 EL helle chinesische Sojasauce
- 1 EL dunkle chinesische Sojasauce
- 1,5 EL dunkler chinesischer Essig (Chinkiang)
- 1 EL Zucker
- 6 El chinesische Hühnerbrühe
- 1,5 TL Speisestärke
Des Weiteren:
- 1 EL Sichuanpfefferkörner
- 4 Frühlingszwiebeln
- 2 rote Chili
- 1/2 Monoknoblauch
- 3 cm Ingwer
- 150 g Cashews
- Prise Salz
- Prise weißer Pfeffer
- 1 Schuss chinesischer Reiswein (Shaoxing)
- Öl
Ich habe hier Black Tiger Garnelen. Die kaufe ich als meist gefroren als easy peel, das heißt, sie sind am Rücken bereits aufgeschnitten und entdarmt, was die Vorbereitung deutlich vereinfacht.
Mein Cashews sind die übliche Snackware. Man kann sich aber auch die Mühe machen, ungesalzene und ungeröstete Chashews vorher zu frittieren.Ich finde den Unterschied jetzt aber nicht so gravierend, dass sich die Mühe lohnt.
Mein Cashews sind die übliche Snackware. Man kann sich aber auch die Mühe machen, ungesalzene und ungeröstete Chashews vorher zu frittieren.Ich finde den Unterschied jetzt aber nicht so gravierend, dass sich die Mühe lohnt.
Normalerweise nimmt man für Kung Pao getrocknete rote Chili und das nicht zu knapp. Wenn ich Besuch habe, halte ich mich aber immer ein wenig mit der Schärfe zurück. Hier habe ich frische rote Peperoni genommen
Garnelen schälen und mit den Marinadezutaten gut vermengen. Zwanzig Minuten ziehen lassen.
Knoblauch und Ingwer schälen, dann fein hacken. Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden, grüne und weiße Teile dabei trennen. Chili nach Wunsch entkernen und grob stückeln. Saucenzutaten vermengen. Sichuanpfeffer trocken anrösten und fein mörsern oder mahlen.
Wok rauchheiß werden lassen, vom Feuer nehmen, Öl eingießen, herumschwenken und wieder aufs Feuer stellen. Durch diesen Prozess dehnen sich die "Poren" im Stahl aus, das Öl fließt hinein. Die Wokoberfläche ist damit gewissermaßen versiegelt und nichts haftet mehr an. Das macht man allerdings nur bei Karbonstahlwoks. Bei Teflon oder Edelstahl ist das sinnlos. Raucht das Öl wieder, geben wir die Garnelen dazu und braten sie unter Rühren eine Minute an.
Dann kommen weiße Frühlingszwiebeln, Chili, Knoblauch und Ingwer dazu. Eine weitere Minute bei Vollgas rühren. Mit Pfeffer, Salz und gemahlenem Sichuanpfeffer würzen.
Mit Reiswein ablöschen. Die Sauce noch einmal durchrühren und Angießen.
Cashews untermengen und vom Feuer nehmen. Hier sieht man übrigens die große Kelle, mit der ich im Wok fuhrwerke und auch Zutaten hinzufüge. Dieses Utensil ist für Sichuan typisch. In Guangdong (Kanton) zum Beispiel, wird mehr mit dem Wokspatel gearbeitet.
Mit grünen Frühlingszwiebelteilen garnieren und sich über den Anblick freuen. Die Garnelen sind wirklich irgendwie rund wie Bällchen, die Sauce hat die perfekte Balance zwischen Würze, milder Säure, dezenter Süße, leichter Schärfe und dem unbeschreiblichen Prickeln des Sichuanpfeffers.
Ein Fest für Auge und Gaumen.
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Flashback:Heute vor acht Jahren: Souvlaki vom Seeteufel (... und Teriyaki-Lachs)










Ich mag immer wieder die Farben.
AntwortenLöschenRiechen und schmecken
kann ich die Zutaten ja nicht.
Gemeint ist im Blog.
Ich denke, das wird nachgekocht.
Wenn es endlich .. und so weiter...
Aktuell sind Spargel und Erdbeeren dran.
Spargel wird grade ernsthaft püriert.
Auf die Idee wäre ich früher nie gekommen.
Not macht erfinderisch.
Auch noch so gut geschält
bleibt zuviel von diesen harten Spelzen dran.
Ich muss aber sagen, das Ergebnis
schmeckt recht interessant.
Durchaus ausbaufähig.
Erdbeeren sind ja sehr dankbar
für Verarbeitung, da geht alles.
Erdbeereis, Erdbeershake.
Quark, Joghurt und so weiter.
Schönen Muttertag wünsche ich
dem Haushalt mit 2 Damen :-)
Danke dir. Spargel gibt es beio uns morgen, dann aber klassisch,
LöschenIch wollt's ja erst nicht glauben, aber dann hab ich doch tatsächlich massig Rezepte für Spargel -Smoothie
Löschengefunden. Aus optischen Gründen eher mit grünem, aber mir ist der ehrlichgesagt auch am liebsten. 👽
Und ihr wisst ja, wer Spargel in Wasser kocht ist doof!... Bätsch. Allenfalls die Schalen für lecker Süppchen.
Einfach nur Backofen, anbraten oder -ich mag das total - einfach so roh beim Schälen ab ins Maul. Hmmmm.
@Lars: Guten Appetit mit klassisch (Spargel, Salzkartoffel, Schinken, Hollandaise?)
Löschen@Peter: Echt, im Netz gibt es Smoothies mit Spargel?
Das wird gleich mal gesucht. Für mich bis gestern eher undenkbar.
Die Optik des Spargels ist ja schon ein Grund, die ganz zu lassen.
Ich mag grün und weiss.
Je nach Stimmung mal mehr den einen, oder den anderen.
Ich hab das Zeug ( jetzt weiss) geschält, kleingeschnitten
(wegen den Fasern), mit wenig Wasser aufgekocht.
Je nu, und Zitrone, Knobi, Salz Zucker - halt wie immer.
Dann durch den ESGE, und etwas Butter drauf.
Es fehlt nix. Keine Kartoffeln, kein Schinken.
Ich finde nur noch etwas Chili sehr schick da dran...
Vielleicht tu ich noch Flohsamenschalen oder Tapioka dran,
presse die aus dem Wurstaufsatz zu Stangen...
(und hab optisch wieder Spargel gegessen :-) )
Kann man grünen Spargel roh essen?
Das Internet sagt ja. Grade was dazugelernt.
Ich wäre nie auf die Idee gekommen.
Werde ich mal püriert versuchen.
Klaro geht das roh; eben nochmal schnell geguckt:
LöschenRoher Spargel, bissele geschält - Enden weg, kleingeschnippelt und ( oha) mit Obst der Wahl gemischt , klaro
gerne auch Kiwi - dann nach bedarf noch sonstwas dazu und ab ins SChrrringens : Voila;
der Tag kann losgehn. Und inner Nacht wirst du zum HULK.
Klassisch mit Salzkartoffeln und Butter mit Bröseln. Ich koche den Spargel meist nicht in Wassee, sondern gare ihn sous-vide.
Löschen@Lars: wenn ich den Spargel nicht pürieren muss,
AntwortenLöschendann bin ich dazu übergegangen,
den mit der geringsten Wassermenge wie möglich
im Backofen zu machen.
Ich habe dafür extra eine Sandkuchenform aus Glas,
mit Deckel, wo der Spargel genau hineinpasst
und fast im eigenen Saft gart.
Das dürfte Deiner sous-vide-Variante sehr nah kommen.
Jaa, das denke ich auch. Man könnte ihn auch dämpfen.
LöschenIch mache das auch sehr gerne in ner Aufoile oder ( öko- ) en papillote also in nem dünnen Backpapier als
AntwortenLöschendichtes Päckchen oben zusammengefaltet; ein wenig butter, Prise Salz und ein paar Tropfen Zitrone. Das wird
immer genau gar und die Zeit muss man nicht so genau nehmen. So je nach Dicke vielleicht 20 Minuten.
Die Ofentemperatur mache ich grudsätzlich niedriger als angebeben und lasse dem Gargut mehr Zeit. Die hab ich ja jetzt reichlich und ich finde es lohnt sich geschmacklich bei praktisch allem.
Sugo 3 Stunden oder 8 Stunden leicht gesimmert mach nen Riesenunterschied.
Und beim Spargel hab ich auch schon vorgegarte Kartoffeln oder Parmesan und Olivenöl und meinetwegen Tomatenstücke mit rein. Das kann man alles variieren und diese Methode ist supereinfach und schnell und es
sieht halt immer klasse aus, wenn jeder dann sein Päkchen aufmacht und es duuuftet.
Falls jemand von euch ne Quelle für so ganz einfaches unbeschichtetes Backpapier weiß, lasst's ich bitte wissen,
hier ist das mittlerweile schon lange aus den Sortimenten verschwunden. Seltsam.
Oh, und jetzt muss ich mal ein Plädoyer für ein etwas aus der Zeit gefallenes Küchenutensil halten:
Den guten alten Bratschlauch. Beim ersten mal war mir das total ominös, wei die Dinger im Ofen aufquelllen wie
ein aufgeblasenes Kondom und ich hatte Angst. dass mir das Ding im Ofen platzt und dann alles an den Wänden
bappt aber nixda - das Zeugs scheint quasi zu kristallisieren und beim Aufschneiden ist der gar nicht groß
zusammengefallen, sondern man konnte den dann so aufklappen und alles gut herausnehmen. Der Duft der
einem entgegenkam war echt überwältigend, weil man ja vorher garnix riecht.
Und nur absolute Spezialisten werden das Ergebnis von nem Römertopf unterscheiden können.
Ich habe das schon ewig nicht mehr gemacht aber jetzt habe ich Lust mir da was zu ordern. Einen Römertopf
habe ich aus Platzgründen nämlich nicht ; aber schon öfters mal vermisst.....
Rönertopf ist klasse, so wie alles Tongeschirr. Bratschlauch ist auch gut, wenn auch Plastik. Platzen wird der nicht, weil er ja eingestochen werden muss und Druck so abgelassen wird.
Löschen@Peter: Der Bratschlauch ist grundsätzlich klasse.
AntwortenLöschenIch mag den aber nicht wegen Plastik.
Ein sehr dichter Topf tut es auch.
Der ist aber nie so dicht wie Bratschlauch.
Aber: meiner Erfahrung nach ist das dem Gargut egal..
Römertopf, der ist auch gut.
Den habe ich sogar irgendwo.
Vermutlich im Keller.
Ist wegen Dämpfofen etwas ins Hintertreffen geraten.
Ich liebe ja meinen Schwedenbräter. Der ist nicht schlechter als zehn Mal so teure RoKOKOKOKOtten aus Frankreich.
LöschenSieh an ,sieh an - der Schweden Fan.
LöschenDer nimmt natürlich Skeppeshult.
Und pflegt auch noch den Schweppeskult.
Da tut er feste Bombay rein,
und trinkt den Trunk dann ganz allein.
So wird der Braten herrlich fein.
Tja meine Herrn, so muss das sein !
PS:
Dieses französische Konkurrenzprodukt hasse ich zutiefst.
A ist das nur was für Oberposer und B ist das eine designerische Entgleisung sondergleichen.
Diese Farbe - also mal echt; das geht doch überhaupt nicht..
Da schmor ich mir doch lieber was feines direkt im Kürbis ( geht auch tatsächlich mit geschmortem Fleisch -
halt nicht zu groß geschnitten ) und weiß wenigstens was diese komische Farbe in meiner Küche zu suchen
hat, und DAS hat dan mal echt Style. Ganz schön spektakulär kommt der Klops aus dem Ofen... uiuiui
Der Dichter, der Dichter,
Löschender kriegt was auf die Lichter ...
Ich meinte eher das günstige Produkt eines schwedischen Möbelhauses.
Auch gut, man muss ja auch bissele haushalten bei der immensen Teuerung.
LöschenUnd entscheidend ist eh, dass das Zeug gut funzt. Ich schwöre z.B. absolut auf diese endgeilen
Pfeffermühlen von Ikea und gerade neulich habe ich sehr schöne Schalen für Ramen usw erstanden.
Nach vielen Stunden Recherche waren die für meinen geschack alternativlos und auch noch spottbillig;
dabe hätte ich für so schöne Schalen mal echt was springen lassen, aber es ist wie immer:
wenn man weiß was man will, findet man es meist ums verecken nicht.
Also ist last exit > selber machen:
Das ist zwar anstrengend und manchmal mühselig, aber man hat je keine andere Wahl ...
Bei mir sind das Klamotten, Möbel und Gitarren.
( OOps, jetzt hab ich das doch gesagt.. ich wollte das mit den Klampfen nicht erwähnen, damit ich nicht als Angeber rüberkomme aber jetzt isses mir rausgerutscht, Naja. Da du das jetzt schon weißt, sage ich halt
auch noch, daß du auf der CD die ich dir mal geschickt habe zwei meiner Selbstgebauten hörst. )
Da hattest schon mal erwähnt, dass du auch Gitarrenbauer bist.
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