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Dienstag, 9. April 2024

Sapa Sui


Ein Blick durch die Archive dieses Blogs bringt die harte, ungeschminkte Wahrheit ans Licht: Samoa war bisher noch nicht im Fokus meines Interesses. Das mag die 200.000 Einwohner der im süd-westlichen Pazifik gelegenen parlamentarischen Inselrepublik vermutlich wenig erschüttern, ich hingegen bin immer höchst erfreut, wenn ich einen weiteren weißen Flecken auf meiner kulinarischen Weltkarte farbig ausmalen darf. Heute also Samoa und so exotisch es auch klingen mag, treffen wir dort einen alten Bekannten. Es zeigt sich nämlich, dass eins der beliebtesten Gerichte auf Mālō Saʻoloto Tūtoʻatasi o Sāmoa (so die Eigenbezeichnung) ein Nudelgericht ist, dass sich Sapa Sui nennt. Der Name lässt es schon vermuten: es handelt sich hier um eine Chop Suey-Variante. Ob das Gericht nun aus dem benachbarten und unter amerkanischer Herrschaft stehenden Amerikanisch-Samoa in den unabhängigen Staat Samoa kam oder seine Wurzeln doch im chinesischen 杂 碎 (Zá Sui - "verschiedene Reste" oder auch "Innereien") zu finden sind - auf das das vermeitlich von Exilchinesen in den USA erfunden Chop Suey wohl auch zurückgeht - konnte ich noch nicht ermitteln, ich bleibe aber an der Geschichte dran.


Da will man mal ganz exotisch samoisch kochen und was ist? Man hat alle Zutaten zuhause. Wer hätte das gedacht. Ich habe hier: 
  • 500 g Fleisch 
  • 200 g Reis-Vermicelli (Glasnudeln)
  • 1 Zwiebel
  • 2 - 3 Knoblauchzehen (oder ein Monoknoblauch)
  • 3cm Ingwer
  • 1 EL dunkle chinesische Sojasacue
  • 1 EL Austernsauce
  • Salz
  • Öl
Als Fleisch habe ich hier Rindersteak. Huhn, Lamm oder Schwein sind aber auch beliebt. Leicht durchwachsen ist auch gut, es sollte bloß etwas sein, das auch ohne stundenlanges Schmoren zart bleibt/ wird. Aber egal was wir nehmen, wir schneiden es in etwas zwei Zentimeter große Würfel. 


Die Reisnudeln ein paar Minuten in warmen Wasser einlegen und mit der Schere nach Beleiben kürzen. Dann abtropfen lassen. Zwiebel abziehen und würfeln, Ingwer und Knoblauch schälen, getrennt voneinander fein hacken.


Knoblauch un Zweibeln in etwas Öl andünsten.


Das Fleisch dazugeben, leicht salzen und pfannenrühren, bis sich die Farbe ändert. 


Ingwer hinzufügen und kurz weiter braten.


Saucen angießen.


200 Milliliter heißes Wasser dazugeben und kurz köcheln lassen.


Reisnudeln unterheben und weitere zehn Minuten garen, bis alles Wasser aufgsaugt ist. Wird der Topfinhalt zu schnell trocken, noch etwas Wasser hinzufügen. 


Servieren. Ein bisschen grünes Gedöns ist gut fürs Auge. Das ist natürlich ein einfaches Gericht und ich würde es jetzt auch nicht als kulinarische Offenbarung abfeiern, aber ich kann verstehen, warum es beliebt ist. Wenn man es richtig macht, ist das Fleisch zart und lecker und die Nudeln haben sich mit Aroma voll gesogen. Da ja nur mit Soja-und Austernsaucen gewürzt wird, ist das natürlich umami pur und wir alle wissen, der Geschmack macht glücklich. 
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Flashback:










Heute vor drei Jahren:Pasta alla Zozzona

2 Kommentare:

  1. Bei Samoa ist mir tatsächlich leider erst als erstes SPAM eingefallen - nicht die blöden Mails, sondern das Dosenfleisch. Dann ist mir wieder eingefallen, dass SPAM auf Hawai seeeeehr beliebt ist, aber die Polynesier dem Dosenfleisch doch - glaub ich - auch sehr wohlwollend entgegenstehen. Oder trifft dies wohl mehr auf Amerikanisch-Samoa zu? Ich wusste allerdings auch nicht, dass Samoa eine deutsche Kolonie war. Danke, dank des Rezeptes hab ich heute auch schon wieder was gelernt :-)

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    1. Spam (oder generell "luncheon meat") ist in ganz Südost-Asien beliebt, insbesondere in Südkorea und auch Thailand und Vietnam. Ich finde es übrigens gut, dass du sagst, du hättest etwas gelernt. Ich lerne hier auch jedes Mal, wenn ich für ein Rezept recherchiere.

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