Freitag, 24. Februar 2017

Restaurant Fujiyama in Hameln


Ein mehr oder weniger neues Restaurant in Hameln, das fernöstliche Küche bietet - das muss natürlich sofort getestet werden. "Sushi - mongolisch & mehr" steht auf dem Schild. Das klingt ja zunächst so, als ob man in Peking ein Restaurant mit "italienisch - schwedischer Küche" eröffnen würde. Mischformen werden meist keinem gerecht. Chinesische Restaurants können kein vernünftiges Sushi machen, Sushibars scheitern oft an der authetisch chinesischen Wokküche und vernünftige Thaigerichte bekommen beide meist nicht hin. Das Shangri-La in Hameln (ehemals "Lotusblume") bietet zum Beispiel für deutsche Verhältnisse gutes chinesisches Essen, das Sushi ist aber mehr als dürftig. Hier im Fujiyama ist es eher anders herum. Das Sushi ist lecker und vielfältig, die Wokgerichte vom Büffet dagegen ... naja. reden wir nicht darüber.

Warum ein japanisch angehauchtes Restaurant dem Modetrend folgt und den eigentlich doch japanischen Teppanyaki-Grill "mongolisch" nennt, ergibt für mich absolut keinen Sinn. Das Ambiente überzeugt hingegen durch modern schlichte Eleganz. Alles in allem wirkt es weniger hektisch und laut als im Shangri-La, das, für Restaurants in China aber scheinbar üblich, über ein wenig Bahnhofshallen-Atmosphäre verfügt. Das Personal im Fujiyama ist übrigens auch sehr nett. Für Lokalhistoriker von Interesse: das Restaurant war früher eines der angesehensten Sportgeschäfte in Hameln.


Positiv: man hat beim Büffet (14,80 Euro am Abend) die Wahl zwischen zwei Suppen. Einer tomatigen Pekingsuppe und einer Misosuppe. Letztere landete in meinem Schälchen und war sehr lecker, obwohl ich der Meinung bin, dem Dashi sei ein wenig Hühnerbrühe untergemischt- Trotzdem wohltuend und lecker. 


Eine schöne Auswahl an Sashimi, Sushi, Salaten und durchsichtigen Frühlingsrollen in Reispapier. Der Algen-Seetang Salat mit Erdnussstückchen und Sesam war der absolute Kracher. So was möchte ich auch machen. Räucherfisch und Heilbutt lecker, das Oktopus-Sashimi hingegen zäh wie Gummimatten in meinem Auto. Schade. Der Reis hätte etwas mehr Säure vertragen, aber alles in allem sehr lecker. Auch erwähnenswert: man kann den Sushiköchen beim Zubereiten der Reisspeisen zuschauen.


Inside-Out Rolls mit Thunfisch sind auch immer lecker. Schön auch das Sashimi mit Tamagoyaki (Omelett) und Omelettkruste. Und natürlich mehr von dem leckeren Salat. Kimchi gabes auch, schön mit scharf mit Chilis. Das steht auch noch ganz oben auf meiner to-do Liste.

Insgesamt ist die Sushi Vielfalt wesentlich größer als in vergleichbaren Restaurants in der Gegend und es wird immer frisch nachgelegt. Dafür ist das chinesische Büffet kleiner als im Shangri-La, was aber bei der mäßigen Qualität auch eher eine Gnade ist.


Hier noch etwas Surf 'n' Turf vom Teppanyaki. Superzartes Roastbeef und Garnelen. Netterweise werden die frei wähl- und kombinierbaren Saucen separat als Dips serviert. Was der Klecks Knoblauchsauce aus der Flasche von Heinzelmann auf dem Teller soll, weiß ich allerdings nicht. Der macht da nämlich genauso viel Sinn, wie der Fetakäse mit Paprika und Tomaten auf dem Salat-Büffet.

Wenn man mal von den 0815 Frittierorgien und den gesichtslosen Chop Sueys vom chinesischen Büffet absieht, war es ein durchaus netter Abend mit guten Freunden und leckerem Sushi. Beide Daumen gehen also hoch. Mal sehen, ob man den Standard halten kann und in einem halben Jahr noch immer so vielfältig im Sushibereich ist. Mein Tipp: konzentriert euch ganz auf japanisches Essen. Das könnt ihr und dafür würde ich auch immer wieder kommen. Domo arigato, sayonara.
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Flashback: 


Heute vor zwei Jahren: frische Erbsensuppe

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