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Freitag, 25. Dezember 2020

Echter holländischer Matjes nach Hausfrauenart


Jede noch so alte und lieb gewonnene Tradition ist irgendwann einmal als Neuheit in Erscheinung getreten. Ich glaube, ich habe hier in der Familie gerade eine neue Tradition begründet, nämlich das Matjes-Essen zu Weihnachten. Da gibt es am ersten Feiertag meist ein büffetartiges Abendessen mit vorwiegend kalten Fischspezialitäten. Matjes gehörte bisher nie dazu, da den hier keiner wirklich mochte. Zu grätig, zu künstlich im Geschmack, zu süßlich, zu sauer - irgendwas störte da bisher immer. Wie ich jetzt herausgefunden habe, liegt das eindeutig an der Qualität des bisher probierten Matjes, der hierzulande meist ein "Hering nach Matjesart" ist und seinen Geschmack hauptsächlich durch das Einlegen in Salz, Essig, Öl und Süßungsmitteln erlangt.

Mittwoch, 12. August 2015

Frikandel speciaal


Wer diesen Blog gelegentlich liest, wird vielleicht mitbekommen haben, dass ich in den letzten Wochen mit der Familie Urlaub in den Niederlanden gemacht habe. Manch Leser war sogar "live" dabei (hallo Steffi). Wer mich persönlich kennt, weiß, dass ich "kulinarische" Herausforderungen gerne annehme und oft versuche, Dinge, die ich irgendwo einmal gegessen habe, zu Hause nachzukochen. So auch nach diesem Urlaub.

Vermutlich war man nicht in Deutschland, wenn man man nicht zumindest einmal eine Currywurst mit Pommes gegessen hat. Das niederländische Pendant dazu sind Frikandeln - ein wurstartiges Fleischbrät, das jedoch ohne Pelle geformt und dann frittiert wird. Dazu - wie kann es auch anders sein - essen unsere westlichen Nachbarn gerne Fritten. Mit verschiedenen Saucen und Zwiebelstückchen serviert, heißt die Garnitur dann "speciaal". Bei den Saucen handelt es sich meist um Mayonnaise, Curryketchup, Currysauce oder auch Erdnusssauce, wobei sich hier wieder einmal die niederländische Verbundenheit zu seiner ehemaligen Kolonie Indonesien zeigt.

Sonntag, 2. August 2015

Abenteuer Wildnis VIII - Muscheln und Fritten


Eigentlich sollte dieser Beitrag schon gestern raus, aber das W-LAN hatte da offensichtlich andere Pläne. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben und heute ist auch noch ein Tag. Aber nicht nur die Internetverbindung blieb gestern aus, auch Grill und Gaskocher durften pausieren, in deren Fall aber geplant. 

Zu einem Urlaub an der niederländischen Küste gehören für mich auf jeden Fall Miesmuscheln. Die bekommt man hier mit Pommes Frites und Salat an jeder Ecke. Schön ist es, wenn man sie mit Blick aufs Meer genießen kann, deshalb gehen wir gerne in einen der zahlreichen Strandpavillons, die hier fast alle paar hundert Meter in den Dünen stehen.

Montag, 27. Juli 2015

Abenteuer Wildnis III - Zeekraal


Das erste Mal ist mir Zeekraal unter seinem deutschen Namen "Queller" bei einer Wattwandererung in Hans-Sankt-Peter Ording begegnet. Die auch Salicorn, Meeresspargel, beziehungsweise Meeresfenchel genannte Pflanze habe ich letztes Jahr schon einmal vorgestellt und auch heute konnte ich nicht an ihr vorbeigehen, als ich sie in Auslage der gut sortierten Fischtheke sah.

Mittwoch, 24. September 2014

Moules Frites - Miesmuscheln mit Pommes Frites und Dips


Ich kann mich an einige Urlaube auf der Halbinsel Walcheren in der niederländischen Provinz Zeeland Mitte der Siebziger Jahre erinnern. Einmal waren wir in Westkapelle und haben dort Muscheln gegessen - wie mein Vater behauptet, in der Zuidstraat 97 im Hotel De Valk, was es übrigens immer noch gibt. Ob das mit diesem Restaurant stimmt, weiß ich nicht mehr, aber ich kann mich an die Muscheln erinnern. Eine riesengroße Schale voll des leckeren Schalengetiers. Vermutlich war dies meine erste kulinarische Offenbarung.

Freitag, 15. August 2014

Tag 14: Poffertjes

Man war nicht in den Niederlanden, wenn man sie nicht gegessen hat, diese walnussgroßen, fluffigen Pfannkuchen, genannt "Poffertjes". Diese werden in speziellen Pfannen, die wie runde Muffinbleche mit kleineren Mulden aussehen, gebacken. Serviert werden sie meist warm, mit einem Stück Butter und ordentlich Puderzucker, manchmal auch mit Rübensirup.

Poffertjespfannen sind nicht teuer, also werde ich wohl zu Hause irgendwann einen eigenen Versuch wagen.


Mittwoch, 13. August 2014

Tag 12: Queller

Wenn wir schon mal von lokalen Spezialitäten sprechen, darf ein Gewächs nicht fehlen: der Queller oder auf holländisch zeekraal. Diese Planze wächst in salziger Umgebung. Sie wird auch im deutschen Wattenmeer gefunden und geschätzt. Es handelt sich hier um einen sogenannten Erstbesiedeler, das heißt, bei der Langewinnung ist Queller mit die erste Pflanze, die angeht. Da durch den chemischen Vorgang der "Osmose" Wasser immer von salzarm nach salzreich fließt, würde die Pflanze normalerweise austrocknen. Damit dies nicht geschieht, ist sie selber sehr salzhaltig. Das ist auch geschmacklich ein Hauptmerkal des Quellers. Darüber hinaus schmeckt er einfach nach Meer.

Queller sollte immer gut gewaschen werden, da er auf Grund seiner Herkunft sandig sein kann. Man kann ihn roh essen, kurz blanchieren oder auch anbraten. Er schmeckt als Zutat im Salat oder als Beilage zu Fisch oder Meeresfrüchten. Hier an der zeeländischen Küste kann man ihn in jedem Fischgeschäft und zum Teil sogar in gut sortierten Supermärkten bekommen.


Dienstag, 12. August 2014

Tag 11: Miesmuscheln



Die niederländische Provinz Zeeland hat einige Köstlichkeiten zu bieten. Brados ist zweifelsfrei eine von ihnen - wenn man ihn dann irgendwo findet. Gekochte Miesmuscheln sind ebenso typisch für diese Gegend. Ich kenne sie von früher einfach in etwas Meerwasser gekocht, heute gibt es sie meist in einem Sud aus Wasser, etwas Weißwein, Karotte, Zwiebel und Sellerie gegart. Dazu werden Salat und verschiedene Saucen gereicht - hier waren es Mayonnaise, Knoblauch-, Curry- und Cocktailsauce.

Montag, 11. August 2014

Tag 10: Brados

Das letzte Mal war ich vor genau fünfunddreißig Jahren auf der Halbinsel Walcheren in der niederländischen Provinz Zeeland. Ich erinnere mich noch genau an die abendlichen Spaziergänge auf den Strandpromenaden entlang der Deiche. Damals gab es dann immer noch ein Eis oder besser, ein Stück "Brados". Dabei handelt es sich um über Buchenholz kalt geräucherte Doppelfilets vom Matjes. Diese Leckerei gab es damals alle paar Meter an einer der zahlreichen Buden, die entlang der Promenaden  standen. Umso überraschter war ich nun, als ich feststellen musste, dass es mittlerweile schwer geworden ist, Brados zu bekommen. Offenbar ist im Zeitalter des Fastfoods kein Platz mehr für diese "Snacks der alten Schule". Wir haben dann doch noch eine Fischbude aufgetrieben, in der Brados verkauft wird (Westkapelle). Die Erinnerung verklärt so manches und Geschmack ändert, beziehungsweise entwickelt sich weiter und oft ist man im Alter enttäuscht,  wenn man Dinge wieder probiert, von denen man sicher war, sie hätten in der Kindheit ausgezeichnet geschmeckt. Beim Brados ist dies nicht der Fall. Er schmeckt auch nach fünfunddreißig Jahren noch so gut, wie 1979. Und mehr noch: die Kleine liebt ihn nun auch genauso wie ich in ihrem Alter.