Solange ich denken kann, gab es bei uns zu Weihnachten immer Truthahn. Damals, als wir Kinder noch zu Hause wohnten, hatte der Vogel schon mal stolze zwölf Kilo. Den gab es dann an beiden Weihnachtstagen als Braten mit einem anschließenden Gulasch am Tag nach Weihnachten. Meist blieb dann sogar noch eine Brust zum Einfrieren über.
Seit meine Schwester und ich vor Jahren nacheinander das elterliche Heim ("Solange du die Füße unter meinen Tisch steckst ...") verlassen haben und meist nur noch einen der beiden Weihnachtstage bei den Eltern verbringen, sind die Tiere natürlich kleiner geworden. Dieses Jahr waren es aber immerhin 7,5 Kilogramm. Auch eine Eigenschaft meiner Familie: das obligatorische Festtagstelefonat mit meinen Großeltern sowohl väterlicher- als auch mütterlicherseits. Dies begann stets mit den Worten: "Unser hat sounsosviel Kilo!" "Worauf geantwortet wurde: "Unser hat wasauchimmer Kilo!" Erst dann wünschte man sich frohe Weihnachten. Die Großeltern sind nun mittlerweile alle in den ewigen Jagdgründen, also werde ich nun telefonisch über Größe und Gewicht des Vogels informiert.