Ich habe mir am Samstag einmal mehr den Schiebeleuchter gegriffen und bin die alten Stufen, tief hinein in die Katakomben von Burg Westerhausen hinabgestiegen. Dort habe ich dann in einem Flur den schweren, übergroßen Eisenschlüssel von der Wand genommen und ihn in das Schloss, der mit schmiedeeisernen Beschlägen versehenen alten Eichentür gesteckt und ihn mit all meiner Kraft gedreht, bis ein rostiges Klicken erklang. Als sich die Pforte dann langsam und knarrend öffnete, betrat ich ihn: den Raum, der so tief unter dem alten Gemäuer liegt, dass keiner oben die Schreie der gequälten Salatköpfe, Gurken, Tomaten und Hackfleischpattys hören kann, das geheime Fast-Food-Labor. Meine selbstauferlegte Mission: den Doppel-Cheeseburger der "Fünf Typen" zu rekreieren, einer Kette, die in den USA sehr erfolgreich ist und aufgrund ihrer Qualität und Frische immer wieder zu den besten großen Burgerketten gezählt wird. Da es sie auch bei uns gibt - über dreißig Filialen, aber nur mit mäßigem Erfolg - und ich Schleichwerbung verhindern will, nenne ich den Namen nicht. Wer aber weiß, was "Fünf Typen" auf Englisch heißt, wird es auch so herausfinden.
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Dienstag, 22. September 2026
Samstag, 5. September 2026
Zinger Burger
Der Zinger Burger findet sich im Angebot einer Hähnchenbratkette, die ihren Ursprung in den Südstaaten der USA hat. Im Laufe der Jahre ist er wohl vielen Änderungen unterlegen und ich weiß ehrlich gesagt auch gar nicht, welche Evolutionsstufe ich hier rekreiert habe, denn wenn ich die paar Male, in denen ich in diversen Fast-Food-Restaurants gegessen habe, an einer Hand abzählen würde,hätte ich noch immer drei Finger zum Popeln über. Aber egal, ich schaue mir trotzdem gerne Videos an, in denen Menschen irgendwelche "ikonischen" Burger nachbauen und der Zinger Burger erschien mir eine nähere Betrachtung wert. Zing bedeutet in diesem Zusammenhang Schärfe, was mir ja auch nicht ganz fremd ist. Wie immer habe ich aus mehreren Copycat-Rezepten mein eigenes erstellt und ich bin mit dem Resultat sehr zufrieden. Wie nah er an das Original herankommt, werde ich zwar nie selbst erfahren, aber ich weiß, dass ich einer meiner besten Chicken-Burger gemacht habe.
Dienstag, 12. Mai 2026
Xiang Su Zhu Rou Wan - knusprige Schweinefleischbällchen
Der China-Imbiss "Mai" (passend zum Monat) bei uns im Dorf war 25 Jahre lang eine Institution, bevor die Betreiber 2018 in den Ruhestand gingen und der Laden Geschichte wurde. Schade, denn wir haben uns da hin und wieder mal etwas geholt und besonders die knusprige Ente war die beste im weiten Umkreis. Ja, auch das war weit von authentischer chinesischer Küche entfernt, aber weitaus besser, als das, was die umliegenden Restaurants zu bieten hatten. Was mir sehr gefiel, war, dass der Chef nicht versteckt in einem Kämmerlein kochte, sondern die Küche in den Gastraum integriert war, so dass man sehen konnte, wie er die Dinge zubereitete. Die Preise waren auch human und seine Frau und er unendlich nett. Ein Gericht aus dieser Zeit ist besonders hängen geblieben: knusprige Schweinefleischbällchen mit süß-saurer Sauce, der Favorit der Sous-Chefin. Mir war heute nach etwas deftig Frittiertem, also habe mich daran gemacht und versucht, die Bällchen zu rekreieren. Ach ja, was ich damals noch nicht wusste - und Herr Mai vermutlich auch nicht, denn er ist Vietnamese - das Gericht heißt auf chinesisch香酥猪肉丸 (xiāng sū zhū ròu wán). Irgendwann werde ich dann auch noch mal eine authentische Version posten, hier aber erst mal die europäisierte Variante, wie man sie aus China-Restaurants kennt.
Mittwoch, 24. September 2025
Chick Maccen - Grüße an den Clown
Wenn ich alle Male, die ich in meinem Leben im Restaurant "Zur goldenen Möwe" gegessen habe an einer Hand abzählen würde, hätte ich immer noch locker genug Finger übrig, um in beiden Nasenlöchern zu popeln. Das letzte Mal war es wohl an einer Autobahnraststätte, als wir nachts hungrig von einem Konzert kamen und es nichts anderes mehr gab. Da hatte ich einen Chickenburger mit Sweet-Chilisauce und der war - das muss ich ehrlicherweise zugeben - gar nicht mal so gut. Das kann man sicher auch besser machen und das habe ich hier versucht.
Dienstag, 4. März 2025
White Castle Sliders
In meiner Mission euch hierzulande unbekannte Burger-Klassiker aus den USA zu präsentieren, bin ich heute in einem Schloss unterwegs - mehr oder weniger. Es geht nämlich um die Burgerkette White Castle, die 1921 gegründet heute ihren Sitz in Ohio hat und ihre Produkte hauptsächlich im Nordosten der Vereinigten Staaten (Ausnahme Nevada, Kentucky und Tennessee) verkauft und das in Restaurants, die im Design weißer Burgen daherkommen. Aber das ist nicht das einzig außergewöhnliche. Man hat sich hier nämlich auf Miniburger, auch Sliders oder Slyders genannt - dazu später mehr - spezialisiert. Die Pattys sind dazu noch quadratisch und werden nicht gegrillt, sondern auf einem Zwiebelbett gedämpft. "Und das soll schmecken?" fragen sich jetzt einige. Die Antwort: Ja,das tut es. Damit ihr euch auch davon überzeugen könnt, die Kosten für einen Transatlantikflug aber spart, zeige ich hier, wie man die kleinen Häppchen zu Hause nachbauen kann.
Mittwoch, 19. Februar 2025
Döner auf die Schnelle hausgemacht
Ob Döner nun wirklich schöner macht, sei mal dahin gestellt, aber viele mögen ihn auch jenseits der etwaig die ästhetische Erscheinung optimierenden Qualitäten. Leider wird das türkisch-deutsche Sandwich auch nicht billiger, also kann es interessant sein, sich der Sache zu Hause selbst anzunehmen, gerade wenn man mehrere Portionen braucht. Ich zeige euch heute zwei Versionen, von denen eine recht fix ist, besonders, wenn man Brot, Saucen und Salate fertig kauft. Da würde ich immer einen dieser türkisch/griechischen Stände empfehlen,denn das Zeug aus dem Supermarkt schmeckt nicht.Gerade der Krautsalat ist da meist viel zu wässrig und vor allem süß.
Samstag, 18. Januar 2025
In-N-Out Double Double Burger
Das Fastfood nicht gleich Junkfood bedeutet,habe ich hier schon oft geschrieben. Es handelt sich hierbei also um eine Binsenweisheit, die sich beim heutigen Gericht mal wieder aufs Neue als richtig erweist. In-N-Out ist eine amerikanische Burgerkette, die 1948 gegründet wurde und heute hauptsächlich in Südkalifornien und im Westen Arizonas zu finden ist. Bei uns gibt es die aber nicht, also ist das hier auch keine Schleichwerbung. In-N-Out legt großen Wert auf die Qualität der Zutaten. So wird beispielsweise nur frisch durchgelassenes Hackfleisch verwendet und keine tiefgefrorenen Patties. Die Buns werden in lokalen Bäckereien hergestellt und sind auch keine Industrie-Massenware. Selbst Starkoch und Michelinsterne-Sammler Gordon Ramsay hat den Double Double Burger auf der Liste für seine Henkersmahlzeit. Es muss also etwas an diesen Dingern dran sein und das werden wir heute herausfinden.
Mittwoch, 15. Januar 2025
Geniale Burger- und Sandwichsauce
Eine oft unterschätzte Komponente bei Burgern und Co. ist oftmals die Sauce. Dabei ist die, so finde ich zumindest, äußerst wichtig,denn zum einen sorgt sie für Saftigkeit, zum anderen ist sie so eine Art Kitt, der alle Komponenten irgendwie zusammenbringt. Natürlich kann man da einfach Ketchup nehmen, aber zum einen mag ich den einfach so für sich nicht besonders und zum anderen stört mich die Süße, die nach meinem Empfinden nicht wirklich zum Rinderpatty zu passen scheint. Mayonnaise wiederum macht den Burger zu fettig, besonders wenn da auch noch Käse im Spiel ist. Senf finde ich da schon besser, allerdings ist auch der zu eindimensional. Das ist natürlich alles Geschmackssache, aber ich mag Burgersaucen, die alles bieten: Süße, Säure, dezent pikante Noten und vor allem einen leichten Crunch in der Textur. Auf der Suche nach guten Rezepten bin ich auf die Seite Top Secret Recipes gestoßen, auf der man versucht hat, die Sauce der amerikanischen Fastfoodkette In-N-Out Burger - mit der wir uns auch demnächst einmal beschäftigen werden - zu rekreieren. Das Ergebnis hat mir gefallen, also habe ich es jetzt hier.
Sonntag, 3. November 2024
Spicy Chicken Sandwich nach Art spinatessender Rüpel-Matrosen
Es ist mittlerweile zur Tradition gekommen, dass mich einer meiner besten Freunde am Wochenende - meist Freitags - besucht. Der gute Mann ist auch gleichzeitig Gitarrist in unserer gemeinsamen Band (ich bin ja Bassist), also fahren wir dann entweder abends in den Übungsraum oder sitzen bei mir, arbeiten an Songideen, schreiben Texte, schauen Filme oder planen generell die Übernahme der Weltherrschaft. Gehungert wird natürlich auch nicht, denn meist bereite ich eine Kleinigkeit zu. Diese Woche waren es Chicken Burger, nach einem "Copycat-Rezept" der amerikanischen Fastfoodkette Popeyes. Ja, das hätte man mit einem selbstgemachten Brioche-Bun noch wesentlich schicker hinbekommen, aber wie gesagt, es ging um schnelle Sachen, die man mal ebenso zwischen zwei Riffs und einem Gin Tonic auf den Teller bringen kann.
Freitag, 15. Dezember 2023
Hähnchenfleisch für Döner
Den meisten wird es auch schon aufgefallen sein, aber da draußen an den Dönerbuden wird das beliebte Kebab im Fladenbrot immer teurer. Gut, wenn es um Fleisch, dessen Herkunft und Qualität geht, ist es immer noch zu billig, aber das ist Menschen, die unter der allegemeinen Teuerung leiden auch kein Trost. Also kann es nicht schaden, dass Ding zu Hause nachzubasteln. Fladenbrot rösten, etwas Krautsalat schnippeln und einen Tsatziki zusammenrühren ist nicht das Problem. Die Crux ist das Fleisch hinzubekommen. Da gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Hackfleischspieße, meist mit Kalbsfleisch oder welche aus ganzem Fleisch. Dann ist das meist Geflügel. Diesem Thema habe ich mich ja schon öfter angenommen und ich komme der Sache jedesmal wieder ein Stück näher. Perfektion werde ich natürlich erst erreichen können, wenn ich einen Grill mit vertikalem Drehspieß besitzte (den Kauf plane ich schön länger) aber die meisten von Euch werden auch mit Bordmitteln arbeiten müssen, also kommt dieser Beitrag vielleicht so manchem ganz gelegen, der sich selbst einen Döner "mit scharf" und "mit Alles" machen möchte,
Donnerstag, 28. Oktober 2021
Bendy's "Dave's Double" Wurger (Wendy's Burger)
Als Helge Schneider vor Jahren sein Musical zu einer dieser beliebten Pferdezeitschriften für reitbegeistere Kinder der Öffentlichkeit präsentierte, vertauschte er die Anfangsbuchstaben im Titel seines Werkes, um schon im Vorfeld Problemen mit dem Copyright aus dem Weg zu gehen. So entstand "Mendy - das Wusical". Ich mache es heute ähnlich und nenne mein Werk in Anlehnung an eine in den USA beliebte Fastfoodkette: Bendy's Wurger, meine Version der Wendy's Burger, genauer gesagt Bendy's Dave Double. Ich darf den Namen ohne Verdacht auf Schleichwerbung nennen, denn die Kette gibt es bei uns nicht. Anyway,der Knabe ist recht gehaltvoll. Aber lasst uns von vorne beginnen.
Montag, 11. Oktober 2021
Crunchwrap Supreme
Ich bin ja bekanntlich kein Freund von Imbissketten. Für mich ist das kein Fastfood - was durchaus gut sein kann, wenn richtig gemacht - sondern Junkfood und das mute ich meinem Körper nicht zu. Damit ihr das auch nicht machen müsst, bringe ich hier hin und wieder "Klassiker" einschlägiger Schnellrestaurants. Dazu steige ich dann mit Kerzenleuchter und irrem Lachen hinab in die düsteren Gewölbe unterhalb des heimischen Schlosses und öffne mit dem großen Eisenschlüssel die schwere, metallbeschlagene Eichentür meines Fast-Food-Labors, um dort, wo das verzweifelte Schreien gequälter Tortillas und gepeinigter Guacamole an den salpeterbesetzten Wänden von der Außenwelt ungehört verhallt, meinem düsteren Treiben nachzugehen. Heute werde ich eine Kreatur erschaffen, die man sonst nur bei Taco Bell bekommt: den Crunchwrap Supreme.
Mittwoch, 16. Dezember 2020
Coney Island Chili Dog
Coney Island ist der südlichste Zipfel des New Yorker Stadtbezirks Brooklyn. Der Name hat nichts mit US-Auswanderer Conny Reimann zu tun, sondern stammt aus dem Niederländischen - wir erinnern uns, New York hieß zunächst New Amsterdam - und bedeutet übersetzt "Kaninchen-Insel". Hier stehen die berühmten Vergnügungsparks, unter anderem mit dem ikonischen, aber auch nicht ungefährlichen Parachute Jump. Direkt daneben befindet sich Little Russia mit seinen Zwiebeltürmen und Ladenschildern, die teilweise auch in Kyrillisch beschriftet sind. Ebenfalls in Coney Island - und das bereits seit 1916 - findet man Nathan's Restaurant, nun Teil der Kette Nathan's Famous. Berühmt ist man besonders für seine Hot Dogs, insbesondere den Chili Dog, den Firmengründer Nathan Handwerker, ein polnischer Immigrant, mit seiner Frau Ida vor über 100 Jahren kreierte. Die Entstehung ist wohl auf den Einfluss der Küchen Griechenlands und des Balkans zurückzuführen.
Ich möchte euch heute, zumindest in meiner Küche, nach Coney Island mitnehmen. Wir werden zwar nicht Achterbahn fahren, aber immerhin könnt ihr beobachten, wie ich versuche, den Coney Island Chili Dog nachzubasteln.
Ich möchte euch heute, zumindest in meiner Küche, nach Coney Island mitnehmen. Wir werden zwar nicht Achterbahn fahren, aber immerhin könnt ihr beobachten, wie ich versuche, den Coney Island Chili Dog nachzubasteln.
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Freitag, 13. November 2020
Chicken Sandwich
Burger sind im Westerhäusischen Palais immer gern gesehen. Meist gibt es sie klassisch mit Rindfleischpatty, aber manchmal tut auch etwas Abwechslung gut. Heute ist ein schönes Stück knuspriges Hühnerfilet der Star der Show. Wir hier in Deutschland kennen sowas am ehesten vom Colonel aus Kentucky. In den USA ist dieser als Chicken Sandwich beliebte Burger auch der Star auf den Karten von Fastfoodketten wie Popeyes und Chick Fil-A. Letztere beanspruchen die Erfindung des crunchigen Klassikers für sich. Eins haben diese Fastfoodketten alle gemein: sie kommen ums Verrecken nicht an eine gute hausgemachte Variante heran. Allein schon weil man in der heimischen Küche auch die Kontrolle über die Zutaten hat. Nicht gerade unwichtig, besonders wenn man, so wie ich in letzter Zeit, immer mehr auf die Herkunft von Fleisch achtet.
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Donnerstag, 20. August 2020
Kentucky Fried Copy
Ich habe ja nichts gegen warmes Wetter und freue mich über jeden Feierabend, den ich auf der Terrasse verbringen kann, aber wenn die Luft schon morgens schwül und drückend steht, ohne dass ein Lüftchen weht, ist das nichts für "mein Vatter sein einzigster Sohn". So hatte auch mein Kreislauf direkt nach dem Aufstehen mehrfach andere Vorstellungen davon, in welche Richtung sich mein Körper bewegen sollte, als ich. So richtig in Schwung kam der alte Mann heute dann auch nicht und erst gegen Nachmittag ging es wieder. Abends war ich dann wieder soweit fit, dass ich spontan ein wenig Hühnchen frittiert habe, nach einem Rezept, das schon länger auf meiner to do-Liste stand.
Sonntag, 16. August 2020
Fish & Chips - the classic way
Der Sonntag entwickelt sich bei mir immer mehr zum Frittiertag, also Fryday. Psychologisch nicht ganz unklug, denn es gibt einem so auch das gute Gefühl, dass das Wochenende gerade erst begonnen hat, zumindest so lange, bis der Wecker am Montagmorgen jedwede Illusion gnadenlos zunichte macht. Aber sei es drum. Neulich äußerte die Familie den Wunsch, mal wieder Fish and Chips essen zu wollen. Hatten wir auf dem Blog zwar schon mal, aber das ist auch schon wieder 4 Jahre her und man kann ja alles immer wieder besser machen. Also habe ich gestern alle nicht vorrätigen Zutaten besorgt und konnte heute so ganz gemütlich, unterbrochen nur durch kurze Abkühlungen im Pool und schnelle Blicke auf das laaaaaaaangweilige Formel 1-Rennen in Barcelona, meinem kulinarischen Tagewerk nachgehen.
Donnerstag, 6. August 2020
Orange Ribs - Rippchen in Orangensauce
Die auf asiatische, insbesondere chinesische Gerichte spezialisierte amerikanische Fastfoodkette Panda Express beansprucht für sich, 1987 das Rezept für Spareribs in Orangensauce entwickelt zu haben. Es ist aber auch in der Provinz Guangdong (Kanton) sehr beliebt. Orangensaft in süß-sauren Saucen ist dort auch keine Seltenheit, also könnte man meinen, die kalifornische Wokbrutzler schmücken sich hier mit fremden Federn. Allerdings scheint verbürgt, das Rippchen in Orangensauce erst zur Jahrtausenwende auf den Speisekarten in China auftauchten. Es könnte also durchaus möglich sein, dass dieses Gericht tatsächlich aus den USA über Hongkong oder Taiwan den Weg ins Reich der Mitte gefunden hat und somit so ziemlich das einzige im Ausland erfundene chinesische Rezept ist, dass in China einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Wie auch immer, die Rippen sind einfach lecker und auch gar nichtr mal so kompliziert, wenn man keine Angst vor dem Frittieren hat.
Dienstag, 4. August 2020
Koreanische Feuernudeln - Challenge
Nun wird es mal so richtig eklig und ich breche mit allem, für das dieser Blog je gestanden hat. Wir essen heute nämlich Instant-Nudeln und nehmen damit inoffiziell an einer dieser unsäglichen Challenges teil, die das Internet und besonders YouTube wie die Sporen eines Schimmelpilzes durchziehen. Normalerweise ignoriere ich sowas, aber was ist in diesen Zeiten schon normal. Sonntag abend habe ich ein Video gesehen, in dem drei meiner Lieblingsfood-YouTuber - Sonny Side (Best Ever Food Review Show), Trevor James (The Food Ranger) und Mark Wiens (Migrationology) sich online trafen, um gemeinsam scharfe Instantnudeln aus Korea zu essen. Das ist wohl gerade ein Trend und es gibt unzählige Videos, in denen sich Leute beim Essen und folgendem Feuerspucken filmen. Nun bin ich kein Freund solcher Fertiggerichte, aber ich dachte mir es wäre ein gute Gelegenheit, mal zu testen, wie es um mein Schärfeempfinden im Vergleich zu den drei Pros bestellt ist. Da diese Nudeln weltweit gleichschmecken, sind sie eine gute Messlatte. Also Sonntag nachts bestellt und heute mittag um 12 Uhr bereits geliefert - das nennt man mal schnell.
Montag, 3. August 2020
Hot Dog - New York City Style
Nach dieser chinesischen Welle, die den Blog im letzten Monat klar beherrscht hat, war mir heute mal nach ganz etwas anderem, nämlich einem guten, ehrlichen Hot Dog. Leider bin ich zwar immer noch dazu gekommen, selbst Wurst zumachen, obwohl ich die Gerätschaften alle im Haus habe und mir nur Saitlinge besorgen müsste, aber immerhin sind die Buns und das Sauerkraut aus heimischer Produktion. Besser als gar nichts, oder?
Montag, 22. Juni 2020
Knuspriges Orangenhuhn
Heute haben wir mal wieder einen leckeren Klassiker, der besonders in den USA auf keiner chinesischen Restaurantkarte fehlen darf: orange chicken. Die Ursprünge dieses leckeren Gerichts liegen jedoch im Dunklen. Die amerikanische China-Imbiss-Kette Panda Express beansprucht für sich, die Orangensauce 1987 für seine spare ribs erfunden zu haben. Nun findet man dieses Gericht, das dem Wesen nach sehr nach der Küche Guangdongs (Kanton) aussieht, auch in China selbst, dort aber scheinbar erst nachweislich seit den 1990er Jahren. Panda Express könnte also recht haben. Die Orangensauce wäre damit das so ziemlich einzige von Chinesen in Übersee kreierte Gericht, das den Weg zurück nach China geschafft hat. Es könnte sich aber auch tatsächlich um ein in Vergessenheit geratenes altes Rezept aus Südchina handeln, dass irgendwie den Weg über Hawaii nach Amerika gefunden hat. Der Fall mag vielleicht auch ähnlich gelagert sein wie beim Zitronen-Huhn. Man weiß es aber nicht. Was man jedoch weiß: das Huhn ist wahnsinnig lecker und schreit nach mehr.
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