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Sonntag, 26. Juli 2026

Egg & Cress Sandwich


Auf dem Weg in den Urlaub, braucht man natürlich auch Wegzehrung. Damals, in den 70ern, war es alles einfacher. Wir saßen zu in einem winzigen VW Variant. Vater rauchte Roth-Händle und Mutter, mit dem Kofferradio für den Verkehrsfunk auf den Knien, 6. Die Fenster durften aber nicht geöffnet werden ("Dann fliegt hier nur die Asche durchs Auto"). Oma und Opa waren auch dabei und wir quetschen uns zu viert auf die ohnehin schon zu kleine Rückbank. Gurte gab es hinten nicht, aber so verkeilt, wie wir waren,wäre ohnehin keiner herausgeschleudert worden. Oma arbeitet beim Süßen Kaufhaus als Chefsekretärin beim Unternehmensleiter. Sie hatte diesen Zauberschrank mit Proben, die Vertreter mitbrachte. Davon nahm sie für uns Kinder immer reichlich mit in den Urlaub. Die Devise war: "Das gibt es aber erst auf der Autobahn!" Bis dahin waren bei gefühlten 70 °C Gummibärchen, Schokolade und Bonbons bereits zu einem undefinierbaren Haufen verschmolzen. Diese Mischung, in Verbindung mit dem Zigarettenrauch und dem Geholper des schlecht gefederten Fahrzeugs, führte oft zu Übelkeit. Angehalten wurde aber trotzdem nicht, denn mein Vater wollte sich ja nicht "den Schnitt versauen". Wenn man dann dachte "schlimmer gehts nicht", drückte Oma einem ein 4711 getränktes Tuch auf das vor Hitze glühende Gesicht, damit man etwas "erfrischt" wird. So war das damals eben. Heute ist natürlich alles anders und ich sehe zu, dass die Bande unterwegs gut verpflegt wird. Um uns schon mal ein wenig auf Großbritannien einzustimmen, habe ich egg & cress sandwiches, also mit Ei und Kresse, gemacht. Leckere Sache,man muss sie nhur vor der Grenze aufgegessen haben, denn die Einfuhr tierischer Produkte ins Vereinigte Königreich ist strikt verboten - andersherum genauso.

Montag, 6. April 2026

Laphet Thoke - burmesischer Teeblattsalat aus Myanmar


Myanmar, ehemals Burma (oder Birma) ist eins dieser asiatischen Länder, die deutlich im der öffentlichen Wahrnehmung deutlich von seine Nachbarn - in diesem Fall China, Indien und Thailand - überschattet werden. Lange Zeit abgeschottet, gab es vor einiger Zeit eine Phase, in der Hoffnung auf Demokratie aufkam, bis dann im Jahre 2021 das Militär putschte und das Land in seinen erzwungenen Dornröschenschlaf zurückfiel. Angeblich findet man in Bangkok abseits der üblichen Touristenpfade Gassen, in denen Burmesische Exilanten in kleinen Straßenlokalen Essen für die eigenen Leute anbieten, sonst ist man größtenteils auf Hörensagen oder  Internetquellen angewiesen, wenn man sich mit der Küche dess Landes beschäftigen will. Auf Kochbücher würde ich mich da nicht verlassen. Hand aufs Herz, wer von euch hat schon mal was von Laphet Thoke (လက်ဖက်သုပ်), also "Teeblattsalat" gehört, geschweige denn, so etwas schon mal gegessen? Vermutlich nicht viele und ich musste auch erst 55 Jahre alt werden, bevor Mynanmar in meiner Küche stattfand. Vorweg möchte ich schon mal sagen, das hier gehört zu den obskursten Dingen, die ich im Leben probiert habe. Ob das gut oder schlecht ist, werden wir im Laufe des Artikels erfahren. 

Laphet - burmesisches Teepesto aus Myanmar


Es klingt, wie ein verspäteter Aprilscherz, ist aber keiner. Heute essen wir Tee, ja richtig gelesen. Warum? Auf meiner Mission die weißen Flecken auf meiner kulinarischen Weltkarte verschwinden zu lassen und dabei zunächst Asien komplett abzudecken, habe ich mich mit der Küche Myanmars, ehemals Burma, beschäftigt. Das Nationalgericht dort ist Laphet Thoke, ein Salat mit knusprig frittierten Hülsenfrüchten und ein Teepesto, genannt Laphet (လက်ဖက်) . Um das herzustellen braucht man idealerweise frische Teeblätter. Die sind hier aber nicht so ohne weiteres zu bekommen. Nun gibt es einen Anbieter in Deutschland - der auch schon mal bei dieser Fernsehsendung war, in der Startup-Unternehmer mit ihren Ideen Investoren überzeugen müssen - bei dem man Laphet bestellen kann. Theoretisch zumindest, denn auf Grund der politischen Lage im Land, dass sich ja bekannterweise ziemlich abgeschottet hat, gibt es da Lieferengpässe. Eine Internetrecherche ergab, dass getrocknete Teeblätter nicht geeignet seien, das sie nicht mehr richtig fermentieren.  Aber wie heißt es doch so schön? "Alle haben immer gesagt, das geht nicht. Dann kam einer, der hat das nicht gewusst und hat es einfach gemacht." Auf dem YT-Kanal Burmawala Kitchen (klingt in diesem Kontext ja schon mal nach kompetent) wird das Pesto tatsächlich mit stinknormalem Tee aus der Packung gemacht. Auf meine Nachfrage wurde mir versichert, das ginge wunderbar. Also habe ich mir gedacht, dann probiere ich es halt auch mal.

Sonntag, 8. Februar 2026

Qurutob - Brotsalat aus Tadschikistan


In meinem Bestreben, mich einmal um die ganze Welt zu kochen, bin ich diesmal im zentralasiatischen Tadschikistan gelandet und habe Qurutob (Қурутоб), eine Art Brotsalat, der dort als Nationalgericht gilt, ausprobiert. Wie der Name schon andeutet, brauche ich dafür die Qurut ((Қурут), die ich gestern angefertigt habe. Sie sind die Grundlage des Dressings. Qurutob ist ein schönes Gemeinschaftsessen, das besonders gerne an warmen Sommertagen mit der Hand genossen wird.

Dienstag, 28. Oktober 2025

Insalata di Patate Pantesca - Kartoffelsalat aus Pantelleria


Bei Kartoffelsalat denkt man vermutlich zuerst an die deutsche Küche. Da gibt es ja bekanntlich zwei Varianten. Zum einen die grob gesagt norddeutsche, bei der mit Mayonnaise und Gürckchen gearbeitet und die dann kalt serviert wird und die eher süddeutsche (auch in Österreich verbreitete) Variante, die lauwarm mit einem Dressing aus Essig, Brühe gereicht wird. Erstere passt gut zu Backfisch, zweite besser zu Schnitzel. Italien hat man da eher weniger auf dem Schirm, obwohl ich auch schon Rezepte für italienische Kartoffelsalate gepostet habe. Heute habe ich mal einen extrem leckeren Klassiker aus Pantelleria. Das ist eine italienische Mittelmeerinsel, die auf halber Strecke zwischen Sizilien und Tunesien liegt. Schauen wir uns die Sache einmal genauer an.

Samstag, 26. April 2025

Oi Muchim - Koreanischer Gurkensalat


Koreanisches Essen liegt ja weiterhin voll im Trend und in diesem Zusammenhang erfreut sich auch Kimchi einer steigenden Zahl an Liebhabern. Aber wie das heutzutage so ist, die Aufmerksamkeitsspannen werden immer kürzer, keiner hat mehr Zeit zu warten und alles muss möglichst sofort - wenn nicht schon gestern - sein. Also scheinen besonders Versionen beliebt zu sein, die ohne monatelanges Fermentieren auskommen. Ein Rezept für 0"Turbo-Kimchi" habe ich euch schon mal unter dem Namen Baechu-Geotjeori vorgestellt. Heute gibt es eine Variante mit Gurke,die auf den Namen Oi Muchim (오이무침) hört, was übersetzt einfach Gurkensalat bedeutet. Das ist ein leckerer Begleiter für ein koreanisches Essen - wo irgendeine Form von Kimchi immer dazu gehört - aber auch eine gute Beilage zu Gegrilltem oder einfach nur ein gesunder und leckerer Snack für Zwischendurch. 

Dienstag, 15. April 2025

Ranchdressing vegan

 
Amerikaner scheinen von Ranchdressing besessen zu sein. Die weiße Sauce wird so ziemlich mit allem genossen, was essbar ist. Pizza? Sandwich? Salat? Als Dip? Gluck, gluck, gluck - ein guter Schuss Ranch scheint da immer zu passen. Auch ich habe hier schon ein Rezept für die zugegebenermaßen nicht unleckere Sauce. Heute brauchte ich aber für ein bestimmtes Rezept eine vegane Version. Ich hätte dies natürlich auch alles in einen Eintrag packen können, um den Verdacht zu entgehen, ich wolle den Blog künstlich aufblähen, aber ich finde mittlerweile, dass man später einfacher auf Rezepte verweisen kann, wenn sie nicht Teil eines anderen Rezepts sind. Ende des Satzes.

Mittwoch, 9. April 2025

Chong Ji - Geklopftes Huhn nach Art der Yi aus Yunnan

 
In meinem Bestreben, euch authentische chinesische Gerichte jenseits von Schweinefleisch süß-sauer und knuspriger Ente mit Hong Kong-Sauce zu präsentieren, entdecke auch ich immer wieder Neuland für mich. Dieses Mal ist es die Küche der Yi (auch Yizú), einer der 56 in China anerkannten Nationalitäten. Die Yi gelten als die Ahnen der Tibeter. Einige von ihnen wanderten vor Jahrhunderten nach Thailand, Laos und so weiter aus. Dort werden sie oft Lolo gennant. In China bewohnen sie Teile der Provinzen Guangxi, Guizhou, Sichuan und eben auch Yunnan. Diese Gegend wurde durch sie jahrhundertelang beherrscht, bis die Han-Chinesen der Ming-Dynastie (1368 - 1644) das Kommando übernahmen. Interessanterweise kannten zum Besipiel die Nisu, eine in Eshan (Provinz Yunnan) beheimatete Untergruppe der Yi, das Verfahren der Metallverarbeitung nicht. Das erschwerte sicher die Kriegsführung, aber auch das Kochen, da ja Messerklingen meist aus Metall gefertigt sind. Stattdessen stampften die Nisu ihr Essen in großen Mörsern klein (und tun es auch heute noch), was auch den Namen des Gerichts erklärt: Chōng jī (舂鸡) oder "geklopftes Huhn" aus der Stadt Eshan in Yunnan.

Sonntag, 6. April 2025

Laab Gai - thailändischer Hühnersalat


Wenn ich thailändisch esse gehe und es auf der Karte finde, ist Laab Gai (ลาบไก่) Pflichtprogramm. Frische Säure, leichte Schärfe und der erdige Geschmack der Kräuter, zusammen mit zartem Huhn, eingewickelt in knackigen Salat, ist dieser thailändische Klassiker (der seinen Ursprung allerdings in Laos hat) geradezu prädestiniert, ein Sommerhit zu sein. Jetzt, wo ich darüber nachdenke, frage ich mich allerdings, warum ich diesen Salat nicht schon längst hier präsentiert habe. Egal, lieber spät als nie, also mache ich das jetzt eben. 

Sonntag, 30. März 2025

Taboule - libanesischer Petersiliensalat


Man kann alt werden wie 'ne Kuh und lernt immer noch dazu. Das ist auch schön, denn es wäre ja langweilig, wenn man schon alles wüsste. Ich habe auch kein Problem mir einzugestehen, dass ich bei einer Sache bisher falsch lag. So zu Beispiel bei Taboulé (manchmal auch Tabouleh), dem wohl beliebtesten Salat aus dem Libanon. Den habe ich bisher als Bulgursalat mit Petersilie zubereitet. Das ist lecker, aber ich musste vor kurzem, als ich mit einem irakischen Freund arabisch essen war, feststellen, dass es sich doch eigentlich um einen Petersiliensalat handelt, in dem auch ein bisschen Bulgur vorkommt - und zwar der feine und nicht der grobe, den ich bisher immer benutzt habe. Da wir gestern gegrillt haben, konnte ich die Gelegenheit nutzen, mich dieser leckeren Angelegenheit ein wenig authentischer zu nähern.

Dienstag, 18. März 2025

Korusuro - japanischer Kohlsalat


Ich bin ja ein großer Freund von Krautsalaten, sei es "klassisch", als Coleslaw oder auch fernöstlich. Irgendetwas in dieser Balance von sauer und süß, zart und doch knackig erzeugt bei mir einen Zudtand der kulinarischen Zufriedenheit. Als ich nun eine frische Beilage brauchte, fiel meine Wahl fast schon automatisch auf kohlige Rohkost. Ich hatte hier etwas in Richtung Japan im Sinn. Dort heißt der Salat Kōrusurō (コールスロー) und es gibt unzählige Varianten Hier ist meine Version.

Donnerstag, 19. Dezember 2024

Knackig-frischer Salat mit Gemüse und Huhn Thai-Style


Gerade bei diesem Schmuddelwetter und hartnäckiger Erkältung ist es wichtig, auf die Vitaminzufuhr zu achten. Da kommt ein wenig Rohkost nicht ungelegen. Nun könnte man natürlich Selleriestangen in Quarkdips tauchen oder an Kohlrabisticks knabbern, ich mache mir aber lieber einen leckeren Salat. Da ich nun aber auch bekanntlich ein großer Freund südostasiatischer Aromen bin, bewege ich mich auch diesmal in diese Richtung und orientiere mich an der thailändischen - vielleicht auch ein wenig der vietnamesischen - Küche. Das ist alles Freestyle, aber nichtsdestotrotz unglaublich lecker und erfrischend. Vor allem ist dieser Salat, gerade wenn man sich nicht ganz so wohl fühlt, schnell gemacht.  

Donnerstag, 28. März 2024

Gado Gado


Da haben wir den Salat. Nicht irgendeinen, sondern tatsächlich DEN Salat. Gut, man kann das auch Gemüseplatte nennen, aber in den fernöstlichen Küchen greifen unsere westlichen kulinarischen Kategorien ohnehin eher selten. Wovon rede ich? Von Gado Gado. Das ist indonesischer Herkunft und traditionell Teil der klassischen Reistafel. Und was haben wir hier? Eigentlich nur gekochtes Gemüse mit einer Erdnussauce. Und das ist dermaßen lecker, dass ich das nicht mehr in Zahlen ausdrücken kann. Also heißt es frei nach den Ramones: "Gado Gado hey!"

Sonntag, 25. Februar 2024

Tang cu luobo - Rettich süß sauer

 
Heute habe ich zwei schnelle Gerichte aus der chinesischen Provinz Sichuan auf Lager, die kalt gegessen werden und perfekt für eine Tafel mit mehrern Gerichten sind, weil man sie gut im Voraus zubereiten kann. Den Beginn macht Táng cù luóbo (糖醋萝卜) oder süß-saurer Retttich. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass das Rezept von ChineseCookingDemystified kommt, meinem Refrenz-YT-CHannel, wenn es um die echte chinesische Küche geht. 

Shao ban ji si - Hühnerfleisch mit gerösteten Chili


Shāo bàn jī sī (烧拌鸡丝) ist eines jener Gerichte, das bis tief in die letzte Faser seiner Zutaten Sichuan pur ist. Da es kalt gegessen wird, würde es im Westen vermutlich als eine Art Geflügelsalat durchgehen. Der Vorteil wie bei unserem Rettich: es lässt sich gut im Voraus zubereiten und entlastet den Koch somit, wenn eine chinesische Tafel mit mehreren Gerichten angestrebt ist. Gefunden habe ich das Rezept bei ChineseCookingDemystified, meinem Lieblings-YT-Channel, wenn es um authentisch chinesische Küche geht.

Freitag, 19. Januar 2024

Jamaikanisches Jerk-Gewürz (und ein Geflügelsalat)


Gewürzmischungen kann man ja nie genug haben und bevor ich irgendwelchen Hipster-Startups mein Geld für ihre überteuerten Püverchen in den Hals werfe, krempele ich lieber die Ärmel hoch, wühle mich durch meinen (zugegebenermaßen riesigen) Bestand an Gewürzen und mache mich selbst ans Werk. Das Ziel heute: Jerk Seasoning. Das ist eine jamaikanische Würzung, die neben einer wohligen Schärfe auch sehr viel "warme" Töne hat, was vor allem der Lieblingszutat dieser Region geschuldet ist: Piment. Das kombiniert die Aromen von Pfeffer, Nelke und Zimt, weshalb es auf Englisch auch all spice genannt wird. Kleiner Tipp vorweg: ganze Gewürze kaufen und die nach Bedarf fein mahlen (vorher kurz trocken anrösten kann nie schaden). So hat man immer ein Maximum an Geschmack und muss nicht überlagerten Pulvern arbeiten, die dann meist nur nach Staub schemcken.

Dienstag, 12. September 2023

Kartoffelsalat mit getrockneten Tomaten und Rucola


In Hameln haben wir einen Hafenverein, der sich um den alten Schutzhafen kümmert und auch ein Hasuboot betreut, das zur Musikkneipe umfunkiuoniert wurde. Dort finden klienere, meist kostenlose Konzerte oder auch spontane Jamsessions statt. Einmal im Jahr gibt es das Hafenfest, bei dem mehere Bands auf einer großen Bühne am Hafendamm spielen. Letztes Jahr hatte man "Ferris" als Headliner verpflichten können, dieses Jahr - am letzten Wochenede - war es "Der Sonne zu nah" aus Berlin. Das Festival kostet keinen Eintritt und finanziert sich unter anderem durch Spenden. Da ich auf dem Boot auch schon gespielt habe und mit dem Vereinsvorstand eng befreudnet bin, habe ich für das Bandcatering ein paar Salate beigesteuert, unter anderem diesen Kartoffel-Rucolasalat. Weil der so lecker schmeckt, will ich da Rezept nicht verschweigen.

Mittwoch, 3. Mai 2023

Steirischer Backhendlsalat


Mein Name ist Lars und ich bin Gefahrensucher. Ich bin ständig auf der Pirsch nach einem neuen Kick. Mit Nitroglycerin-Kanistern jonglieren, den Füllstand des Tanks mit einer brennenden Kerze überprüfen, Blutwurstbehangen in Haifischbecken tauchen oder auf Minenfeldern stepptanzen - alles mittlerweile langweilig. Es gibt nur noch eine Sache auf dieser Welt, die mir so richtig das Adrenalin durch die Adern pumpt und gefährlicher geht es tatsächlich kaum: österreichische Gerichte nachkochen und diese dann der Öffentlichkeit präsentieren. Mehr Nervenkitzel wirst du in dieser Galaxie nicht erfahren, kein Thrill ist vergleichbar mit dem Moment, wenn ein wütender Alpen-Mob dir mit Linealen am Monitor ausmisst, dass die Stücke für dein Saftgulasch einen halben Zentimeter zu klein geschnitten sind, das Schnitzel um 10^−34 Lumen zu hell gebacken wurde und man Feldsalat mit Kartoffeln generell nur an ungeraden Tagen des Aprils innerhalb eines Schaltjahres isst, aber nur, wenn der zweite Vorname deines Onkels mütterlicherseits Alois ist. Da kann man nur verlieren und ich kenne keine andere Nation, die so humorbefreit ist, wenn es um "ihre" Küche geht. Aber egal, ich lerne ja nicht dazu, rüttle heuer kräftig am Watsch'nbaum, mache steirischen Backhendlsalat und vertraue auf den Schutz durch die UN.

Dienstag, 2. Mai 2023

Seltsam schmeckendes Huhn - Guai Wei Ji


我喜欢川菜,觉得很好吃. 今天我要给大家介绍的是“怪味鸡”. Alles klar? Ich hatte ja schon mal dezent angemerkt, dass ich gerade versuche, Chinesisch, beziehungsweise Mandarin zu lernen. Einfache Sätze lesen, verstehen und formulieren geht schon, hören ist leidlich, nur schreiben steht noch außer Frage. Aber es sind die kleinen Fortschritte, die zählen. Hier oben habe ich gerade erzählt, dass ich das Essen aus Sichuan liebe und denke dass es lecker ist. Außerdem habe ich angekündigt, euch heute Guài Wèi Jī (怪味鸡) vorzustellen, dass bedeutet übersetzt so viel wie "seltsam schmeckendes Huhn". Der oft zu findende Namenszusatz 丝 (si) weist darauf hin, dass das Huhn sozusagen geschreddert daherkommt. Hatten wir alles schon mal - zum Beispiel hier oder hier, damals jedoch mit verwirrenden Informationen. So habe ich zum Beispiel behauptet, Guài Wèi Jī wäre dasselbe wie Bàng Bàng Jī (棒棒鸡). Das stimmt aber nicht, obwohl beide Gerichte ähnlich sind und im Westen tatsächlich als eins betrachtet werden. Dazu später mehr.

Mittwoch, 18. Mai 2022

Bozner Sauce


Es lässt sich nicht verleugnen, es ist Spargelzeit und gerade wir hier in Niedersachsen sind mit den Erzeugnissen aus Nienburg mehr als gesegnet. Die edle Stange findet hier optimale Bedingungen und die Gegend ist damit sicher eine der Spitzenanbaugebiete in Deutschland. Dummerweise stand der Apsparagoide lange Zeit im Verdacht, Gichtanfälle zu begünstigen, also musste ich vorsichtig sein.  Heute weiß man: alles halb so schlimm und die Dosis macht das Gift. Hin und wieder ein paar Stangen schaden nicht und lecker sind sie ja, muss man schon zugeben. Allerdings braucht man auch eine gescheite Sauce dazu und da ist meist Hollandaise die Waffe der Wahl. Die kommt leider oft aus dem Tetrapack, was ich nun gar nicht mag. Frisch gemacht ist sie natürlich ein Genuss, aber auf Dauer auch langweilig. Zum Glück gibt es Alternativen, die mindestens genauso gut schmecken, wie hier unsere "Bozner Sauce".