Montag, 6. April 2026

Laphet Thoke - burmesischer Teeblattsalat aus Myanmar


Myanmar, ehemals Burma (oder Birma) ist eins dieser asiatischen Länder, die deutlich im der öffentlichen Wahrnehmung deutlich von seine Nachbarn - in diesem Fall China, Indien und Thailand - überschattet werden. Lange Zeit abgeschottet, gab es vor einiger Zeit eine Phase, in der Hoffnung auf Demokratie aufkam, bis dann im Jahre 2021 das Militär putschte und das Land in seinen erzwungenen Dornröschenschlaf zurückfiel. Angeblich findet man in Bangkok abseits der üblichen Touristenpfade Gassen, in denen Burmesische Exilanten in kleinen Straßenlokalen Essen für die eigenen Leute anbieten, sonst ist man größtenteils auf Hörensagen oder  Internetquellen angewiesen, wenn man sich mit der Küche dess Landes beschäftigen will. Auf Kochbücher würde ich mich da nicht verlassen. Hand aufs Herz, wer von euch hat schon mal was von "Teeblattsalat" gehört, geschweige denn, so etwas schon mal gegessen? Vermutlich nicht viele und ich musste auch erst 55 Jahre alt werden, bevor Mynanmar in meiner Küche stattfand.  Ich muss aber vorweg schon mal sagen, das hier gehört zu den obskursten Dingen, die ich im Leben probiert habe. Ob das gut oder schlecht ist, werden wir im Laufe des Artikels erfahren.  

Laphet - burmesisches Teepesto aus Myanmar


Es klingt, wie ein verspäteter Aprilscherz, ist aber keiner. Heute essen wir Tee, ja richtig gelesen. Warum? Auf meiner Mission die weißen Flecken auf meiner kulinarischen Weltkarte verschwinden zu lassen und dabei zunächst Asien komplett abzudecken, habe ich mich mit der Küche Myanmars, ehemals Burma, beschäftigt. Das Nationalgericht dort ist Laphet Thoke, ein Salat mit knusprig frittierten Hülsenfrüchten und Teepesto. Um das herzustellen braucht man idealerweise frische Teeblätter. Die sind hier aber nicht so ohne weiteres zu bekommen. Nun gibt es einen Anbieter in Deutschland - der auch schon mal bei dieser Fernsehsendung war, in der Startup-Unternehmer mit ihren Ideen Investoren überzeugen müssen -, bei dem Laphet bestellen kann. Theoretisch zumindest, denn auf Grund der politischen Lage im Land, dass sich ja bekannterweise ziemlich abgeschottet hat, gibt es da Lieferengpässe. Eine Internetrecherche ergab, dass getrocknete Teeblätter nicht geeignet seien, das sie nicht mehr richtig fermentieren.  Aber wie heißt es doch so schön? "Alle haben immer gesagt, das geht nicht. Dann kam einer, der hat das nicht gewusst und hat es einfach gemacht." Auf dem YT-Kanal Burmawala Kitchen (klingt in diesem Kontext ja schon mal nach kompetent) wird das Pesto tatsächlich mit stinknormalem Tee aus der Packung gemacht. Auf meine Nachfrage wurde mir versichert, das ginge wunderbar. Also habe ich mir gedacht, dann probiere ich es halt auch mal.

Mittwoch, 1. April 2026

The Best of March 2026


Momentan habe ich einen recht guten Lauf, quantitativ zumindest, denn über Qualität müssen andere urteilen. Aber ich scheine immerhin Interesse zu wecken, denn wenn der Februar von den Besucherzahlen her bereits alles andere zuvor deutlich übertroffen hat, haben wir im März noch einmal massiv zugelegt. Nicht, dass mir das irgendeinen Vorteil bringt, aber es streichelt mein Ego. Blicken wir also zurück und lassen die, gemessen an Klickzahlen, erfolgreichsten neuen Rezepte des vergangenen Monats noch einmal Revue passieren. Hier, wie gewohnt, also die März-Top 5 als Countdown. 

Dienstag, 31. März 2026

Ein kleiner Tipp für Aglio e Olio & Co


Spaghetti aglio e olio ist bestimmt eins der simpelsten, aber auch leckersten Pastagerichte, die ich kenne. Dafür braucht man eigentlich kein Rezept. Ordentlich Knoblauch mit etwas frischem Peperoncini in viel Olivenöl anbraten, Petersilie dazu, al dente gegarte Nudeln mit etwas Kochwasser unterrühren, salzen und fertig. Da gibt es kaum Spielraum weder für grobe Fehler, noch für großartige Verbesserungen. Natürlich muss die Qualität des Öls stimmen. Auch die Wahl der Nudeln ist ausschlaggebend. Ich nehme zum Beispiel nie gelb glänzende Pasta, sondern immer die mehlig-rauen, die mit Bronzeformen hergestellt wurden. Was man auch beachten muss, ist, dass der Knoblauch das Öl kräftig aromatisiert, ohne zu verbrennen und bitter zu werden. An diesem Punkt möchte ich heute ansetzen.

Montag, 30. März 2026

Babi Kecap - Schweinebauch in süßer Sojasauce aus Java


Gestern habe ich ein schön scharfes Curry aus Sulawesi namens Babi Rica Rica Kemangi vorgestellt. Da war noch ein wenig Schweinebauch über und da dachte ich mir, belib doch einfach in Indonesien und wechsle bloß die Insel. Also habe ich mein fliegendes Küchenzimmer nach Java umgeparkt. Dort leben einige chinesische Immigranten und die haben, wie überall in der Welt, ihre Rezepte mitgenommen, dann aber den örtlichen Begebenheiten angepasst. Babi Kecap ist zum Beispiel eine Abwandlung der Familie chinesischer "Rotschmorgerichte", hóng shāo (红烧) von denen wir hier auch schon so einige hatten. Hier hat man eben auf Reiswein verzichtet und indonesische, statt chinesischer Sojasauce verwendet. Die ist generell oft süßer und man konnte deshalb auch auf Karamell verwendet. Alles in allem sind die Rezepte "verschlankt" worden, aber dennoch nicht weniger lecker. Babi Kecap ist in Indonesien überall dort, wo Schweinefleisch (babi) gegessen wird sehr beliebt, besonders auf Bali. Kecap ist übrigens der Name für Sojasauce, darüber aber später mehr. Wir hatten das Gericht übringens auch schon mit Huhn. Dan heißtbdas Ayam Kecap. Fangen wir nun aber an zu kochen.

Sonntag, 29. März 2026

Babi Rica Rica Kemangi - indonesisches Curry mit Schweinebauch mit Basilikum aus Sulawesi


Ich hatte die Tage mal wieder Lust auf etwas schön Scharfes aus Fernost. Da es diesmal aber nicht schon wieder China oder Thailand sein sollten, habe ich mich in Richtung Indonesien gewandt, genauer gesagt zur Insel Sulawesi (ehemals Celebes). Die gehört neben Bali und Teilen Sumatras zu den wenigen Gegenden des vornehmlich muslimischen Inselstaats, in denen Schweinefleisch gegessen wird. Eine beliebte Zutat dort ist eine scharfe Würzpaste (bumbu) , mit dem Namen rica rica. Das bedeutet übersetzt so viel wie "Chili" oder "scharf"  und stammt aus dem sogenannten Manado Malay, einer Sprache die von den Minahasa gesprochen wird, die auch für dieses Gericht verantwortlich sind. Und bevor jetzt schnulzige Betroffenheitsschwurbler aus Mannheim vor meiner Tür Mahnwachen abhalten und Krokodilstränen heulend Chipstüten verbrennen, babi ist das indonesische Wort für Schwein, beziehungsweise Schweinefleisch. Man kann das aber auch bedenkenlos mit Huhn machen, dafür wird man nicht von reptoiden Eliten verhaftet ... noch nicht.

Montag, 23. März 2026

Huhn mit weißen Bohnen


Manchmal kaufe ich einfach so ein Hühnchen, ohne einen genauen Plan, was damit geschehen soll. So auch diesmal. Ich überlegte zunächst, ob ich irgendwas chinesisches oder indisches damit  zubereiten könnte, aber dann fiel mein Blick auf ein Glas mit weißen Bohnen und ich dachte mir: "Why not?" Also schnell noch die Phaseolen der Summe meiner irdischen Besitztümer hinzugefügt und mich zu Hause direkt ans Werk gemacht. Rezepte brauche ich für so etwas nicht, das entsteht ganz spontan. Ist ja auch kein Hexenwerk, sondern eher was für nebenbei, wenn man ein wenig Routine hat. Das Schöne hieran ist, dass das Ganze nach dem Anbraten im Backofen gart. Den Beilagenreis habe ich im Reiskocher zubereitet. Das spart massig Zeit und man kann schon mal den Herd sauber machen, während der Vogel in der Röhre schmort. Wochentags ist das sehr praktisch und auch an freien Tagen will man ja nicht noch abends nach dem Essen Abwasch- und Putzorgien starten.