Dienstag, 31. März 2026

Ein kleiner Tipp für Aglio e Olio & Co


Spaghetti aglio e olio ist bestimmt eins der simpelsten, aber auch leckersten Pastagerichte, die ich kenne. Dafür braucht man eigentlich kein Rezept. Ordentlich Knoblauch mit etwas frischem Peperoncini in viel Olivenöl anbraten, Petersilie dazu, al dente gegarte Nudeln mit etwas Kochwasser unterrühren, salzen und fertig. Da gibt es kaum Spielraum weder für grobe Fehler, noch für großartige Verbesserungen. Natürlich muss die Qualität des Öls stimmen. Auch die Wahl der Nudeln ist ausschlaggebend. Ich nehme zum Beispiel nie gelb glänzende Pasta, sondern immer die mehlig-rauen, die mit Bronzeformen hergestellt wurden. Was man auch beachten muss, ist, dass der Knoblauch das Öl kräftig aromatisiert, ohne zu verbrennen und bitter zu werden. An diesem Punkt möchte ich heute ansetzen.

Montag, 30. März 2026

Babi Kecap - Schweinebauch in süßer Sojasauce aus Java


Gestern habe ich ein schön scharfes Curry aus Sulawesi namens Babi Rica Rica Kemangi vorgestellt. Da war noch ein wenig Schweinebauch über und da dachte ich mir, belib doch einfach in Indonesien und wechsle bloß die Insel. Also habe ich mein fliegendes Küchenzimmer nach Java umgeparkt. Dort leben einige chinesische Immigranten und die haben, wie überall in der Welt, ihre Rezepte mitgenommen, dann aber den örtlichen Begebenheiten angepasst. Babi Kecap ist zum Beispiel eine Abwandlung der Familie chinesischer "Rotschmorgerichte", hóng shāo (红烧) von denen wir hier auch schon so einige hatten. Hier hat man eben auf Reiswein verzichtet und indonesische, statt chinesischer Sojasauce verwendet. Die ist generell oft süßer und man konnte deshalb auch auf Karamell verwendet. Alles in allem sind die Rezepte "verschlankt" worden, aber dennoch nicht weniger lecker. Babi Kecap ist in Indonesien überall dort, wo Schweinefleisch (babi) gegessen wird sehr beliebt, besonders auf Bali. Kecap ist übrigens der Name für Sojasauce, darüber aber später mehr. Fangen wir an zu kochen.

Sonntag, 29. März 2026

Babi Rica Rica Kemangi - indonesisches Curry mit Schweinebauch mit Basilikum aus Sulawesi


Ich hatte die Tage mal wieder Lust auf etwas schön Scharfes aus Fernost. Da es diesmal aber nicht schon wieder China oder Thailand sein sollten, habe ich mich in Richtung Indonesien gewandt, genauer gesagt zur Insel Sulawesi (ehemals Celebes). Die gehört neben Bali und Teilen Sumatras zu den wenigen Gegenden des vornehmlich muslimischen Inselstaats, in denen Schweinefleisch gegessen wird. Eine beliebte Zutat dort ist eine scharfe Würzpaste (bumbu) , mit dem Namen rica rica. Das bedeutet übersetzt so viel wie "Chili" oder "scharf"  und stammt aus dem sogenannten Manado Malay, einer Sprache die von den Minahasa gesprochen wird, die auch für dieses Gericht verantwortlich sind. Und bevor jetzt schnulzige Betroffenheitsschwurbler aus Mannheim vor meiner Tür Mahnwachen abhalten und Krokodilstränen heulend Chipstüten verbrennen, babi ist das indonesische Wort für Schwein, beziehungsweise Schweinefleisch. Man kann das aber auch bedenkenlos mit Huhn machen, dafür wird man nicht von reptoiden Eliten verhaftet ... noch nicht.

Montag, 23. März 2026

Huhn mit weißen Bohnen


Manchmal kaufe ich einfach so ein Hühnchen, ohne einen genauen Plan, was damit geschehen soll. So auch diesmal. Ich überlegte zunächst, ob ich irgendwas chinesisches oder indisches damit  zubereiten könnte, aber dann fiel mein Blick auf ein Glas mit weißen Bohnen und ich dachte mir: "Why not?" Also schnell noch die Phaseolen der Summe meiner irdischen Besitztümer hinzugefügt und mich zu Hause direkt ans Werk gemacht. Rezepte brauche ich für so etwas nicht, das entsteht ganz spontan. Ist ja auch kein Hexenwerk, sondern eher was für nebenbei, wenn man ein wenig Routine hat. Das Schöne hieran ist, dass das Ganze nach dem Anbraten im Backofen gart. Den Beilagenreis habe ich im Reiskocher zubereitet. Das spart massig Zeit und man kann schon mal den Herd sauber machen, während der Vogel in der Röhre schmort. Wochentags ist das sehr praktisch und auch an freien Tagen will man ja nicht noch abends nach dem Essen Abwasch- und Putzorgien starten.

Freitag, 20. März 2026

Tomatensuppe


Ich bin ja immer froh, wenn ich konkrete Essenswünsche bekomme. Diesmal war eine Tomatensuppe gewünscht und die passt ja iin jede Jahreszeit. Ich habe diesmal sowohl Tomatenpulp, als auch eingelegte Tomaten in Öl genommen, was den Geschmack deutlich intensiviert. So kann man das als Süppchen vorweg oder mit Baguette oder auch Nudeln als Hauptgericht genießen. 

Donnerstag, 19. März 2026

Beshbarmak - geschmortes Fleisch mit Nudeln aus Kasachstan und Kirgisistan


Auf unserer kulinarischen Weltreise verbleiben wir noch einen Moment in Zentralasien und beschäftigen uns mit einem wortwörtlich "handfesten" Gericht: Beschbarmak oder Besbarmaq (бешбармак) - kirgisisch oder auch Beschbarmak. Das bedeutet auf Deutsch so viel wie "fünf Finger", weil es, wie es sich für ein waschechtes Nomadengericht gehört, mit der Hand gegessen wird. Das ist ja auch nicht weiter verwunderlich, denn wenn man in der Wüste herumjockelt, ist ein mehrteiliger Besteckkasten mit Fischmesser, Marmeladenlöffel und Hummerzange eher hinderlicher Ballast. Besonders beliebt ist das Gericht in Kasachstan und Kirgisistan, womit wir zwei weitere weiße Flecken von unserer Karte verschwinden lassen können  Mit Asien bin ich also bald durch. Ich werde natürlich China weiterhin treu bleiben, mich aber dann an Afrika abarbeiten.

Baursaki (Boortsog) - fritierte Gebäckteile aus Kasachstan und Kirgisistan


Baursaki (Бауырсақтар), auch Boortsog genannt, sind kleine, frittierte krapfenartige Gebäckteile, die sich besonders in Zentralasien, aber auch der Mongolei und dem Nahen Osten großer Beliebtheit erfreuen. Sie werden gerne zum Tee gegessen, können aber auch zu herzhaften Gerichten serviert werden. Als Beispiel hierfür könnte man Suutei Tsai nennen, zu dem sie perfekt passen. Ich brauche sie für etwas anderes, dazu aber mehr in einem späteren Beitrag.