Rippchen könnte ich auch jeden Tag essen, egal ob aus dem Smoker, vom Grill, im Backofen gegart oder gewokt - alles lecker und man in diesen Richtungen nie genug Rezepte haben. Heute erweitern wir das Repertoire mal um noch eine chinesische Variante. Wir machen heute Fēngwèi páigǔ (风味排骨) oder "würzige Rippen" und die schreien mit jeder Faser: "Sichuan". Das kann, so meine Erfahrung nie schief gehen, denn ich glaube, ich bin geboren worden, um diese Küche zu genießen. Auch nach all den Jahren werde ich nicht müde, neue Sachen zu entdecken und freue mich bei jedem Bissen immer noch, wie beim ersten. Irgendwas an diesen Gerichten macht mich unglaublich glücklich. Es mag seltsam klingen, aber gerade das málà-Geschmacksprofil (betäubend-scharf) und führt bei mir immer zu einem Endorphin-Flash. Ich glaube wirklich, ich bin auf dem falschen Kontinent geboren. Nicht dass es mir hier nicht gefällt - Deutschland hat auch sehr schöne Seiten und gutes Essen - aber ich habe immer dieses unterschwellige Gefühl von Vertrautheit, so als ob die Küche Sichuans nach "Heimat" schmecken würde. Das Rezept stammt übrigens vom chinesischen Koch, YouTuber und Restaurantbesitzer Wang Gang und ich bin sehr dankbar dafür. 非常感谢师傅。
Montag, 2. März 2026
Sonntag, 1. März 2026
The Best of February 2026
Ohne in peinliches Selbstlob zu verfallen, muss ich doch konstatieren, das der Februar in doppelter Hinsicht herausragend war. Zum war ich ungewöhnlich produktiv. 21 Beiträge in einem Monat habe ich das letzte Mal im Februar 2019 geschafft. Gemessen an Seitenaufrufen war 02/26 darüber hinaus auch der erfolgreichste Monat in der Geschichte dieses Blogs. Dafür danke euch. Aber bevor wir die Korken knallen lassen, schauen wir erst einmal auf den Februar zurück und erinnern uns an die fünf meist angeklickten neuen Rezeptbeiträge dieses Zeitraums.
Samstag, 28. Februar 2026
Blechpizza mit Ragu alla Bolognese
Ich habe drei Tiefkühlschränke und alle sind randvoll. Da hilft nur eins: irgendetwas auftauen und verwenden. Ich bin ja lernfähig und beschrifte mittlerweile alles, da ich es leid bin, ständig Tiefkühl-Bingo spielen zu müssen. Was mir heute beim Öffnen zufälliger Gefrierschubladen sofort ins Auge fiel - und da tut vielleicht weh! - war ein Beutel mit 500 Gramm Ragù alla Bolognese, gekocht nach dem traditionellen Rezept der Accedemia Italiana della Cucina. Ich überlegte hin und her und entschied mich dann damit eine Blechpizza zu machen. Nicht ganz unabwegig. Aber dazu muss ich ein wenig ausholen. Als Kind mochte ich weder Käse (zu dem habe ich immer noch ein gespaltenes Verhältnis habe, ich und mag ihn eigentlich nur warm, mit Ausnahme von Parmesan, Mozzarella, Manchego oder Feta) noch Tomaten. Ich war 18 Jahre alt, als ich mich überwinden konnte und meine erste Pizza probierte. Das war nach ein paar Bier und einem gewaltigen Hüngerchen und natürlich aus Mangel an Alternativen. Ich meine, es war eine klassiche Margherita, aber ich weiß genau, dass ich positiv überrascht war. Dann habe ich aus Neugier eine Fertigpizza - damals war ich noch etwa zwei Jahre vor meiner kulinarischen Erweckung - probiert und das war eine mit Brokkoli und Bolognese. Klingt komisch, ist aber so.
Donnerstag, 26. Februar 2026
Yu XiangJi Si - Fischduft-Hühnerfleisch
Ich erwähnte neulich schon mal, dass Chinesisch mitunter "blumig" ist. Gerade bei Name von Gerichten ist man oft kreativ, wie zum Beispiel bei Ameisen lklettern auf einen Baum oder auch einer Reihe von Gerichten , wie diesem hier, dass den Namenszusatz Yú xiāng (鱼香) oder "Fischduft". Das verwirrende ist, dass hierbei weder Fisch vorkommt, noch dass das Ganze dann so schmeckt. Der Name liegt daran, dass hier Essig und Ingwer zum Einsatz kommen, eine Kombination, die man sehr häufig in Fischgerichten findet.Wir hatten hier schon Fischduft- Auberginen (Yú xiāng qiézǐ) und Fischduft-Schweineflesich (Yú Xiāng Ròu Sī), heute gibt es dann Fischduft-Hühnerfleisch: Yú xiāng jī sī (鱼香鸡丝). Das ist zwar nicht so gängig, wie die anderen beiden Sichuan-Klassiker, aber nicht minder lecker. Es ist außerdem mal wieder ein gutes Beispiel dafür, das beim chinesischen Kochen die Vorbereitung. Was man in der französischen Küche mise en place nennt, ist im Chinesischen Shí cái zhǔn bèi (食材准备 ) - das Organisieren und Vorbereiten der Zutaten und Gerätschaften vor dem Kochen, was weit über bloßes Bèi liào (备料) oder "Lebensmittel vorbereiten" hinausgeht. Mit anderen Worten, wir haben viel Schnibbelarbeit zu leisten, aber wenn der Wok erst einmal glüht, ist das Kochen selbst nur eine Frage weniger Minuten. Fangen wir also an.
Montag, 23. Februar 2026
Nur mal so ... (Teil 150)
Auch wenn ich mal nicht poste, koche und und esse ich natürlich trotzdem. Das sind dann meist Dinge, die keinen eigenen Blogeintrag rechtfertigen, weil ich sie entweder schon hier habe oder ich mit der Präsentation, beziehungsweise den Fotos nicht zufrieden bin. Gestern gab es zum Beispiel einen Krustenbraten, mit Sahnemöhrchen mit Zucchini und Spinatknödel. Knödel schön luftig, das Fleisch zart, die Schwarte krachte so richtig, aber Highlight ist immer wieder die Sauce. Deshalb taucht die auch gleich noch mal auf. Rezepte für Schweinebraten habe ich hier einige und sie gleichen sich, was die Sauce betrifft alle so ziemlich, also brauche dafür kein neues Rezept schreiben. Die Gattin, die kein Schweinefleisch mag, war mit Knödeln und Gemüse (mit Bröselbutter) zufrieden.
Samstag, 21. Februar 2026
Khachapuri Adjaruli - georgisches Käsebrot
Nein, აჭარული ხაჭაპური ist keine elbische Gravur in einem Ring der Macht und dies ist auch kein Lembas. sondern georgisches Käsebrot. Das ist ja, wie wir von Helge Schneider kennen, ein gutes Brot, aber mal ganz ehrlich, mit unserer Goudastulle hat das hier weniger zu tun. Wir bewegen uns hier eher im Reich von Pizza und Pide. Die Rede ist vom georgischen Nationalgericht Khachapuri. Da hat jede Region ihre eigene Version. Da diese aus der am an der Schwarzmeerküste ganz im Westen Georgiens gelegenen Region Adscharien stammt, trägt sie den Zusatz Adjaruli. Eins Vorweg: Diatküche geht anders. Aber was tut man nicht alles, um die weißen Flecken auf seiner kulinarischen Landkarte verschwinden zu lassen. Außerdem habe ich auch wieder was dazugelernt, weil ich sonst bisher nicht viel über Georgien wusste, das Alphabet aber schon immer ästhetisch ansprechend fand.
Imeruli - georgischer Frischkäse
Georgisch ist für mich vom Schriftbild her eine der schönsten Sprachen. Der Name unseres heutigen Projekt, ein spezieller Frischkäse, sieht in diesem in den Buchstaben des georgischen Alphabets geschrieben so aus: იმერული. Das ist, finde ich fast schon elbisch. Ausgesprochen wird das Imeruli. Manchmal spricht man auf Deutsch - wenn man überhaupt darüber redet - auch von Imeriti oder imeretischem Käse. Ich brauche diesen für ein weiteres Gericht, leider ist es scheinbar unmöglich, ihn hierzulande aufzutreiben. Also habe ich nach Rezepten gesucht und mich selbst ans Werk gemacht. Hier nun meine Vorgehensweise.
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