Donnerstag, 1. Dezember 2022

The Best of November 2022


Es ist ja eine Binsenweisheit, dass man das Gefühl hat, die Zeit verginge schneller, je älter man werde. Und tatsächlich finde ich mich hier im Dezember wieder und weiß gar nicht so recht, wo das Jahr 2022 geblieben ist. Ich bin mir dabei übrigens nicht einmal sicher, ob ich das überhaupt wissen möchte. Aber nichtsdestotrotz schauen wir gespannt in die Zukunft und hoffen auch weiterhin gutes Essen, nette Geschichten und ansehnliche Bilder liefern zu können. Hin und wieder halten wir aber auch inne und blicken zurück, meist am Monatsende. Heute lassen wir nun den November Revue passieren und präsentieren noch einmal im Schnelldurchlauf die Top 5 der meistgeklickten neuen Rezepte des Monats, wie immer als Countdown. 

Samstag, 26. November 2022

Hähnchen à la Provençale


Das sind solche Gerichte, die ich mittlerweile im Schlaf koche und mir die Zutaten auch immer erst spontan zusammensuche. Deshalb gibt es auch kein Zutatenbild. Keine rote Paprika da? Kein Problem, dann halt ohne. Im Kräuterbeet kein Oregano, dafür vielleicht Majoran? Auch gut. Da ist noch etwas Fenchel übrig oder ein Champignons lungern einsam im Gemüsekorb vor sich hin? Rein damit - alles geht, nichts muss. Gut, ich würde da jetzt keinen Bambus oder Mu Err-Pilze dazugeben, aber ihr wisst schon, was ich meine. Heute waren mal alle klassischen Zutaten da, also konnte die Sache am Ende einfach gar nicht ganz so unlecker werden. Und was soll ich sagen? Es war das ist es auch nicht geworden.

Dienstag, 22. November 2022

Sate Ayam Ponorogo - Hähnchenspieße mit Erdnusssauce aus Java


Das heutige Gericht - schon länger geplant - wird leider von tagesaktuellen Ereignissen überschattet: dem Erdbeben auf der indonesischen Insel Java. Vorab gilt unser erster Gedanke also den Opfern, ihren Familien und all jenen, die vor den Trümmern ihrer Existenz stehen. Und ja, ich kann das betrauern, ohne das Leid anderswo aus dem Auge zu verlieren und auch mein Mitgefühl für zu Unrecht leidende Menschen hierzulande wird dadurch nicht geschmälert. Aber nun zum Gericht. Was haben wir hier denn heute im Angebot? Satespieße vom Huhn. Okay, die hatten wir auf diesem Schiff schon des Öfteren, sowohl thailändisch als auch indonesisch. Heute biete ich eine besondere, weil ursprüngliche Machart an. Satespiesse stammen nämlich wohl von eben jener gerade durch die Natur gebeutelten Sundainsel Java, genauer gesagt aus dem Regierungsbezirk Ponorogo (nicht mit dem bolivianischen Ort Porongo verwechseln). Aus dieser Ecke der Welt habe ich hier ein schönes, nicht allzu kompliziertes Rezept: Sate Ayam Ponorogo (Hähnchenspieße aus Ponorogo). Dazu gibt es ganz klassisch einen Erdnussdipp.

Montag, 21. November 2022

Bungeoppang (Tayaki) - Waffelfische mit süßer Füllung


Manchmal überschneiden sich die Dinge. Just nachdem ich rein zufällig über ein Video der in den US lebenden koreanischen Internet-Koch-Ikone Maangchi gestolpert bin, in dem sie Waffelfische mit süßer Füllung backt, erzählt mir die Sous-Chefin von einem fast identischen Gebäck, dass sie im Computerspiel Genshin Impact gesehen hat und gerne mal essen würde. Ich schreibe bewusst „fast identisch“, denn bei Maangchi gab es koreanische Bungeoppang (붕어빵), im Spiel handelt es sich um japanische Taiyaki (鯛焼き). Der Unterschied mag auf nationaler Ebene bedeutsam sein, kulinarisch kann er jedoch vernachlässigt werden, den beides sind im Grunde Waffeln in Fischform, die klassisch mit süßen Bohnen oder Bohnenpaste gefüllt werden und als Streetfood heiß begehrt sind. 

Sonntag, 20. November 2022

Siu Yuk - knusprig kantonesischer Knabberbauch


Heute haben wir hier einen weiteren Klassiker aus China im Angebot, der zusammen mit Pekingente und Char Siu sozusagen die Dreifaltigkeit des Ofenröstens im Land der Mitte bildet: 燒肉, was soviel wie geröstetes Fleisch bedeutet. In der Sprache der Provinz Guangdong (Kanton), aus dem dieses Gericht stammt, wird das Siu Yuk (sīu yuhk) ausgesprochen, in Standard-Mandarin wäre die Aussprache aber Shao Ru (shāo ròu). Aber egal, wie man es nennt, die Kombination von zart gegartem Schweinbauch mit seinen leckeren Schichten aus magerem Fleisch und Fett, aromatischer Würzung und der extrem knusprigen Schwarte ist unwiderstehlich. Die Zubereitung ist etwas zeitaufwendig und man sollte etwa drei Tage Marinier- und Trockenzeit einplanen, aber für Freunde eines knusprigen Schweinebauchs sicher die Mühe wert. 

Sonntag, 13. November 2022

Hong You Chao Shou - Wan Tans in Chiliöl


Ja, es hat keinen Zweck mehr es zu leugnen, also muss ich es unumwunden zugeben: ich bin süchtig! Wonach? Die Antwort ist einfach: nach der Küche Sichuans. Für alle, die hier gelegentlich mitlesen, vielleicht keine allzugroße Überraschung, aber ich fühle mich besser, jetzt wo es raus ist. Besonders angetan hat es mir das sogenannte Má Là-Geschmacksprofil, welches das leicht elektrisierend-betäubende Prickeln der Sichuan-Pfefferbeere mit der Schärfe von Chili kombiniert. Hier habe ich mal so ein Gericht, dass auf dieser Schiene fährt: 红油抄 (Hóng Yóu Chāo Shǒu) oder Wan Tans in Chiliöl. Das ist eine Geschmacksexplosion, die sich schwer in Worte fassen lässt. Was sich aber erzählen lässt, ist wie man dieses Gericht zubereitet. Das macht ihr dann natürlich auch nach und urteilt selbst.

Dienstag, 8. November 2022

13-Gewürzpulver - Shi San Xiang


Die chinesische Küche ist ein nicht versiegender Quell der Inspiration und man findet immer wieder spannende Dinge, über die man berichten kann. Heute stelle ich mal eine Gewürzmischung vor, die besonders im Norden des Landes, also der Küche Pekings, beliebt ist und hervorragend zu Ente, Lamm oder auch durchwachsenerem Schweinefleisch passen dürfte, aber auch in Suppen Anwendung findet: 十三香 (Shísān Xiāng) oder 13-Gewürzpulver. Das kann man in China natürlich fertig gemischt kaufen, wenn man es hier nachmachen will, braucht man schon einige exotische Gewürze - dank Internet ist die Beschaffung heutzutage aber kein größeres Problem mehr.