Donnerstag, 27. August 2026

A Tribute to Dolly Parton: Chicken and Dumplings - Hühnersuppe mit Teigkissen


Es gibt im amerikanischen Showgeschäft nicht viele, die gradlinig ihren Weg, ohne sich aus angst, es könne der Karriere schaden. Johnny Cash war so einer und auch Dolly Parton. Obwohl sich politisch nie einem Lager zugeordnet hat, trat sie doch immer gegen Ungerechtigkeit und für Humanität ein. Sie engagierte sich für Frauenrechte und unterstützte die LGBTQ+ bereits offen, bevor die meisten wussten, dass es so etwas gab - in der doch oft eher konservativen Countryszene eher eine Seltenheit. Dass sie nicht nur eine äußerst erfolgreiche Sängerin war, sondern auch hin und wieder schauspielerte, weiß man vielleicht. Einige mögen den Klassiker "Magnolien aus Stahl" (1989) gesehen haben. Aber dass sie auch Kochbücher veröffentlichte, ist vielleicht weniger bekannt. Unser heutiges Rezept stammt aus Dolly's Dixie Fixin's und zeigt genau ihre Wurzeln. Geboren in den Smoky Mountains von Tennessee, aufgewachsen in wirtschaftlicher Not in einer einräumigen Blockhütte ohne Elektrizität, fließend Wasserr oder Sanitäranlagen - dennoch beschrieb sie ihre Kindheit als glücklich und voller Liebe - waren sie, ihre Eltern und die elf Geschwister gezwungen, von dem zu leben, was man selber anbauen und produzieren konnte. Diese einfache, aber sättigende Hühnersuppe mit Teigkissen - Hühner lassen sich gut und billig züchten - isrt ein Paradebeispiel für die "arme Leute-Küche" dieser Region. Dolly hat ihre Herkunft nie verleugnet. Vorgestern ist die Stimme dieser einzigartiogen Ikone für immer verstummt.

Mittwoch, 26. August 2026

Schottisches Lachs-Wellington



Am Sonntag war ich abends erst etwas zuhause. Da es im Vorfeld schon klar war, dass ich dann keine Zeit mehr zum Kochen haben würde, erklärte sich die Sous-Chefin bereit, für uns alle zu kochen. Wer hier sporadisch mitliest weiß, dass sie auf dem Gebiet tatsächlich eine Begabung hat. Leider existieren hier keine Zutaten - oder Schritt für Schrittfotos, aber die Angelegenheit ist auch so gut zu erzählen. Ach ja, wie man unschwer erkennen kann, geht es um Lachs in Blätterteig, also Lachs-Wellington oder saumon en croûte, wie der Franzose sagt. Für die Freunde britischen Adels soll nicht unerwähnt bleiben, dass die russische Variante dieses Klassikers, кулебяка (Kulebjak) zuu den Lieblingsgerichten Prinz Philps, Duke of Edinburgh und Prinzgemahl Elizabeths II. Hier ist eine schottische Version.

Dienstag, 11. August 2026

Gong Bao Ji Ding - Kung Pao-Huhn (Version 2026)


Es gibt manche Gerichte, die lassen einen nicht mehr los und man muss sie immer wieder kochen, bis irgendwann ein Punkt erreicht ist, an dem man mit dem Resultat zu hundert Prozent zufrieden ist. Für mich gehört 宫保鸡丁 (gōng bǎo jī dīng) oder zu auf Deutsch "Kung Pao-Huhn" auf jeden Fall in diese Kategorie. Ich habe es unzählige Male gekocht, auch schon mit Rind, Garnelen, Tofu oder nach Guizhou-Art. Nach dem Urlaub und ein paar Tagen hier mit italienischer Pasta war es so weit, ich musste etwas aus Sichuan essen, um Entzugserscheinungen zu verhindern.. Also habe ich mich mal wieder an der klassischen gōng bǎo-Version versucht und möchte das Ergebnis hier mit euch teilen.

Sonntag, 9. August 2026

Pasta mit Radieschenblatt-Pesto


Ich freue mich ja grundsätzlich, wenn das Wetter und Zeit es erlauben, e tagsüber mal in den Pool zu springen und abends noch auf der Terrasse zu sitzen. Insofern habe ich nichts gegen höhere Temperaturen, wenn sie nicht gerade die an drer 40 °C-Grenze kratzen. Was ich nicht mag und was mich kreislauftechnisch aus der Bahn wirft, ist schwüle Luft. Bei solchen Witterungsbedingungen habe ich meist auch keine Lust, stunden lang am heißen Herd zu stehen. Da wird dann entweder gegrillt, was ja eigentlich auch nicht kälter ist, aber immerhin an der frischen Luft stattfindet), es gibt Sandwiches oder eine schnelle Pasta. Pesto ist da immer gut und ich liebe das originale Pesto alla Genovese, aber auch Varianten in rot oder mit Bärlauch sind großartig. Nun hatte ich neulich Radieschen gekauft und mir gedacht, das Grün davon ist doch eigentlich zu schade, um weggeschmissen zu werden. Also habe ich daraus ein Pesto gemacht. Einfache Sache, aber tatsächlich lecker.

Donnerstag, 6. August 2026

Schottland 2026 - eine Nachlese


Wir sind nun auch schon wieder fünf Tage zu Hause und ein bisschen Resturlaub habe ich noch. Zeit also, auf der heimischen Terrasse zu sitzen, die Fotos am Laptop zu sichten und die Zeit in den schottischen Highlands Revue passieren zu lassen. Es war diesmal kein primär kultureller Urlaub (obwohl Castles ja auch Kulturgut sind) oder ein Städtetrip, es ging vielmehr um die Landschaft, also das Erleben der puren Natur und davon gibt es dort reichlich. Ich möchte hier jetzt ein paar Impressionen mit euch teilen, obwohl die Bilder der Wirklichkeit kaum gerecht werden. Auf dem Bild sieht man übrigens das geschichtsträchtige Schicksalstal Glencoe, einer der schönsten Ecken Schottlands. Dazu aber später noch mehr.

Sonntag, 2. August 2026

The Best of July 2026


Der Juli war zum einen Ferienmonat (dazu in einem späteren Eintrag mehr), sondern auch Monat des Tofus. Drei leckere Gerichte mit dem oft zu Unrecht verschmähten Bohnenquark und zwei davon habe es in die diesmalige Liste geschafft. Hier also unser Rückblick auf die am häufigsten angeklickten neuen Rezepte des Juli (dem bisher zweiterfolgreichsten Monat in der Geschichte dieses Blogs), wie immer als TOP 5 im Countdown.

Dienstag, 28. Juli 2026

Wok This Way - chinesisches Restaurant in Dingwall, Schottland


Ich weiß nicht, ob mich meine Erinnerung trügt, ob sich mein Geschmack über die Jahre verändert oder ob sich objektiv etwas getan hat, aber ich habe keine guten Erinnerumgen an chinesisches Essen in Großbritrannien. Die Sachen waren meist pappsüß, salzlos und mit so viel Stärke versetzt, dass die Saucen meist ein schleimiger Brei waren. Also hatte ich keine großen Erwartungen, als entschieden im Wok This Way in Dingwall, zwanzig Minuten von unserem Häuschen entfernt, einkehren wollten. Wie man am Schild eindeutig entnehmen kann, handelt es sich sowohl um ein Restaurant (Eingang um die Ecke) und Takeaway. Das Restaurant selbst ist schlicht, aber geschmackvoll eingerichtet. Die Chefin ist Chinesin, ihr Mann scheint zu kochen und die etwa zehnjährige Tochter zählte mir stolz auf Deutsch von Eins bis Zehn vor. Dafür konnte ich die Anwesenden überraschen, als ich sie auf Chinesisch dafür lobte. Apropos Gäste. Das waren zu 90 % Chinesen, was ja eigentlich schon mal ein gutes Zeichen ist. Das Eis war gebrochen und wir konnten bestellen. Kleine Fußnote vorweg: wir waren dann zu zweit noch mal ein paar Tage später da.