Sonntag, 19. Mai 2019

Ein Fest für die Sous-Chefin


Die Sous-Chefin hatte sich vor einiger Zeit aus freien Stücken dazu entschieden, konfirmiert werden zu wollen. Als philosophisch geschulter Mensch bewegt sich mein Denken und Handeln klar im Geiste der Aufklärung und religiöse Praktiken sind mir fremd. Ich habe so auch meinen Mitgliedsausweis schon vor Jahren dankend an die Kirche zurückgeschickt. Aber ich respektiere die freie Entscheidung anderer und wenn die Sous-Chefin wünscht - aus welchen Gründen auch immer -  konfirmiert zu werden, dann soll es so sein. Es schadet ja auch nicht und wer weiß, wann sich die nächste Gelegenheit (jenseits von Beerdigungen) findet, die Familie mal wieder an einem Ort versammelt zu sehen. Heute war also der Tag, an dem die Konfirmation stattfand.

Freitag, 17. Mai 2019

Rosmarin-Knoblauch-Huhn


Es gab Zeiten, das ist mir auf "magische" Weise mindestens zweimal die Woche ein Hähnchen in den Einkaufswagen geflogen. Ich weiß auch nicht wie und die Gattin hat diesbezüglich auch nie so direkt an Zufall geglaubt, aber ich habe die Flattermänner wohl irgendwie reflexartig dem Bestand meiner käuflich erworbenen Besitztümer hinzugefügt. Das stammt vermutlich noch aus der Zeit, wo es bei uns Frischgeflügel höchstens auf dem Wochenmarkt gab und wenn man dann mal etwas fand, musste man sofort zuschlagen (nein, ich bin nicht östlich der Grenze aufgewachsen). Auch heute noch kann ich kaum an Frischgeflügel vorbeigehen, ohne mit dem Gedanken zu spielen es zu kaufen. Mittlerweile achte ich aber auch hier auf Qualität, so dass mich nicht mehr jedes Angebot reizt. 

Dienstag, 14. Mai 2019

Arrosticini Abruzzesi - Lammspieße aus den Abruzzen


Selten ist ein Rezept so schnell erzählt. Lammfleisch, Spieße, heißer Grill, Salz - fertig. Das war es schon und wir alle könnten jetzt eigentlich nach Hause gehen, die Höhle ausfegen und darauf warten, was uns die Evolution morgen zu bieten hat. Machen wir natürlich nicht, denn das eine oder andere fällt mir schon noch zu dem Thema ein. 

Sonntag, 12. Mai 2019

English Fried Chicken - ein Klassiker aus dem 18. Jahrhundert


Beim Stichwort Fried Chicken denkt man vermutlich zunächst an die amerikanischen Südstaaten, an alte Männer mit weißen Anzügen im "Vom Winde verweht"-Stil und knusprige Hühnerteile in Pappeimern. England wird einem da eher weniger in den Sinn kommen und selbst wenn, würde man auf der Suche nach einem Rezept sicher nicht zum Lexikon greifen. Das ist aber nicht immer so gewesen, denn scheinbar waren im Teigmantel ausgebackene Hühnerstücke auf der Insel schon im frühen 18. Jahrhundert sehr beliebt. Also entführe ich euch heute im Rahmen meiner losen Reihe "Gerichte mit Geschichte" in das Jahr 1736 und wir schauen dem Lexigrafen und Sprachforscher Nathan Bailey über die Schulter, der gerade sein Werk "Dictionarium Domesticum" beendet hat und es noch im selben Jahr veröffentlichen wird.

Bailey hatte schon einige Wörterbücher und Enzyklopädien herausgebracht und auch dieses "Heimische Lexikon" ist alphabetisch geordnet. Fried Chicken findet man dann natürlich auch unter "M" wie
marinades . Macht doch Sinn, oder?

Freitag, 10. Mai 2019

Chicken Curry sri-lankisch


Da musste ich selbst erst mal nachschauen. Heißt das Adjektiv zum östlich von Indien gelegenen Inselstaat sri-lanakesisch? Oder sagt man eher nach der Mehrheit der Einwohner "singhalesich" und verärgert damit vermutlich Minderheiten, wie die Tamilen? Das an Kolonialzeiten erinnernde "ceylonesisch" ist politisch sicher auch nicht en vogue. Tatsächlich heißt es hierzulande wohl "sri-lankisch", womit der heute Exkurs in die Linguistik abgehandelt sein dürfte. 

Von mir aus könnte da auch "Chicken Curry wahnsinnig lecker" stehen, das wäre dann ehrlich, jedoch nicht wirklich zielführend. Zum einen habe ich selten ein Curry Chicken vom indischen Subkontinent gegessen, das nicht "wahnsinnig lecker" war und zum anderen sind die regionalen Unterschiede so erheblich, dass eine Herkunfstbezeichnung hilft, die Übersicht zu bewahren.

Currypulver aus Sri Lanka


Currypulver sind hierzulande sehr beliebt, bieten sie doch auf einfachstem Weg die Gelegenheit, sonst eher komplexe Würzmischungen des indischen Subkontinents zu Hause nachzustellen. Die ehemaligen Kolonialherren (und -damen) im regnerischen London konnten sich so in die Tropen zurückversetzen und in Erinnerungen schwelgen. Aus dem selben Grund ist übrigens die von mir heiß geliebte Worcestershire-Sauce entstanden. Sie ist der Versuch, indische Würzsaucen zu imitieren.

Dienstag, 7. Mai 2019

Pita vom Grill


Es gibt so Dinge, die einfach aus Zufall entstehen und dann so gut sind, dass man sich fragt, warum man das nicht schon immer so gemacht hat. Der Dienstag ist bei uns kurz ohne Nachmittagsunterricht und jeder erste Dienstag im Monat ist auch ohne Konferenzen und Besprechungen. Deshalb war ich heute ausnahmsweise schon Mittags zu Hause. Das Wetter trocken und leicht sonnig, das heißt dann in dieser Kombination: es wird gegrillt. Es gab Burger für die Gattin und die Sous Chefin, ein paar Chicken Wings zum Knabbern und für mich Souflaki-Spieße.

Beim Blick in den Kühlschrank fiel mir dann ein kleiner Rest Pizzateig von vorgestern in die Hände. Zu wenig eigentlich, um ihn aufzuheben, zu schade aber, um ihn wegzuwerfen. Also kam ich auf die Idee, den Teig einfach über den Kohlen zu garen.