Donnerstag, 21. September 2017

Pryvit aus der Ukraine


"Pryvit" heißt Hallo und wird eigentlich in kyrillischer Schrift geschrieben, so wie alles hier. Das führt zu einem Hauch von Exotik, verdeutlicht aber auch, wie wichtig gerade sprachliche Integration ist. Ich bin jetzt nur eine Woche hier, aber es ist schon sehr komisch, durch eine Stadt zu gehen, wo man nicht nur nicht versteht, was die Leute sagen, sondern auch nicht in der Lage ist, ein einziges Schild zu lesen. 

Dienstag, 19. September 2017

Ich bin dann auch mal kurz weg ...



Heute waren wir bei der Hausbank, da die Zinsfestschreibung der Hauskauffinanzierung nach zehn Jahren ausgelaufen war und wir neu verhandeln konnten. Aufgrund der Zinspreisentwicklung sind wir nun bei gleicher monatlicher Belastung schon deutlich ein paar Jahre früher fertig als geplant und werden so vielleicht doch noch die Gelegenheit haben, bis zur Pension etwas "auf die hohe Kante zu legen". Ich lebe ja sonst eher von der Hand in den Mund. 

Montag, 18. September 2017

Hähnchengeschnetzeltes mit Gemüse und Pilzen in sahniger Sauce


Ich habe mich ja immer ein wenig darüber amüsiert, dass meine Altvorderen, Schwiegereltern inklusive, irgendwann damit begannen, auf Familienfeiern nur noch über Krankheiten oder "wer in der Zeitung gestanden hat" zu sprechen. Mittlerweile ist auch bei mir die 50 in Sichtweite und die Pharamindustrie verdient nicht schlecht an mir. Aber ich will nicht klagen, denn solange ich noch morgens mit Schmerzen aufwache, weiß ich, dass ich noch lebe. Gerade jetzt habe ich ein paar Magenprobleme auskuriert, nur um im Anschluss Schüttelfrost, Fieber und den Anflug einer Bronchitis zu bekommen. Kann ich nicht gebrauchen, denn Mittwoch muss ich auf Fälle topfit sein, es stehen dann spannende sieben Tage vor mir. Davon aber erst morgen. 

Samstag, 16. September 2017

Kasslernacken auf Sauerkraut aus dem Römertopf


Zwei Dinge sind zu diese Jahreszeit zu bemerken. Zum einen ist es abends meist schon dunkel, wenn wie essen. Das heißt, Fotos können nicht kaum noch bei Tageslicht geschossen. Das merkt man an der grottigen Qualität.

Zum anderen kann man zur Zeit auch in Norddeutschland kein Geschäft mehr betreten, ohne sofort von dirndl- oder seppelhuttragenden Bayernimitatoren umringt zu sein. Weißwurst, LeberkäseLaugenbrezel überall, so als ob es kein Morgen gebe. Durch meine kulturelle Sozilisatin im Weserbergland ist mir dieses Oktoberfestgehabe aber mindestens genauso fremd wie Karneval im Rheinland oder das Goroka Sing-Sing auf Papua-Neuguinea. Mit dem Blick aufs heutige Essen könnte man meinen, auch ich sei diesem Hype jetzt erlegen. Stimmt aber nicht. Mir stehen demnächst ein paar deftige Tage bevor und da muss ich schon mal trainieren. Mehr dazu, wenn es soweit ist.

Donnerstag, 14. September 2017

Casa di Emilio in Hameln


Kann man in Hameln noch gute Pizza essen? Die Sache wird immer schwieriger. Von den ganzen Bringdiensten lasse ich mittlerweile meine Finger, denn da hat der Karton oft mehr Geschmack, als der wahlweise labrige Fettlappen oder der steinharte Pizzakeks, der darin transportiert wird. Kein Wunder, werden diese Läden doch so gut wie nie von Italienern geführt, die wissen, wie eine gute Pizza auszusehen und zu schmecken hat. 

Aber auch italienische Restaurants enttäuschen oft. Mal ist der Pizzaboden zu dick, es ist zu viel (und vor allem der falsche) Käse darauf, dann wieder wird mit Zutaten experimentiert, die besser nicht zusammengebracht werden sollten. An barbarisches Gebäck wie "Hawaii Pizza" hat man sich ja mittlerweile fast gewöhnt, aber Pizza und Bananen ... ich darf doch wohl bitten, irgendwann muss doch mal Schluss sein. Die Luft wird eng. Gut, in holzbefeuerten  Steinbacköfen backt ohnehin kaum einer, aber ein wenig Mühe kann man sich doch wohl trotzdem geben. In der Rattenfängerstadt bleibt da die Trattoria Castello mit guter Pizza, leider aber einem sehr kleinen Gastraum und noch kleinerer Küche. Und eben das Casa di Emilio, in dem wir schon mal im April waren. ich hätte schwören können, davon berichtet zu haben, aber ich finde nichts im Blog. Also wird das hier gleich mitgereicht.

Dienstag, 12. September 2017

Nur mal so ... (Teil 113)


Kochen kann auch Therapie sein. Manche überwinden so ihre kulinarischen Kindheitstraumata, andere überprüfen nach überraschend schlechten Restaurantbesuchen die Funktionstüchtigkeit ihrer Geschmacksknospen, um sich zu vergewissern, dass die Enttäuschung nicht selbst verschuldet war. Letzteres war bei mir der Fall. 

Montag, 11. September 2017

Pasulj - serbische Bohnensuppe


Seitdem ich diese Steingutschälchen habe, steht mir der Sinn nach rustikalen Genüssen. Deftige Eintöpfe und Suppen passen ja auch in die mittlerweile eher herbstliche Jahreszeit. Wir waren neulich mal wieder im Parthenon essen und ich hatte vorweg eine leckere Bohnensuppe mit fleischiger Einlage. Nicht die original griechische Fasolada (steht auch auf meiner Liste), sondern eher nach Balkan-Art. Das brachte mich auf die Idee, einmal eine serbische Bohnensuppe zu kochen. Begrifflich muss man ja vorsichtig sein, ich erinnere mich noch sehr gut an die frühen 90er, als Titos Jugoslawien zerfiel und auch unter meinen Bekannten plötzlich gebildete Menschen auf Grund ethnischer Befindlichkeiten kein Wort mehr miteinander sprachen. In zahllosen "Balkangrills" wurde in Speisekarten das Adjektiv "serbisch" deutlich sichtbar durchgestrichen, andersherum erging es kroatischen oder bosnischen Spezialitäten sicherlich auch so. Ich will hier aber keine alten Wunden aufreißen oder Öl ins Feuer kippen, sondern nur meine Version des leckeren Klassikers vorstellen. Klar wird da wieder jemand kommen und sagen, seine Großmutter in Sonstwo hätte das aber anders gemacht, aber bitteschön, es ist ein freies Land ...