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Montag, 16. Mai 2022

Münchner Schnitzel

Ich habe heute nicht viel Zeit zu schreiben, will euch aber trotzdem eine Kleinigkeit zeigen, die ich neulich gesehen habe und ausprobieren musste. Es ist eigentlich nicht mal richtig ein Rezept, sondern mehr eine Variation: Das Münchner Schnitzel oder, je nachdem, Schnitzel Münchner Art. Dabei handelt es sich im ersten Fall um ein Gericht aus Kalbsfleisch und im zweiten aus einem anderen Fleisch, meist Schwein oder auch Huhn.

Sonntag, 21. November 2021

Fränkische Schäuferla - "Mensch ärgere dich nicht"-Version


Auch bei mir funktioniert nicht immer alles so, wie es soll. Manche Dinge sind sogar geradezu für den A*sch. So auch (fast) heute. Es sollte Schäufele geben. Das ist ein Portionsstück aus der Schulter mit Schwarte und Knochen. Charakteristisch ist die schöne rösche Kruste beim fertigen Produkt. Bei meinem alten Backofen hat das immer gut funktioniert. Bei dem neuen Gerät hadere ich hier noch ein wenig. Wenn man dann auch noch den Grill zuschaltet und eine Sekunde wegschaut öffnet man der Katastrophe natürlich Tür und Tor. Geschmacklich war es top, optisch habe ich es jedoch nur gerade noch so vorzeigbar gerettet, zufrieden bin ich aber bei Weitem nicht. Das wird noch mal wiederholt. Solange muss das hier reichen.

Sonntag, 8. August 2021

Schweinebraten mit Dunkelbiersauce


Momentan fasziniert mich die Küche Süddeutschlands. Das ist so ein Nachklang auf den Urlaub, den wir ja dieses Jahr an Tauber, Neckar, Rhein und Mosel verbrachten. Ich versuche das nun nach und nach zu Hause abzuarbeiten und beginnen möchte ich mit dem Frankenland. Das hat es mir irgendwie angetan - so sehr, dass ich mir die Tage eine mehrteilige Dokumentation über Karl dem Großen anschauen musste. Auch wenn ich ja eigentlich als Niedersachse dem Stamm des einstigen Frankenfeinds Widukinds zuzurechnen bin (stimmt auch nicht ganz, denn meine Vorfahren sind zugereiste Friesen und Prußen) finde ich die Gegend wunderschön und auch kulinarisch höchstinteressant. Eigentlich wollte ich deshalb heute ein Schäuferla machen, aber wie das so ist, den richtigen Zuschnitt bekommt man bei uns nicht so ohne weiteres und meist nur auf Vorbestellung. Also ist das Projekt vertagt. Irgendetwas anderes mit Kruste gab es auch nicht, also habe ich mich alternativ für ein schönes Stück Nacken vom Duroc entschieden. Ist so vielleicht nicht original, geht aber hoffentlich in die richtige Richtung. Manchmal ist es eben kompliziert, wenn man nicht direkt in einer speziellen Region wohnt und die Zutaten für "Rindfleisch à la Sichuan" hier mitunter einfacher zu bekommen sind, als Spezialitäten aus deutschen Landen. 

Sonntag, 9. Mai 2021

Nur mal so ... (Teil 135)


Die Franken nehmen, ähnlich wie die Thüringer, ihre Bratwurst sehr ernst. Es gibt nicht nur genaue Vorstellungen, wie sie zu schmecken hat, auch Aussehen und Präsentation sind von entscheidender Bedeutung. In Coburg zum Beispiel hat man gerne Exemplare von 31 Zentimetern Länge, dafür mag man es etwas dünner, als im Umland. Auch die Konfession des Essers spielt eine wichtige Rolle. In evangelischen Gebieten herrscht eine grobere Wurstvariante vor, während in katholisch geprägten Gegenden eine eher mittelgrobe bis feine Wurst bevorzugt wird.

Sonntag, 20. September 2020

Bayrische Haxe mit Schwarzbiersauce


So, o'zapft is bei mir. Wenn die da in Bayern ned feiern dan, moch I jetzt mei eigene Wiesn, mit Oarchkatzl im Baum, a guade Maß und zwoa Haxn im Ofen. I woaß, I bin a alda damischer Saupreiß, aber a g'schweite Hoaxn krieg i hin, denk i moal. Oans, zwoa g'suffa! Lujah, sog i, kreuzkruzifix sakrament noch a moal.

Mittwoch, 25. September 2019

Obatzter (Ogmachter Kas)


Es gibt so Rezepte, da weiß man als Blogger, dass man eigentlich nur verlieren kann. Besonders wenn es um regionale Spezialitäten geht, sitzt man schneller in den Nesseln, als die Weißwurst im kochenden Wasser platzt. Ich mache heute nämlich eine "Obatzten", also einen "Angebatzten" oder "Vermengten", das ist eine bayrische Käsecreme auf Camembert-Basis. Ich gebe zu, von deutscher Regionalküche weniger Ahnung zu haben, als von chinesischer, thailändischer oder indischer. Wenn ich als Niedersachse also in bayrischen Gefilden wildere, weiß ich genau, welche Reaktionen mir in den sozialen Netzwerken entgegenschlagen wird.  "Das ist der falsche Käse", "der ist ist nicht weich genug", " da fehlt Kümmel", "Obatzter darf nur aus Bayern kommen", "der ist in falsche Richtung gerührt" oder "In Monaten mit 'p' darf das Donnerstags nur von 10:35 - 10:54 Uhr gemacht werden, es sei denn man heißt Xaver oder ein schwarzer Hahn kräht drei Mal eine reudige Katze an" ...

Samstag, 27. Oktober 2018

Zwiebelrostbraten


Ich habe ja schon oft versucht, es mir mit Anhängern irgendwelcher indigenen Regionalküchen zu verscherzen. Heute habe ich die Gelegenheit, das sogar multikulturell zu schaffen, denn mit einem Zwiebelrostbraten kann man sowohl Österreicher, Bayern, Franken und natürlich Schwaben gegen sich aufbringen. Das ist praktisch, in etwa so, als wenn man mit einer abgesägten Schrotflinte feuert - breite Streuung, irgendwas trifft man immer. Ich bin mir ehrlich gesagt auch gar nicht sicher, in welcher regionalen Küche ich mich heute überhaupt bewege und ob es das vielleicht eher eine Melange (oder Travestie?) verschiedener Ansätze darstellt. Ist mir ehrlich gesagt auch schnuppe, denn es erscheint mir so, wie es ist, stimmig.

Donnerstag, 17. Mai 2018

Panierte Boandl - Rippchen im Knuspermantel


Ich kann die Prinzen zwar nicht leiden, aber ihr Song: "Alles nur geklaut" würde hier passen. Dieses Essen habe ich gnadenlos geklaut, aber sowas von. Und dann auch noch von Freund Tommy, the Masked Chef, bei dem das natürlich um Klassen besser aussieht. Aber soll ich euch was verraten? Der gute Tommy hat das Rezept auch gemopst, aber lest seinen Blogeintrag ruhig mal selbst. Da erzählt er auch vom "Boandlkramer" (Bully Herbig) aus dem Film „Die Geschichte vom Brandner Kaspar“. Das ist kein geringerer als Gevatter Tod höchstpersönlich. In diesem Fall könnte man also auch "(Don't Fear) the Reaper" auflegen und Blue Öyster Cult sind mir auch um Klassen lieber, als diese grinsebackigen Spaßbremsen aus Leipzig, bei denen nicht nur Küssen verboten werden sollte. 

Freitag, 8. Dezember 2017

Speckknödel


Lustige Geschichte. Da gehe ich neulich aus Langeweile ein paar alte Kochbücher durch und stolpere über österreichische Rezepte, insbesondere Knödelsuppen. Da kamen gleich Kindheitserinnerungen auf. Ich mag zehn Jahre gewesen sein, da haben wir Urlaub auf dem Bauernhof im Salzkammergut gemacht. Eines Abends hat die Bäuerin uns eine von grundauf selbstgemachte Leberknödelsuppe serviert. Diesem Geschmack, insbesondere der klaren Brühe, jage ich noch heute hinterher. Nun brauche ich der Gattin nicht mit Leberknödeln kommen, das weiß ich wohl, aber als ich in dem Kochbuch Speckknödel sah, überlegte ich mir, ob es mir wohl gelänge, sie dazu zu überreden. Abends sagt dann die Holde plötzlich zu mir: "Weißt du, worauf ich mal Hunger hätte? Beim perfekten Dinner hat der Eine da Speckknödelsuppe gemacht und die sah lecker aus. Da könnte ich mal drauf." Manchmal passt es halt und ich habe so Gelegenheit, mal wieder an Einreiseverboten ins Land unserer gebirgigen Brüder und Schwestern zu arbeiten. Nachdem mein Gesicht In Wien wegen Paprika und Sahne im Gulasch schon in jedem Postamt hängt, wäre es doch gelacht, wenn mir dasselbe nicht auch in Innsbruck, sprich Tirol gelänge.

Sonntag, 20. November 2016

Germknödel


So, nachdem ich vorhin schon vermutlich sämtliche Schwaben dieser Welt gegen mich aufgebracht habe, vergreife ich mich an einer weiteren regionalen Spezialität, von der ich im Grunde keine Ahnung habe. Da ich aber ohnehin nicht vorhabe, demnächst nach Bayern, Österreich oder Tschechien zu reisen, erlaube ich mir das mal großzügig. 

Donnerstag, 28. Januar 2016

Bayrische Creme mit Schokoladensauce


Heut gab es auf Wunsch der Sous-Chefin mal wieder ein Dessert. Eigentlich wollte sie ja Panna Cotta, die hatten wir aber schon öfter, also habe ich mich für eine bayrische Creme entschieden. Die ist so ähnlich, nur wie eine Zabaione mit Eigelb aufgeschlagen. Sehr lecker, findet auch ein Nachtischmuffel wie der alte Mann, der diese Zeilen tippt.

Samstag, 17. Oktober 2015

Hausgemachter bayrischer Leberkäse mit Kartoffelsalat, Brezn und süßem Senf


Ich bin ja ein ausgewiesener Freund der Südstaaten Küche. Die gibt es bei uns heute auch mal wieder. Dazu brauchen wir aber nicht nach Amerika schielen, schließlich hat auch Deutschland seine Südstaaten und Rednecks heißen bei uns Bayern. Die schießen auch auf alles, was sich bewegt, zumindest beim Fußball und Bayernstolz ist nicht minder ausgeprägt, als der der Texaner. Die Südstaaten haben ihre Mason-Dixon-Line, die alle nördlich davon zu "Yankees" macht, in unserer Republik ist es der Weißwurst-Äquator der Bayern von den Preiß'n trennt. Heute also bayrische Küche. Woran denkt man da als Preuße zuerst? Vermutlich an Weißwürschtl, die man nur bis zwölf Uhr mittags zuzeln darf. An Radi und a Moas. Vielleicht hat man auch den Schubeck, den Alfons im Sinn, der da mal wieder "oan Ingwer und oan Karrrrrdamom ran moacht". (Ich bitte hier schon mal alle internationalen Leser um Verzeihung, die meine Beiträge mit Google Translator übersetzen). Ausgewiesene Gourmets können da vielleicht auch noch oan Wolpatingersuppn oder oan Oachkatzlschwoafhaxn empfehlen. Wir bleiben heute jedoch klassisch und servieren den Lieben einen hausgemachten Leberkäse. Der ist aber weder Käse, noch aus Leber - mia san mia oder doch nicht?

Bayrischer Kartoffelsalat


"Mia san mia" ist eine dieser sinnentleerten Phrasen, deren Bedeutung ich nie verstanden habe. Natürlich sind wir "wir". Wer sollten wir denn sonst sein? Oder: wer sollte uns denn sein, wenn nicht wir selbst? Es grenzt ja nachgerade an Schizophrenie, wenn ich behaupten würde, ich sei jemand anders, andere seien dafür aber ich. Das Ganze ist aber letztlich nicht nur eine pathologische Art mentaler Selbstbetrachtung, sondern auch eine Frage der Semantik und letztlich auch von logischer Bedeutung. Wer Zeit und Lust hat, sollte sich mal bei Gelegenheit mit dem principium identitatis indiscernibilium auseinander setzten. Wer dann noch die Kraft hat, kann ja mal versuchen, dass dann auch einem Bayer begreiflich zu machen.

Sonntag, 4. Januar 2015

Krautstrudel


Der Januar ist pekunär gesehen immer irgendwie ein recht klammer Monat. KFZ-Steuer, Gebäudeversicherung und andere jährlich fälligen Beträge reißen erhebliche Lücken in die Haushaltskasse. Auch wenn man als Lehrer bekanntlich natürlich 150.000 Euro die Stunde für Nichtstun bekommt und dann auch noch Nachmittags frei hat, macht sich das schon bemerkbar. Es wird also nur jeden zweiten Tag russischen Kaviar geben. Für die restlichen Tage muss der Hummer auch einfach einmal so schmecken.