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Freitag, 10. Dezember 2021

Knedliky - böhmische Knödel


Momentan schwelge ich mal wieder in Erinnerungen, die ich nie hatte. Heute gedenke ich meiner böhmischen Großmutter, die nicht aus Böhmen stammte, nie da war und deshalb auch nicht diese Klöße zubereitet hat. Sie hätte aber sicher welche gemacht, wenn sie 1923 in Marienbad (Mariánské Lázně in der Landessprache) statt in Greifenberg (Gryfice) geboren worden wäre. Aber wie es sich so oft bei nostalgischer Schwärmerei verhält, es ist der Gedanke, der zählt und nicht so sehr die Korrektheit der Erinnerung. Wie auch immer, ich habe mich mal mit der Küche unserer östlichen Nachbarn beschäftigt und ein paar leckere Dinge ausprobiert. Fangen wir mit der typischen Beilage an: böhmische Knödel. Bei denen handelt es sich um pochierte oder gedämpfte Hefeklöße, die perfekt dafür geschaffen sind, auch kräftige Saucen aufzunehmen. 

Samstag, 4. Dezember 2021

Tiroler Kaspressknödel


Und wieder bin ich, wenn auch nur virtuell, in Österreich unterwegs, genauer gesagt im wunderschönen Tirol. Dort weiß man ja bekanntlich gutes Essen zu schätzen. Die Tiroler Küche kann deftig sein, hat aber auch ihre feineren Seiten. Regionalität spielt eine große Rolle, was auch nicht weiter wundert, wenn man auf so tolle Schinken-, Käse- und Fleischprodukte zurückgreifen kann. Ich bin besonders von der Knödelvielfalt begeistert. Als Beilage zu Braten ein Genuss, aber als Einlage in einer klaren Brühe für mich ein Festessen. Aus diesem Grunde habe ich heute mal wieder Kaspressknödel gemacht. Gab es hier schon mal, da aber nach einem Südtiroler Rezept mit einer Masse auf Kartoffelbasis. Heute wird es semmeliger.

Dienstag, 30. November 2021

Spinatknödel

Die Tiroler Küche bietet eine Vielfalt leckerer Gerichte, bei denen teilweise auch Vegetarier auf ihre Kosten kommen. Zum Beispiel Schlutzkrapfen und Kaspressknödel. Die hatten wir hier schon mal, damals  unter dem noch frischen Eindruck unseres urlaubsbedingten Zwischenstopps in Tirol. Spinatknödel - die auch im italienischen Südtirol beliebt sind - sollte es damals auch dazu geben, allerdings sind die Lurche mir im Topf zerfallen. Dann habe ich das irgendwie aus den Augen verloren, bis die Gattin neulich diesbezüglich Bedarf anmeldete. Also habe ich mich da noch mal ran gewagt. Das Ergebnis hat überzeugt, aber lest selbst.

Sonntag, 7. Oktober 2018

Kartoffelklöße nach Thüringer Art (halb und halb)


Immer nur von Österreichern ausgelacht zu werden, wird auf die Dauer langweilig, also richtet sich mein Augenmerk nun vom Ösi- zum Ossiland. Auch dort ist das Potential groß, sich den Unmut der Bevölkerung durch die Entweihung regionaler Köstlichkeiten zuzuziehen. Denn wie immer gilt: ich habe keinen blassen Schimmer was ich da tue, das hält mich aber nicht davon ab. Kartoffelklöße aus gekochten Kartoffeln hatten wir hier schon. Heute wollte ich mal diese Thüringer Variante probieren, wo man zusätzlich noch rohe Kartoffeln an den Kloßteig gibt. Das Ganze hat dann mehr Biss und sieht auch interessanter, weil nicht so langweilig glatt aus.

Sonntag, 19. August 2018

Südtiroler Schlutzkrapfen und Kaspressknödel


Ich habe ja bekanntlich von nichts richtig Ahnung, was mich aber nicht wirklich davon abhält, es trotzdem zu probieren. Manchmal fällt man dann auf die Nase, hin und wieder gelingt eine Sache auf Anhieb und oft sind die Dinge am Ende doch besser, als sie aussehen. Es gibt noch keine Geschmacks-App für Blogs,also muss man mir glauben, wenn ich sage, es schmeckt. Ich stehe mit Anrichten meist ohnehin auf dem Kriegsfuß. Nicht, weil mir der Sinn für Ästhetik fehlt, sondern eher die Geduld - der Grund, warum ich zum Beispiel weder Schach spiele noch meditiere - und weil ich nicht fürs Foto koche, sondern um die Familie satt zu bekommen. Die möchte warmes Essen und da bleibt mir nichts anderes Üblich, als das Futter irgendwie unfallfrei auf den Teller zu bringen um dann einen schnellen Schnappschuss aus möglichst schmeichelhafter Perspektive zu machen. So geschehen heute. Hätte man alles sicher noch toller Anrichten können - größerer Teller, zwei, drei gebratene Pfifferlinge, ein paar Schnittlauchblüten, aber was solls. Es hat geschmeckt und das allein zählt.

Montag, 8. Januar 2018

Hühnersuppe mit Matzeknödeln


Diese Suppe wollte ich schon lange machen, bin aber irgendwie nie dazu gekommen. Ursprünglich wohl von den ashkenasischen Juden nach Israel und in die USA gebracht, erfreut sie sich nicht nur in diesen beiden Ländern großer Beliebtheit. Wir alle wissen um die Fähigkeiten einer guter Hühnersuppe, eine Erkältung zu bekämpfen, deshalb wundert es auch nicht, das chicken soup with matzo balls in den Vereinigten Staaten auch Jewish penicillin, also "Jüdisches Penicillin" genannt wird. Jetzt wo die Temperaturen um den Gefrierpunkt liegen, kann so ein Süppchen nicht schaden. 

Freitag, 8. Dezember 2017

Speckknödel


Lustige Geschichte. Da gehe ich neulich aus Langeweile ein paar alte Kochbücher durch und stolpere über österreichische Rezepte, insbesondere Knödelsuppen. Da kamen gleich Kindheitserinnerungen auf. Ich mag zehn Jahre gewesen sein, da haben wir Urlaub auf dem Bauernhof im Salzkammergut gemacht. Eines Abends hat die Bäuerin uns eine von grundauf selbstgemachte Leberknödelsuppe serviert. Diesem Geschmack, insbesondere der klaren Brühe, jage ich noch heute hinterher. Nun brauche ich der Gattin nicht mit Leberknödeln kommen, das weiß ich wohl, aber als ich in dem Kochbuch Speckknödel sah, überlegte ich mir, ob es mir wohl gelänge, sie dazu zu überreden. Abends sagt dann die Holde plötzlich zu mir: "Weißt du, worauf ich mal Hunger hätte? Beim perfekten Dinner hat der Eine da Speckknödelsuppe gemacht und die sah lecker aus. Da könnte ich mal drauf." Manchmal passt es halt und ich habe so Gelegenheit, mal wieder an Einreiseverboten ins Land unserer gebirgigen Brüder und Schwestern zu arbeiten. Nachdem mein Gesicht In Wien wegen Paprika und Sahne im Gulasch schon in jedem Postamt hängt, wäre es doch gelacht, wenn mir dasselbe nicht auch in Innsbruck, sprich Tirol gelänge.

Sonntag, 20. November 2016

Germknödel


So, nachdem ich vorhin schon vermutlich sämtliche Schwaben dieser Welt gegen mich aufgebracht habe, vergreife ich mich an einer weiteren regionalen Spezialität, von der ich im Grunde keine Ahnung habe. Da ich aber ohnehin nicht vorhabe, demnächst nach Bayern, Österreich oder Tschechien zu reisen, erlaube ich mir das mal großzügig. 

Montag, 21. März 2016

Kuttelk - kurdische Knödel


Meine Schule - also, die gehört mir natürlich nicht, also besser: die Schule an der ich arbeite - ist mulitkulturell sehr breit aufgestellt und darauf sind wir sehr stolz. Sowohl in der Schülerschaft als auch im Kollegium finden sich Menschen mit vielen verschiedenen kulturellen, religiösen oder weltanschaulichen Hintergründen. Attheisten, Christen, Moslems, Jeziden, Alleviten, Juden, Hindus, Buddhisten - you name it, we have it. Und wisst ihr was? Die lehren und lernen alle friedlich zusammen. Klar, bei 1200 Kindern und über 100 Lehrkräften gibt es auch schon mal Streit - wäre ja geradezu gespenstisch, wenn nicht - aber fragt man nach, so scheint das eigentlich nie religiös oder kulturell bedingt zu sein und "Volksgruppen", die sich auf dem Papier eigentlich hassen müssten, arbeiten brav zusammen. Wir haben sogar Menschen aus Sachsen-Anhalt erfolgreich integrieren können.

Freitag, 13. Februar 2015

Schupfnudeln


Wer stets an der Frage verzweifelt, ob es Nudeln oder Kartoffeln als Beilage sein sollen, greift am besten zu Schupfnudeln oder gnocchi. Beide können aus diesem Teig hergestellt werden. Darüber hinaus sind "Nudeln" und "gnocchi" auch ethymologisch verwandt. Sie sind genauso wie die Begriffe "Knödel", "Nockerl" oder "Nocken" vom lateinischen Wort nodus für "Knoten" ab.  Die Herstellung ist eigentlich kinderleicht und wer beim Kartoffelbrei nicht zum Pülverchen greifen muss, kommt auch hier ohne Probleme klar.

Samstag, 24. Januar 2015

Kartoffelklöße


"Wenn meine Gattin Klöße zubereitet, sind Sie leicht und bekömmlich" lallt Herr Blühmel seine Sitznachbarin an und zeigt dabei mit dem Finger auf sie. Nun habe ich keinen eingepökelten Schwippschwager auf einem Campingplatz in Bozen parat liegen, bin aber sonst ein sauberer gepflegter Campingkloß.

Nein, ich habe (noch) nichts getrunken und wer mit Obigem nichts anfangen kann, ist ein Kulturbanause. 

Nichtsdestotrotz sind Kartoffelklöße natürlich eine wahnsinnig leckere Angelegenheit und es gibt keine Ausrede, warum man diese fertig kaufen sollte. Wer des Kartoffelkochens mächtig ist, ein Ei aufschlagen kann und nicht daran verzweifelt, Wasser zum Sieden zu bringen, kann auch Klöße kochen.

Sonntag, 23. November 2014

Semmelknödel


Für einen Esser norddeutscher Prägung sind Semmelknödel nicht wirklich die erste Wahl, wenn es um Beilagen geht. Dafür gibt es ja auch eigens die Knödelgermanen im tiefen Süden unserer Republik. Aber wir sind ja auch ethnischen Minderheiten gegenüber aufgeschlossen und ich wohne im Weser-Bergland, also auch in den Bergen, nur sind diese kleiner und ohne Schnee und Bayern.

Semmelknödel sind lecker, keine Frage. Wie lecker sie wirklich sind, wird man aber auch erst dann erkennen, wenn man einmal versucht, auf dieses 
Manni oder Pfaggi-Granulat in Teebeuteln zu verzichten und die Knödel selbst herstellt. Das ist auch keine wirkliche Herausforderung und darüber hinaus eine tolle Resteverwertung für altes Weißbrot.