Es gibt im amerikanischen Showgeschäft nicht viele, die gradlinig ihren Weg gehen, ohne sich, aus Angst, Nonkonformismus könne der Karriere schaden, zu verbiegen. Johnny Cash war so einer und auch Dolly Parton. Obwohl sich politisch nie einem Lager zugeordnet hat, trat sie doch immer gegen Ungerechtigkeit und für Humanität ein. Sie engagierte sich für Frauenrechte und unterstützte die LGBTQ+ bereits offen, bevor die meisten wussten, dass es so etwas gab - in der doch oft eher konservativen Countryszene eher eine Seltenheit. Dass sie nicht nur eine äußerst erfolgreiche Sängerin war, sondern auch hin und wieder schauspielerte, weiß man vielleicht. Einige mögen den Klassiker "Magnolien aus Stahl" (1989) gesehen haben. Aber dass sie auch Kochbücher veröffentlichte, ist vielleicht weniger bekannt. Unser heutiges Rezept stammt aus Dolly's Dixie Fixin's und zeigt genau ihre Wurzeln. Geboren in den Smoky Mountains von Tennessee, aufgewachsen in wirtschaftlicher Not in einer einräumigen Blockhütte ohne Elektrizität, fließend Wasserr oder Sanitäranlagen - dennoch beschrieb sie ihre Kindheit als glücklich und voller Liebe - waren sie, ihre Eltern und die elf Geschwister gezwungen, von dem zu leben, was man selber anbauen und produzieren konnte. Diese einfache, aber sättigende Hühnersuppe mit Teigkissen - Hühner lassen sich gut und billig züchten - isrt ein Paradebeispiel für die "arme Leute-Küche" dieser Region. Dolly hat ihre Herkunft nie verleugnet. Vorgestern ist die Stimme dieser einzigartiogen Ikone für immer verstummt.
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Donnerstag, 27. August 2026
Dienstag, 5. September 2023
Das total perfekte Dinner: Steffis Würstchengulasch
Wer nicht im Empfanfgsbereich des NDRs lebt oder sonstwie Fan ist, wird vermutlich keine Ahnung haben, wovon nich rede. Stefanie Prigge, genannt Steffi, besitzt ein Schlemmerbistro irgendwo in Norddeutschland. Dort gibt es drei Stammgäste: den ex-Postler und notorischen Besserwisser Georg Ahlers, den pyromanisch-satyriastischen Rentner Opa Gehrke und Lebenskünstler Uwe Martens. Die trinken da jeden Morgen Kaffee, essen Mettbrötchen und disktuitieren über solch philosophische Fragen wie "Ab wie viel Bäumen hat man einen Wald?", "Schwimmen Fische oder können sie nur tauchen?" oder "Warum krähen Hähne und Krähen krächzen?" Und dann gibt es natürlich noch Hund Rocky, ein mopsartiges Tier, das wegen der Kälte eine Bomberjacke trägt. Das lief jahrelang als "Frühstück bei Stefanie" im Frühstücksradio des NDR. Es gibt auch mehrere CDs und auf einer dieser besuchen sich die vier Haupütpersonen gegenseitig, um eine Art von "Das Perfekte Dinner" durchzuführen. Steffis Hauptgericht: Würstchengulasch. Ich hatte noch Würstchen vom gestrigen Grillen über und die Zeit war heute knapp, also habe ich aus einer Laune heraus versucht, das irgenwie nachzubasteln. Und siehe da, was als Scherz gedacht war schmeckte sogar und weckte Kindheitserinnerungen.
Donnerstag, 27. Juli 2023
Wesfood chez les Ch'tis
Es ist immer schön, wenn man sich für das Ende des Urlaubs noch mal so ein Highlight aufspart. Die Region Nord-Pas-De-Calais liegt, je nach Route, auf direktem Weg von der Normandie ins beheimatete Weserbergeland. Da wäre es als Filmliebhaber Sünde, nicht mal in Bergues vorbeizuschauen, dem Ort des wohl größten französischen Films der letzen Jahre: Bienvenue chez les Ch'tis (Willkommen be den Sch'tis) aus dem Jahre 2008.
Freitag, 14. Januar 2022
Spotchka
Zum zweiten Mal in der Geschichte dieses Blogs verlasse ich die irdischen Gefilde und blicke in die Töpfe, Teller oder Gläser fremder Lebensformen. Vor gut zwei Jahren war ich ja im Star Trek-Universum unterwegs habe ich das Rezept für eine Plomeeksuppe vom Planeten Vulkan auf die Erde geholt. Heute begebe ich in eine weit, weit entfernte Galaxie, in der vor langer Zeit auf dem Waldplaneten Sorgan aus blauem Krill ein alkoholisches Getränk gebraut wurde, das auch auf dem bekannten Wüstenplaneten Tatooine sehr beliebt war. Die Rede ist von Spotchka. Leider sind auch hier Lieferengpässe zu verzeichnen und komplizierte intergalaktische Handelsverträge erlauben es mir momentan nicht, Ware von Sorgan zu beziehen, zumal auch viel blauer Krill von klatooinianischen Banditen geraubt wird. Da muss man sich also behelfen.
Samstag, 23. Mai 2020
The Vesper - shaken, not stirred
1953, ein charmanter Mann im Smoking tritt an die Bar des Casinos und bestellt lässig einen trockenen Martini: "Drei Maß Gordon's, ein Maß Wodka und ein halbes Maß Kina Lillet. Gut schütteln, bis es eiskalt ist und dann ein langes dünnes Stück Zitronenschale dazu. Mitbekommen?" Wer ist dieser Kerl? Ganz einfach, der Name ist Bond, James Bond, auch bekannt als 007, unterwegs für den MI6, um im Auftrag Ihrer Majestät die Welt von Superschurken zu befreien, natürlich mit der Lizenz zum Töten. Ian Flemming, der Schöpfer diese Figur, hat mit seinem Vorzeigeagenten auch diesen Drink unsterblich gemacht: eine Variante des Wodka-Martini, später nach Bonds Flamme Vesper Lynd benannt. Dieses ikonische Getränk möchte ich heute einmal genauer vorstellen, gerade weil diesbezüglich in Deutschland einige Missverständnisse herrschen. Ich bin aber ehrlich und warne vor: das ist kein süffiges Trinkerlebnis, sondern eine herb-bittere Angelegenheit, die sicher nicht jeden Geschmack treffen wird. Wer also nur die Lizenz zum Schubsen oder mit Sand werfen hat, wird hier keine Freude dran haben.
Mittwoch, 19. Februar 2020
Plomeek
Was bleibt, wenn man sich in 30 Jahren als Hobbykoch und nun sechsjähriger Bloggerei einmal um die ganze Welt gekocht hat und die weißen Flecken auf der kulinarischen Landkarte immer kleiner werden? Eigentlich ja nur der Weltraum. Also schauen wir heute mal Bewohnern benachbarter Planeten in die Töpfe. Und es wird allerhöchste Eisenbahn, denn schon 2063, in 43 Jahren also, wird Zefram Cochrane den Warpantrieb erfinden und dadurch die Vulkanier dazu bringen, den Erstkontakt mit uns Menschen zu suchen. Vulkanier? Genau, da denkt man natürlich an das alte Spitzohr Mr. Spock, dessen Mutter allerdings ein Mensch ist. Nichtsdestotrotz ist er ein Paradebeispiel seiner Art: logisch bis in die getrimmten Haarspitzen und alle Emotionen fest im Griff. Was viele jedoch nicht wissen, Vulkanier ernähren sich vegetarisch. Ein sehr beliebtes Mahl aus ihrer Küche ist eine rote Suppe mit dem Namen Plomeek (sprich "PLOH-miek") und die gibt es heute. Herd auf Warp 9, Phaser auf Überbacken und volle Kraft auf die vorderen Deflektorschirme. Energie!
Freitag, 19. Februar 2016
The Big Kahuna Burger
Cineasten werden ihn kennen, den Big Kahuna, in den Jules Winfield, alias Samual L. Jackson, im Kultfilm Pulp Fiction so genüßlich beißt. Nun kenne ich nicht das Originalrezept, aber Kahuna klingt für mich irgendwie nach Hawaii und da darf Ananas nicht fehlen. Auf einer amerikanischen Seite fand ich auch ein paar Ideen für die Ausführung. Mir war sofort klar: "This is a tasty Burger". Somit hätten wir einen weiteren Beitrag für die Rubrik "Aus Film, Funk und Fernsehen".
Freitag, 22. Januar 2016
Auch die Engel essen Bohnen
Ich hatte ja schon die Tage erwähnt, dass ich momentan weniger Zeit zum Kochen habe. Zum Glück habe ich noch ein oder zwei Pfeile im Köcher, beziehungsweise Rezepte im Archiv. So komme ich heute dazu, meine "aus Film, Funk und Fernsehen" Rubrik weiterzuführen. Wenn ich jetzt von Carlo Pedersoli und Mario Girotti spreche, wissen wohl nur Besitzer des internationalen Lexikons des Films, Leute die sich intensiv auf "Wer wird Millionär" vorbereiten oder wahre Fans, von wem die Rede ist. Nenne ich aber die Namen, unter dem die beiden Herren bekannt worden sind, weiß wohl jeder Bescheid: Bud Spencer und Terence Hill. So ein bisschen wie Asterix und Obelix haben die beiden sich durch zahlreiche Filme geboxt und - auch dank der deutschen Synchronisation - gekalauert. Entweder man mag die Filme oder man mag sie eben nicht. Genau wie Bohnen in Tomatensauce. Habe ich früher nie gemocht und bin deshalb auch kein Cowboy geworden. Mittlerweile mag ich sie sehr gerne. Ihre Treibhausgase verursachenden Nebenwirkungen eher weniger.
Montag, 18. Januar 2016
Mulligatawny Suppe mit Huhn - the same procedure as every year, James
In den USA sind "TV Dinners" ein feststehender Begriff. Man bezeichnet dort damit ein Fertigericht, meist in Aluschalen, dass im Ofen oder der Mikrowelle aufgewärmt ganz einfach beim Fernsehen konsumiert werden kann. So etwas ist bei mir natürlich absolut Tabu, aber ich habe schon lange vor, dem Begriff eine neue Bedeutung zukommen zu lassen. Ich schaue zwar selten bis nie Fernsehen - unterhaltungstechnisch für mich das Äquivalent zum Fertiggericht - aber trotzdem weiß ich, dass auch in Filmen oder ähnlichem Essen oft eine Rolle spielt. Ich dachte mir, es wäre eine gute Idee, einmal berühmte Film-, Funk- und Fernsehgerichte nachzukochen. Dabei meine ich keine Kochshows, sondern wirklich Filme, Serien, Hörspiele und dergleichen. Gut, es wird vermutlich kein klingonisches Gagh geben (oder doch?) aber es gibt auch andere nette Sachen.
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