Freitag, 30. September 2016

Russian Spritz


So, alle Minderjährigen verlassen jetzt bitte das Boot, heute ist erst ab 18. Ich war ja bekanntlich Mitte September eine Woche in Südtirol und habe unter anderem auch einen Ausflug nach Venedig gemacht. Überall, wo man sich hinsetzt, um zum Beispiel eine Tasse Kaffee zu trinken (*hüstel*) ist er allgegenwärtig: der Spritz, manchmal nach seiner Hauptzutat mit dem Beinamen Aperol (sprizz all'Aperol) versehen oder der Herkunft wegen Veneziano genannt. Dieser aus Venedig stammende und zum Sommerkultdrink avancierte Cocktail - siehe Hugo - wird klassisch aus Weißwein, vornehmlich aus dem Veneto, Sodawasser, Eiswürfeln und Orangen-, bzw. Zitronenscheiben und eben Aperol (seltener Campari) gemacht. Ich mag ihn aber lieber in der Variante mit Prosseco, aber das ist Geschamckssache. Heute mache ich aus dem schorleartigen Getränk etwas, dass nicht für Espandrilles beschuhte Hobbysegler mit Brillenkette und dem Pullover um die Schultern geknotet ist, sondern auch für Lemmy trinkbar gewesen wäre. Ende des Schachtelsatzes.

Der Hinweis "Russian" verrät eine der Zutaten: Wodka. In diesem Fall am besten mit Zitronenaroma.
  • 4 cl Zitronenwodka
  • 4 cl Aperol
  • 1 Dash frischer Zitronensaft
  • Sodawasser oder stark kohlensäurehaltiges Mineralwasser
  • Eiswürfel
  • Orangenscheiben (Schale unbehandelt)
Ein hohes Glas - ich nehme immer eins für "Latte Macchiato" - und Wodka, Aperol, Zitronennsaft befüllen und zwei bis drei Eiswürfel hineingeben. Mit Soda auffüllen und vorsichtig umrühren. Mit einer Orangenscheibe garnieren.

Die Angaben sind natürlich keine einer kosmischen Konstante gleichkommenden Gesetze. Gerade Cocktails laden ja dazu ein, eigene Mischungsverhältnisse zu ermitteln. Ich finde nur, sie dürfen nicht "sprittig" schmecken, sonst kann man sich den Alk ja auch gleich pur in die hohle Rübe schrauben. Es ist wie mit Chili und Knoblauch. Man muss diese Zutaten schmecken können, sie dürfen bloß nicht alles andere erschlagen. Man will ja auch nicht schon nach einem Glas auf dem Boden liegen ("da hatte ich wohl gerade Erdkunde", wie ein guter Kumpel sagen würde) und den Verlust der Muttersprache zelebrieren. Stichwort "Schatz, übermorgen ist verkaufsoffener Sonntag!". Und danach: "Hände weg vom Steuer" gilt ja wohl selbstredend. 
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Flashback:


Rezept vom 27.09.2015: gesmokter Bourbon-Honig Schweinebauch

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