Dienstag, 2. Mai 2017

Long Chicken Sandwich


Das ich das hier heute Abend essen würde, habe ich vorhin selbst noch nicht gewusst und ich hatte eigentlich andere Pläne, aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Mir haben heute zwei Schülerinnen so von den "Long Chicken" Sandwiches dieses kauzigen Kronenkaspars vorgeschwärmt, dass ich mich auf dem Nachhauseweg spontan dafür entschieden habe, in mein Fastfoodlabor hinabzusteigen und Experimente an Hühnern und Broten vorzunehmen.  


Spontaneität in der Küche ist etwas Schönes, birgt aber auch Probleme. Ich hatte keine Hefe und auch kein 550er Mehl mehr im Haus und konnte so keine frischen Buns backen. Stattdessen habe ich etwas Teig, den ich versuchsweise eingefroren hatte, wieder aufgetaut. Scheinbar waren die beim Back aber noch zu kalt, sie sind jedenfalls nicht so gut aufgegangen, wie sonst. Ab jetzt wieder nur noch mit frischem Teig. 


Bei der Hähnchenbrust entferne ich die Innenfilets und dünnen Spitzen und lege sie zur späteren Verwendung zur Seite.


Nun kommt der "Butterfly-Schnitt" zum Einsatz, diesmal wird das Fleisch aber komplett durchtrennt, so dass wir pro Filet zwei grob rechteckige, aber dünne Stücke haben. 


Wie man paniert, weiß wohl jeder. Zuerst salzen und pfeffern wir das Fleisch und wenden es in Mehl. Wir können aber auch gleich das Mehl würzen. Für einen etwas amerikanischeren Geschmack mischen wir etwas Zwiebel- und/oder Knoblauchpulver unter das Mehl.


Dann ziehen wir das Ganze von allen Seiten durch aufgeschlagendes Ei, ...


... bevor es in Semmelbröseln gewendet wird. Hier am besten altes Brot selbst reiben oder japanisches Panko nehmen. 


In Fett von beiden Seiten gold-braun und knusprig braten. Bei der geringen Dicke ist es innen durch, wenn es außen gut aussieht.


Etwas Mayonnaise brauchen wir auch. 



Nun muss das Ganze nur zusammengebaut werden. Bun aufschneiden und beide Hälften mit Mayonnaise bestreichen. Dann Fleisch und Salat auflegen und zusammenklappen. Für die "Luxus" Variante (TS ROYAL) kommen noch Tomatenscheiben und knuspriger Bacon dazu. 


Ich weiß nicht, wie das bei König Zauselbart schmeckt (ob der wohl einen Dutt unter der Krone hat?) denn ich habe dort noch seltener als beim Clown gegessen und das waren auch nur zwei Mal, aber das hier war tatsächlich genießbar. Nichts, was ich ständig haben muss, aber ein durchaus leckerer Snack.


Das hier hat die Sous-Chefin zu verantworten. Ein Dessert aus geschmolzenen Marshmallows und Schokolade, getoppt mit Zuckerperlen und mehr Marshmallows. Verboten süß und man bekommt alleine vom Hinsehen Blutzuckerwerte im vierstelligen Bereich, aber irgendwie auch lecker. Letztlich auch gar nicht so schlimm, denn mehr als einen Teelöffel schafft davon keiner, ohne ein Gravitationszentrum von der Kraft eines mittelgroßen schwarzen Lochs zu entwickeln. 
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Flashback:



Heute vor einem Jahr: das Kräuterbeet

Kommentare:

  1. Herrlich geschrieben und toll gemacht. Ich esse auch so gut wie nie Fastfood aber deine "Burger" sehen echt lecker aus und selbstgemacht schmeckt halt einfach auch :)

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    1. Burger, richtig gemacht, sind ja auch alles andere, als Fastfood und schon gar kein Junkfood.

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