Samstag, 19. August 2017

Volles Kalieber


Wer diesen Blog kennt, weiß, dass ich gerne unabhängig bleiben möchte und mich nicht vor einen Werbekarren spannen lasse. Manchmal nenne ich dann aber doch Ross und Reiter, besonders wenn ich von einer Sache hundertprozentig überzeugt bin und ich persönlich finde, dass sie Unterstützung verdient. Das ist auch heute bei Kalieber der Fall. Auch wenn ich nichts dafür bekomme (oder bekommen möchte) und auch, wenn die Truppe meinen unbedeutenden Blog sicherlich nicht als Unterstützung braucht, möchte ich trotzdem mein Lob für den Familienbetrieb, der sein Fleisch online vertreibt, loswerden.

Freitag, 18. August 2017

Zwiebelsuppe - the real deal (Soupe d'Oignon)


Zwiebelsuppe ist einfach, was soll man da verkehrt machen können? Zwiebeln anschwitzen, Mehl drüber, Brühe und vielleicht etwas Wein angießen, mit Salz, Pfeffer und vor allem Zucker abschmecken, Toastscheibe drauf und mit etwas Edamer überbacken. Zack, Bumm, Bongjour - fertig in maximal 30 Minuten. Meint man. Findet ihr den Fehler? Jawohl, bis auf Zwiebeln und Brühe ist hier so ziemlich alles falsch und der Grund, warum diese Suppe auf Speisekarten in Restaurants bei mir sofortige Fluchtreflexe auslöst.

Nur mal so ... (Teil 112)


Wie sang Helge Schneider doch einst? "Ich habe mich vertan!". Jawohl, auch ich habe mich vertan und gebe es freimütig zu. Was ist geschehen? Nun, bisher bin ich davon ausgegangen, dass es sich bei dem indischen Chilipulver, das ich benutze, dem Deggi Mirch um das legendäre Kashmiri-Chili handelt. Ich wurde jetzt durch Recherche eines besseren belehrt. Deggi Mirch ist zwar auch ein knallrotes, eher mildes Pulver, kann aber aus jeder Chilisorte hergestellt sein. Das, was ich eigentlich gebraucht hätte und jetzt dank schnellem Versand durch den India Store (kann man ruhig mal Werbung für machen, ich krieg da auch nichts für) ist Kashmiri Mirch.  Das ist noch milder im Geschmack, aber leicht rauchig, so in etwa wie eine Mischung aus Chili und gutem Paprikapulver. Die Farbe ist dafür noch intensiver. So soll das sein. 

Mittwoch, 16. August 2017

Biryani mit Huhn


Wer diesen Blog einigermaßen kennt, weiß, dass ich immer wieder Phasen habe, in denen ich ein Thema gerade zu manisch verfolge. Im Moment bin ich auf den indischen Subkontinent fixiert. Früher war man ja auf Kochbücher angewiesen, in denen aber oft, weil sie ja auch verkauft werden sollen, Rezepte an den europäischen Geschmack angepasst und Zutaten, die schwer zu beschaffen sind, weglassen wurden, beziehungsweise werden. Natürlich liebe ich es nach wie vor in Kochbüchern zu blättern, wenn es aber um wirklich originale Küche geht, hat das Internet schon sein Vorteile, besonders wenn man der Mami in Kashmir quasi über die Schulter in den Kahari schauen kann. 

Montag, 14. August 2017

Balti Chicken


Ich hatte ja neulich angekündigt, mich mal wieder in loser Abfolge mit den Küchen des indischen Subkontinents befassen zu wollen. Den Anfang machte ein Fischcurry mit Kokosmilch. Besonders die Sous-Chefin war begeistert und hat scheinbar äußersten Gefallen an würzigen Currys gefunden. Heute sind wir ein wenig weiter im Norden unterwegs, genauer gesagt in der Region Baltistan, die manchmal auch Klein-Tibet genannt wird und eine Division Pakistans ist. Dort mag man es vorwiegend scharf. Zwiebeln und Tomaten bilden meist, besonders beim moslemischen Hauptteil der Bevölkerung, die Grundlage der Currys. Zutaten also, die von den hinduistischen "Pandits" eher gemieden werden. Über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der indischen und pakistanischen Küche werde ich aber demnächst an anderer Stelle noch einiges erzählen. In diesem Zuge sollte dann auch die europäisierte Version dieser Küchen, besonders die Tradition der sogenannten BIRs (British-Indian-Restaurants) erwähnt werden.

Sonntag, 13. August 2017

Gratin de cuisine anti-gaspi


Frei nach Hans-Christian Andersen könnte man hier das Märchen "Des Auflaufs neue Kleider" erzählen. Antwortet man nämlich auf die Frage nach dem letzten Mahl mit "Resteessen-Auflauf" wird man zwar vielleicht gelobt, nichts verkommen zu lassen, kulinarische Begeisterungsstürme wird man wohl aber nicht hervorrufen. Gibt man dem Kind aber einen französischen Namen und nennt es gratin de cuisine anti-gaspi (von gaspillage = Verschwendung) wird man dem Einen oder Anderen doch ein ehrfürchtiges "Oh!" oder "Ah!" entlocken. Einige würden hier auch als "Auflauf à la Rumfort" (mit allem, was rumsteht und fort muss) sprechen und auch das klingt wesentlich vornehmer, als es wirklich ist. 

Samstag, 12. August 2017

Scàcce pummaroru e cipudda


Heute begeben wir uns in den südlichsten Teil Italiens und zwar nach Sizilien. Wie überall im Stiefelland hat auch hier Essen eine herausragende Bedeutung. An Vielfalt herrscht kein Mangel und durch die wechselhafte Geschichte der Insel sind auch fremde Einflüsse, wie zum Beispiel aus dem arabischen Raum unverkennbar. Natürlich gibt es auch Pizza. Die wird nämlich nicht nur unter dem Vesuv gemacht, sondern auch hier, im Schatten des Ätnas. Eine sizililianische Spezialität: scàcce oder in der Einzahl scàccia. Hier zeigt sich eine weitere Besonderheit Siziliens, nämlich die Sprache. In "normalem Italienisch" hieße unser heutiges Essen focaccia pomodoro e cipolla, in Sizilien aber scàcce pummaroru e cipudda. Auf deutsch wären das "Brotfladen mit Tomate und Zwiebel".