Sonntag, 25. Juni 2017

Schaschlik in tomatiger Marinade


Heute war ich mal wieder Spießer, aber auf eine leckere Art und Weise. Ich liebe ja Schaschlik auf russische oder kaukasische Art. Schöne saftige Fleischstücke, außen knusprig, innen zart und vollem Geschmack. Diesmal habe ich mich für eine tomatige Marinade entschieden. Ich habe außerdem einen Tipp ausprobiert, den ich im irgendwo mal gelesen habe, nämlich der Marinade eine pürierte Kiwi beizufügen. Das hat weniger geschmackliche Gründe, sondern eher chemische. Die Frucht enthält nämlich, ähnlich wie Ananas und Papaya, ein Enzym, das Fleisch zart machen soll. Fazit vorweg: ob das nun im Endeffekt etwas gebracht hat, kann ich nicht wirklich sagen. Das Fleisch war tatsächlich zart, aber auch Essig und Zwiebel wirken ähnlich und in wie weit das Enzym einen drei Zentimeter Würfel in vierundzwanzig Stunden durchdringen kann, weiß ich nicht. Geschadet hat es jedenfalls nicht, aber ich denke, es geht auch ohne Kiwi.

Samstag, 24. Juni 2017

Spaghetti cacio e pepe - mit Käse und Pfeffer


Simplicissimus hieß schon der erste deutschsprachige Abenteuer- und Schelmenroman im 17. Jahrhundert,. Simpel kann auch eigentlich nie verkehrt sein, denn weniger ist oft mehr. Bei diesem Klassiker aus der Gegend um Rom verhält es sich wie mit so mancher Bademode: weniger wäre dann gar nichts. Ich glaube, ich hatte selten Rezepte mit weniger Zutaten. Trotzdem schmeckt das Ganze wirklich groß, wenn man auf die Qualität der Zutaten achtet. Die wird nämlich umso wichtiger, je weniger es davon gibt und je sparsamer mit Gewürzen umgegangen wird. Das es ein römisches Rezept ist, empfiehlt sich als Käse Pecorino romano. Ein guter Parmesan oder Grana gehen aber auch, bringen aber von Haus aus weniger Salzigkeit mit. Auch die Pasta ist entscheidend. In Rom nimmt man Tonnarelli. Das sind dünne, lange Nudeln mit quadratischen Querschnitt, ähnlich der Spaghetti alla chitarra. Bei deren Herstellung werden dünne Teigplatten mit einer Art Nudelholz über ein mit dünnen Drähten bespanntes Brett (die "Gitarre = chitarra) gerollt und so in dünne, lange Fäden gerollt. Ich mag diese Pasta, weil sie leicht dicker als herkömmliche Spaghetti sind, dadurch mehr Geschmack haben und auch ihren Biss behalten. 

Freitag, 23. Juni 2017

Fischfrikadellen


Wie heißt es doch so schön? "Fischers Fritz fischt frische Fischfrikadellen" ... oder so ähnlich. Gefischt habe ich diese hier zwar nicht, aber zubereitet. Das Resultat könnte sich so auch in einem Waterkant-Burger, beziehungsweise Bremer wiederfinden, wobei ich immer nicht weiß, ob letzterer Name nur die Frikadelle oder das ganze Konstrukt mit Brötchen und Schisslaweng bezeichnet. Vielleicht auch beides. Aber auch egal, dieser maritime Bremsklotz schmeckt auch ohne Teigwaren. Kartoffeln und Erbspüree sind gute Begleiter, dazu dann unsere leckere Gloucestersauce und fertig ist ein leckeres Mahl.

Donnerstag, 22. Juni 2017

Gloucestersauce


Die Gloucester-Sauce ist, genau wie die Worcestersauce, mal wieder mal so ein Ding, das phonetisch die Spreu vom Weizen trennt. Man kann sie zwar ganz essen, muss dabei aber auch einige Buchstaben des Namens verschlucken. Das Ergebnis ist dann eine "Gloster-Sauce". Bei dieser handelt es sich um eine Variante der Mayonnaise aus Groß Britannien, die gerne zu kaltem Braten und Fisch gereicht wird. Man könnte auch von einer Art Sauce Tartare sprechen.  

Mittwoch, 21. Juni 2017

Cremiges Ragout von Spargel und Huhn auf Pasta


So, da bin ich wieder, nach ein paar Tagen Absenz vom Herd. Es war mir einerseits viel zu heiß, um den Flammen eines Gasherd zu nahe zu kommen. Andererseits fehlte mir in den letzte Tagen auch einfach die Zeit zu kochen. Wir sind in NRW ja im Schuljahresendspurt. Da bin ich immer zwiegespalten. Auf der einen Seite hätte ich lieber jetzt als morgen Ferien, auf der anderen würden drei Wochen mehr nicht schaden, damit man noch bequem alles schaffen kann, was geschafft werden muss. Aber wie heißt es so schön? Irgendwas ist ja immer ...

Samstag, 17. Juni 2017

Nur mal so ... (Teil 109)


Wenn jetzt ein Riss im Zeit-Raum-Kontinuum entsteht und das Universum im Chaos versinkt oder alternativen Zeitlinien folgt - meine Schuld ist es nicht. Zumindest nicht absichtlich. In meinem Tages-, beziehungsweise Wochenablauf ist es aber bereits zu ersten Fluktuation gekommen und alles verschiebt sich um einen Tag nach hinten. Grund der Zeitanomalien ist nicht etwa ein spontan aufgetretenes Wurmloch in meiner Küche oder ein umgekehrter Tachyonimpuls, sondern der Wunsch der Sous-Chefin, Lasagne essen zu wollen. Also habe ich die Tage einen riesigen Topf Ragù alla Bolognese gekocht, natürlich nach dem - und ich werde nicht müde, es zu erwähnen - einzig wahren ricetta tradizionale, dem offiziellen Rezept der Stadt Bologna. Insgesamt vier Kilogramm. Ein Teil davon ist heute in obige Lasagne mit fünf Schichten grüner Pasta, vier Schichten Ragù, Sauce Béchamel und Parmesan gewandert.   

Freitag, 16. Juni 2017

Rhababersaftschorle


Das heutige Rezept hast die Gattin zu verantworten. Nach eingehender Inspektion des Gartens kam sie zu dem Entschluss, das der vermutlich letzte Rhabarber des Jahres sofort zu verarbeiten sei. Ihr Ansinnen war es, diesen in Saft zu verwandeln. Bei unserem Kurzausflug nach Spiekeroog neulich hatten wir diesen als kühle Schorle bei 30° C sengender Hitze auf der Terasse eines Cafés getrunken und für lecker und sehr erfrischend befunden. Klarer Fall, das wir zu Hause nachgebaut und das möglichst ohne Beimischung von 40% Apfelsaftkonzentrat, wie bei industriellen Produkten so üblich.