Mittwoch, 17. Februar 2016

Spaghetti alla puttanesca bianco


Nach den optischen Kollateralschäden der letzten Tage heute mal wieder etwas, das sowohl den Gaumen, als auch (hoffentlich) das Auge erfreut. Landratten, Fischallergiker und Glatzköche sei jedoch angeraten, den Blog heute weiträumig zu umfahren und den Umleitungsschildern nach "Morgen" zu folgen. Ehepartner von Glatzköchen jedoch, dürfen bleiben und schauen.

Spaghetti alla puttanesca ist ein namentlich den Damen des ältesten Gewerbes der Welt gewidmetes Gericht. Am Ende eines arbeitsreichen Tages  einer arbeitsreichen Nacht bekamen sie in den Hafenkneipen Süditaliens das, was noch übrig, beziehungsweise fast unbegrnzt lagerbar war. Nudeln, Tomaten, Sardellen, Kapern, Oliven. Das sind im Normalfall auch die Hauptzutaten einer Puttanesca. In der Version als bianco lassen wir logischerweise die Tomaten weg, sonst wäre es ja wieder rosso. Dafür fügen wir, auch der Optik wegen, ein paar Riesengarnelen hinzu. Muscheln oder Calamaris wären auch ewine prima Sache.


Für zwei Portionen:
  • 4 Sardellen (in Salz)
  • 1 rote Peperoni
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Zweig Rosmarin
  • 12 Riesengarnelen
  • 2 EL Kapern
  • 2 EL schwarze Oliven
  • 2 EL Semmelbrösel
  • Petersilie
  • Zitrone (unbehandelt)
  • Salz
  • Olivenöl
  • 200 g Spaghetti (ungekocht)
Ich bevorzuge Kapern in sale, also in Salz eingelegte. Die schmecken natürlicher als die oft für italienische Gericht zu säuerlichen Knospen in Essiglake. Die kann man natürlich notfalls auch nehmen, dann sollte man sie aber gründlich abspülen und einige Zeit in Wasser einlegen.

Kann man den Salzgehalt der Kapern und Sardellen einschätzen, braucht nur das grobe Salz abgewischt zu werden. Ansonsten spült man sie vorsichtshalber ab und salzt später noch einmal nach. 

Sardellen in Stücke schneiden. Knoblauch nur von der Pelle befreien und mit der flachen Messerseite leicht andrücken. Garnelen schälen, am Rücken entlang längs etwas einschneiden und den etwaig vorhandenen schwarzen Darm entfernen. Peperoni ruhig mit Kernen in kleine Stücke schneiden. Oliven halbieren und, wenn nötig, entkernen. Petersilie nicht zu fein hacken. Zitronenschale fein abreiben, wir brauchen in etwa ein, zwei Teelöffel davon,

Spaghetti nach Packungsanweisung kochen. Im Idealfall sind sie gleichzeitig mit den anderen Zutaten gar. Die Pasta braucht etwa neun Minuten, die Sauce so um die sechs bis sieben. Da kann man sich in etwa ausrechnen, wann mit was begonnen werden muss.


Die Semmelbrösel in etwas Olivenöl bräunen und auf etwas Küchenpapier entfetten.


Sardellen, Peperoni, die Knoblauchzehe und den Rosmarinzweig in etwas Olivenöl anschwitzen, die Hitze erhöhen und die Riesengarnelen von beiden Seiten zwei Minuten anrösten.


Kapern und Oliven hinzufügen und gut durchschwenken. Nach Belieben salzen. Knoblauch und Rosamarin entfernen, sie haben ihre Schuldigkeit getan.


Nudeln abtropfen lassen und hinzufügen, alles gut durchschwenken.


Auf einem Teller anrichten und ein paar Semmelbrösel, etwas gehackte Petersilie und Zitronenschale darüberstreuen. Die Riesengarnelen dekorativ hinzufügen. Da kann es draußen noch so schneien, ich habe mir hier Süditalien ins Esszimmer geholt.
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Flashback:


Heute vor einem Jahr: Pizza Brunch

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