Sonntag, 26. April 2015

Grüße aus dem Landschulheim: Nudeln in Rahmsauce mit Broccoli


Nicht nur ich versuche hin und wieder, dem Geschmack meiner Kindheit auf die Spur zu kommen oder Dinge, die ich irgendwo und irgendwann einmal gegessen habe, zu Hause nachzukochen, auch die Kleine äußert da Wünsche. Sie nimmt gerade auf eigenen Wunsch am sogenannten Vorkonfirmandenunterricht (was für ein Wort!) teil, der bei uns in der vierten Klasse stattfindet. Just war sie mit dieser Gruppe auf einer Wochenendfreizeit in einem Landschulheim. Dort gab es mittags Nudeln mit Rahmsauce und Brokkoli. Ihr Fazit: "War eigentlich ganz lecker, nur der Broccoli war total wässrig und hat nach nichts geschmeckt." Der anschließenden Frage "Papa, machst du das auch mal?" konnte ich natürlich keine Absage erteilen, also hier ist mein Versuch.


Natürlich könnte man jetzt zu Tüten und Pulvern greifen  - und ich bin mir sicher dass dies ,nicht nur in Landschulheimen, gängige Praxis ist - aber wir wollen ja frisch kochen. Einzig die Nudeln sind gekauft, denn zum Einen waren gedrehte Nudeln gewünscht - als frische Pasta (pasta fresca) so gut wie unmöglich - und zum anderen ist für Lehrer der Sonntag nur eingeschränkt ein Ruhetag.

Die Menge reicht für 6, maximal 8 Kinder.

Für den Brokkoli:
  • 500 g Broccoli
  • Salz
  • Pfeffer
  • Zucker
  • Butter
  • Muskat
Für die Sauce:
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 200 ml Gemüsefond
  • 150 ml Sahne (fettreduzierter: 50% durch saure Sahne oder Schmand ersetzen)
  • Kräuter (hier: Liebstöckl als "Knaggi-Ersatz" und Lorbeer)
  • Salz
  • Pfeffer
  • Zucker
  • Zitronensaft
  • Worcestersauce
  • Parmesan (nach Belieben)
  • Olivenöl

Der Broccoli wird zunächst in Röschen geteilt und in kochendem Salzwasser garen, bis er fast al dente ist. Das dauert, je nach Größe der Stücke, maximal drei Minuten. Abgießen, kalt abschrecken (am Besten in Eiswasser) und zur weiteren Verwendung in einem Sieb abtropfen lassen. Das Kochwasser kann man natürlich auch auffangen und mit oder anstelle des Gemüsefonds benutzen.


Die Strünke schmeißen wir natürlich nicht weg, sonder füttern sie in kleinen Mengen an die Meerschweine oder frieren sie zur späteren Verwendung in einem Gemüsefond ein. 


Zwiebeln pellen und würfeln, dann in Olivenöl anschwitzen.


Knoblauch ebenfalls pellen und fein hacken, kurz mit den Zwiebel anschwitzen, dann mit Brühe aufgießen und die Kräuter hinzufügen. Etwas reduzieren lassen.

In der Zwischenzeit etwa 350 g Nudeln kochen. 


Kräuter entnehmen, Sahne angießen und köcheln lassen, bis die Sauce von selbst beginnt einzudicken. Mit Salz, Pfeffer, einer Prise Zucker, ein paar Spritzern Zitronensaft und Worcestersauce abschmecken. Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass das Gelingen der Sauce von der Qualität des verwendeten Fonds abhängt. Ein bisschen fein geriebener Parmesan gibt der Sauce nötigenfalls geschmacklich mehr "Tiefe".  


Die gut abgetropften Nudeln zur Sauce geben und gut durchrühren.


Im Landschulheim haben die Nudeln in der Sauce geschwommen, ich bin hier mehr in Richtung cremige "Carbonara" gegangen - obwohl ich die natürlich ganz klassisch ohne Sahne mache.  


Nun kommt der Broccoli zurück ins Spiel. Gut abgetropft darf er in einen Topf mit ein bis zwei Teelöffeln zerlassener Butter. Gut durchschwenken, bis das Gemüse wieder warm ist, dann mit Salz, Pfeffer, einer kleinen Prise Zucker und etwas Muskat abschmecken.


Vielleicht kein Diätgericht, aber von den Zutaten her gesünder als so manches, das uns die Werbung als gesund verkaufen will. Und der Broccoli hatte, nach Aussage der Kleinen wirklich Geschmack, war knackig und nicht matschig-wässerig.

Kommentare:

  1. du filou, ich dachte schon, du wärst mit deinen schülern im schullandheim und hast dort die küche reformiert. dann weiß ich ja, was mir mit meinen kandidaten noch blüht... prost mahlzeit.

    AntwortenLöschen