Sonntag, 13. August 2017

Gratin de cuisine anti-gaspi


Frei nach Hans-Christian Andersen könnte man hier das Märchen "Des Auflaufs neue Kleider" erzählen. Antwortet man nämlich auf die Frage nach dem letzten Mahl mit "Resteessen-Auflauf" wird man zwar vielleicht gelobt, nichts verkommen zu lassen, kulinarische Begeisterungsstürme wird man wohl aber nicht hervorrufen. Gibt man dem Kind aber einen französischen Namen und nennt es gratin de cuisine anti-gaspi (von gaspillage = Verschwendung) wird man dem Einen oder Anderen doch ein ehrfürchtiges "Oh!" oder "Ah!" entlocken. Einige würden hier auch als "Auflauf à la Rumfort" (mit allem, was rumsteht und fort muss) sprechen und auch das klingt wesentlich vornehmer, als es wirklich ist. 


Eigentlich wollte ich heute etwas indisches machen, aber von der gestrigen Geburtstags-Nachfeier der Sous-Chefin waren noch massig Pizzazutaten übrig. Die habe ich einfach zusammengekippt, etwas aufgepimpt und einen leckeren Auflauf gebastelt. So was würde ich sonst vermutlich nie kochen, hier waren mir aber die Lebensmittel zu schade, um sie zu entsorgen.  


Mit Oliven in der Pfanne vorgebraten:
  • Zwiebeln
  • Champignons
  • Kochschinken
  • Parmaschinken
  • Oliven
  • Mais
  • rote Paprika
  • Cocktailtomaten
Dazu noch gewürfeltes Hühnerfleisch, dass ich ja eigentlich für das geplante indische Essen gekauft hatte. Das Ganze einfach mit Salz, Pfeffer, etwas Paprikapulver und frischem Thymian würzen, dann noch ein paar Minuten bei gelegentlichem Wenden brutzeln lassen.


Auf Nudeln hatte ich keine Lust, also habe ich zwei große vorwiegend festkochende Kartoffeln geschält und hauchdünn gehobelt. Davon die Hälfte ziegelartig in eine mit Olivenöl ausgeriebene Form legen, darauf die Hälfte des Pfanneninhalts. Dann wieder eine Schicht Kartoffeln und der Rest aus der Pfanne.


Nun noch etwas Pizzasauce darüber gießen ... 


... und geriebenen Käse darüber streuen. Mit etwas gutem Olivenöl beträufeln.


Ab in den Ofen damit (180° C) bis der Käse geschmolzen, das Huhn gar und die Kartoffeln weich sind. 


Sieht jetzt nicht sonderlich stylisch aus, ist aber unerwartet lecker. 


Außederm habe ich es heute endlich geschafft, ein paar neue Salzzitronen anzusetzen. Ich möchte demnächst nämlich meine Tajine wieder zum Einsatz bringen.
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Flashback:


Heute vor einem Jahr: Spaghetti alla panna

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