Wer mich und diesen Blog hier kennt, weiß, dass ich beileibe kein Freund von Geschmacksverstärkern bin. Ich liebe aber chinesisches Essen und gerade dort - besonders in der Restaurantküche - wird viel Mononatriumglutamat (MSG) eingesetzt.
Viele Menschen, die ich persönlich kenne, berichten nach dem Besuch eines Chinarestaurants von Beschwerden wie Hitzeempfinden, Nacken- oder Muskelschmerzen, bis hin zu Schwindel und schreiben dies dem Einsatz von Glutamat als Geschmacksverstärker zu. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom "Chinarestaurant-Syndrom". Wenn ich aber sehe, dass dieselben Menschen zuhause kiloweise mit glutamathaltigem Knaggi-Fix oder Instantbrühen kochen und dabei keine Beschwerden haben, beschleicht mich der Verdacht, dass das "Chinarestaurant-Syndrom" nur eine Chimäre ist oder andere Ursachen als die vermeintliche Wirkung des Glutamats haben könnte. Allergische Reaktionen können da vielleicht eine Rolle spielen (in Chinarestaurants wird viel mit Erdnussöl gearbeitet) oder Überzuckerung durch zu viele Kohlenhydrate. Naheliegend ist auch eine ursprüngliche rassistisch geprägte Legendenbildung, mit der man versuchte, heimische Gastronomie vor der wachsender Popularität asiatischer Resataurants zu schützen, nachdem das Märchen vom Rattenfleisch im Chop Suey nicht mehr zog. In Fernost ist das "Chinarestaurant-Syndrom" nämlich so gut wie unbekannt.Lesenswert: Die Mär vom ungesunden Teufelszeug Glutamat
Ich werde Glutamat als Pulver oder künstlich beigemischtem Inhaltsstoff trotzdem meiden. In natürlicher Form (zum Beispiel in vielen Pilzen) ist es jedoch völlig in Ordnung. Chemiker mögen mich verbessern oder bestätigen.
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