Als wir just begannen mit unseren schwedischen Freunden das sogenannte Julbord (das Weihnachtsbüffet) vorbereiteten, hätte ich nie vermutet, dass da Pasta mit auf dem Tisch landen würde. Das ist natürlich nicht klassisch skandinavisch, aber in der Familie unserer Bekannten sind diese Nudeln zu Heiligabend scheinbar Teil der Tradition, also habe ich sie mal vorsichtshalber doch als schwedisch gekennzeichnet. So richtig italienisch ist das aber auch nicht, obwohl es tatsächlich Pasta saffrano e olive gibt, wenn auch in leicht anderer Form. Ich vermute mal eher, dass es sich hier um einen Versuch handelt, Pasta alla Monzese zu machen. Rezept stammt mit Sicherheit aus den 1980er Jahren und da hat man es mit der Authentizität bekanntermaßen nicht ganz so genau genommen.
Unsere Freunde haben diese Art Pasta genommen, also tue ich es ihnen gleich. Die kleinen riffligen, muschlartigen Nudeln, bekommt man verwirrenderweise unter dem Namen Gnocchi. Man kann aber natürlich auch jede andere Form nehmen, die beliebt. Wir brauchen insgesamt
- 250 g Pasta
Des Weiteren:
- 1 Knoblauchzehe
- 2 Döschen Safran
- 1 EL Tomatenmark
- 200 ml Sahne
- 100 g schwarze Oliven
- 1/2 TL Thymian
- 1/2 TL Salz
- 1 Prise schwarzer Pfeffer
- 2 EL Butter
Safran kaufe ich normalerweise immer als Fäden. In diesem Fall habe ich den gemahlenen genommen. Ich denke mal, diese große, bekannte Gewürzfirma wird mich schon nicht übers Ohr hauen, oder?
Tiefschwarze Oliven sind eigentlich nichts weiter, als mit Eisengluconat gefärbte grüne Exemplare. Echte reife Oliven sind eher dunkel-violett mit einem rötlich-braunen Ton. Kann man auch nehmen, muss man dann aber meist entkernen. Für das Rezept reichen diese hier aber auf jeden Fall.
Ich habe hier gefriergetrockneten Thymian. Der ist deutlich aromatischer, als der "normale". Man kann natürlich auch frischen nehmen, wenn man hat und möchte.
Tiefschwarze Oliven sind eigentlich nichts weiter, als mit Eisengluconat gefärbte grüne Exemplare. Echte reife Oliven sind eher dunkel-violett mit einem rötlich-braunen Ton. Kann man auch nehmen, muss man dann aber meist entkernen. Für das Rezept reichen diese hier aber auf jeden Fall.
Ich habe hier gefriergetrockneten Thymian. Der ist deutlich aromatischer, als der "normale". Man kann natürlich auch frischen nehmen, wenn man hat und möchte.
Zur Vorbereitung muss nur der Knoblauch abgezogen und fein gehackt und optional die Oliven halbiert werden
Pasta nach Packungsanleitung aufsetzen und al dente kochen. Parallel dazu Butter in einem Topf schmelzen lassen.
Knoblauch anschwitzen, dann Sahne, Safran, Tomatenmark, Thymian, Salz und Pfeffer hinzufügen.
Verrühren und eine Minute köcheln lassen, dann die Oliven hinzufügen und abschmecken.
Pasta abgießen und sofort mit der Sauce vermengen.
Von Parmesan steht nichts im Rezept, aber schaden kann der nie. Das ist schon eine extrem schlotzige Angelegenheit und ungeheuer sättigend. Ich habe den Teller hier nicht ganz geschafft, obwohl ich wirklich Hunger hatte. Geschmacklich ist das natürlich hervorragend und auch, wenn man das in Italien anders sieht, dass man mit der Kombination von ordentlich Butter und Sahne nichts falsch machen kann, zeigt uns ja die französische Küche. Die Pasta könnte auch bei uns zur Tradition werden.
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Flashback:Heute vor sieben Jahren: Minestrone di verdure e fagioli








Netter, fix gemachter Opener für's neue Jahr.
AntwortenLöschenKlingt grad recht für so leckere schlotzige, hungrige und sackkalte Winterabende.
Interessant, dass du gefriergetrockneten Thymian auch besser findest. Ich wurde da schon doof angeguckt, aber
es ist halt so. Frisch ist mir das irgendwie zu bitter und getrocknet ist's meist strohig scharf.
Und die Nomenklatur italienischer Pastasorten zu durchschauen ist auch für Philosophen eine Titanenaufgabe.
Da erfasst man besser den Kern der Dinge und guckt halt nach dem Hersteller. Meine bescheidene Theorie:
Barilla > bäh ! De Cecco < Yess ! Und auch sonst praktisch alle original Italienischen Marken. Hauptsache guter
Hartweizen, geiler Biss und mit Glück noch durch die rauere Bronzedüse gepresst. Da brauchste sonst nix....
PS: diese verlinkten Formel 1 Pasta sehen absolut appetitlich aus. Das kommt auf die To-do liste.
Um es klarzustellen, ich liebe frischen Thymian, besonders in Schmorgericnten oder Suppen. Ich habe auch immer welchen im Garten, der ist sogar irgendwie winterhart. Aber wenn ich mal zu faulk bin, durch Schnee und Kälte zu stapfen, nehme ich gerne auch gefriergetrockneten. Ich finde gerade bei Thymian und Oregano ist das okay. Der normal getrocknete hat deutlich weniger Aroma und schmeckt irgendwann nur blerg. Was Pasta angeht, ja, De Cecco ist top, aber auch Rumo finde ich gut (keine Schleichwerbung, ich bekomme und will nichts dafür). Ich mag aber auch die Spaghetti alla Chitarra (Eigenmarke) der gelb-blauen Lebensmitteleinzelhandelskette.
LöschenOh ja, Rummo auch gut klaro. Die siehr man hier halt selten und etliche der italienischen Läden werden hier
Löschenleider abgängig. Die alten Inhaber gehen in den Ruhestand und gute Nachfolger sind wohl kaum aufzutreiben.
Sehr schade...
Ich behelfe mir also mit onlinebestellungen. Für mich und meine Haxen eh ne große Erleichterung auch wenn
ich das Stöbern in Läden natürlich schon arg vermisse. So what...
Wir haben hier noch ein italienisches Restaurant (von Italieniern geführt) und die haben einen angegliederten Feinkostladen mit Wurst, Schinken, Käse, Pasta, Antipasti, Wein und so weiter. Wenn du waas brauchst, besorgen sie dir da dann auch. Sonst müsste ich dann nach Bielefeld oder Hannover.
LöschenNudelgerichte, die mit wenig Komponenten auskommen, mag ich. Ein Zitat: „Schlichtheit ins Extrem getrieben, ist Eleganz.“ Der Satz hat seine Wahrheit, gegen Üppigkeit spricht allerdings auch nichts.
AntwortenLöschenAus Granada brachte ich im Sommer ausreichend Safran mit. Die Gewürzläden dort sind ein Traum, man befindet sich in einer Duftwolke.
Inspiriert durch einen schwedischen Krimi wurde darum ein Safrankuchen gebacken. Er soll eine schwedische Spezialität sein. Nur geriet er so muffig, dass wir ihn kaum essen konnten. Alles war frisch, der Safran war stattlich vertreten, vielleicht zu viel. Weiß der Geier, was passiert ist.
Saffranskaka ist eigentlich lecker, genau wie Saffransbullar (Safranschnecke). Aber zu viel Safran wird dann wirklich schnell viel zu viel.
Löschen@Esther:
Löschenfolge mal dem link (keine Trackerei)
https://safran.de/safran-richtig-verwenden/
ich glaube, da steht, was falsch gelaufen ist.
könnte wirklich zuviel Safran gewesen sein
Prima Link, danke Dir. Laut Mengenangaben bin ich deutlich über das Ziel geschossen. Dort steht, dass Safran tödlich sein kann. Vielleicht schreibe ich selber mal einen Krimi. „Die gelbe Gefahr kam aus der Küche“ „Der Krokus war sein Schicksal“
LöschenEr glotzte blöd wie ein Otter,
die Haut so gelb wie Dotter.
Die Fäden noch an den Lippen,
hatte er nicht lange gelitten.
Seine Farbe war sonnig schön,
drum legte man ihn in Formalin.
Ich glaube, ich versuche das mal etwas abgewandelt nachzumachen.
AntwortenLöschenIch mach die Nudeln selber (mit Bronzescheibe, genau).
Aber diese Muscheln kann ich nicht, zu mühselig.
Alle paar Sekundenbruchteile mit dem Opinel über die Scheibe..
Ich versuche es erstmal mit Spaghetti.
Ob ich den trocken etwas gerösteten Safran
direkt zu den Nudeln tun kann?
Denn wenn ich den erst in Öl röste,
geht der nicht mehr in die Nudeln.
(zu fettig, denk ich).
Dann werden die eingepackt
und zum Reisegepäck getan.
Der Rest bleibt wie im Rezept.
Das wird es nächste Woche auf der Berghütte
nach dem Skifahren geben.
Klingt nach genau richtig
klingt nach vielen Kalorien :-)