Montag, 29. Juni 2015

Gefüllte Tintenfischtuben


Der Tintenfisch ist in vieler Hinsicht ein zäher Zeitgenosse, leider auch oft in kulinarischer Hinsicht. Das liegt an der Beschaffenheit seines Proteins. Dieses besteht nämlich aus sehr langen "Ketten". Einfach ausgedrückt beginnen sich diese Eisweißfäden beim Kochen zu vertüdeln, so dass das Fleisch nicht zarter, sondern eher zäher wird. Erfahrene Fischer im Mittelmeerraum haben da eine recht rustikale Vorgehensweise, um diesem Problem Herr zu werden. Das Meerestier wird einfach solange gegen eine Hafenmauer geschlagen, bis es mürbe ist, sprich die Proteinketten durch rohe Gewalt zerstört wurden. Alternativ darf Tinti in einer Art Waschmaschinentrommel, die mit Kieselsteine gefüllt ist, Karussell fahren. Grundsätzlich bin ich ja nun ein Verfechter frischer Ware, aber ich habe hier die Beobachtung gemacht, dass das Einfrieren von Tintenfischtuben auf die Textur des Tentakeltieres scheinbar eine ähnliche Wirkung hat, wie mehrfacher Kontakt mit einer Hafenmauer. Vermutlich helfen die Eiskristalle, die sich beim Gefrierprozess zwangsläufig bilden, die Zellen, beziehungsweise Proteinketten zu zerstören. Bei Erdbeeren eher unerwünscht, hier aber scheinbar ein zielführender Nebeneffekt. Man möge mich eines Besseren belehren, aber ich habe schon einige zähe frische Tuben gehabt, aber bei absolut gleicher Zubereitung noch nie eine gummiartige Gefrorene. Das kann natürlich Glück gewesen sein. Letztlich muss jeder selbst wissen, was er verwendet.


Ich habe hier vier Portionen gemacht.
  • 4 Tintenfischtuben
  • 1 altes Brötchen oder Brot 
  • 1 Ei
  • Petersilie
  • Zitrone
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Zwiebel
  • Salz
  • Pfeffer
  • Olivenöl

Zwiebeln und Knoblauch schälen und in eine Küchemaschine geben. Ein Ei dazuschlagen und mit Petersilie, etwas Zitronensaft und Olivenöl zu einer Paste vermahlen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. 


Die Masse in einen Spritzbeutel füllen, Alternativ einen Gefrierbeutel nehmen und eine Ecke abschneiden. Tuben mit der Masse füllen.


Öffnung mit einem Zahnstocher verschließen, Tintenfischtuben von außen salzen, pfeffern und mit Olivenöl und Zitronensaft einreiben.


Bei mäßiger Hitze von allen Seiten grillen, bis die Tuben rundherum Farbe angenommen haben.


So sieht das schon mal gut aus.


Und hier noch einmal im Anschnitt. Achtung: Holzspieß nicht essbar!

Kommentare:

  1. Tintenfischtuben wollte ich auch schon immer mal ausprobieren. Dann weiß ich was ich demnächst mache.

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    1. Viel Erfolg. Die Viecher vertragen ordentlich Knoblauch und Zitrone.

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