Montag, 8. Januar 2018

Hühnersuppe mit Matzeknödeln


Diese Suppe wollte ich schon lange machen, bin aber irgendwie nie dazu gekommen. Ursprünglich wohl von den ashkenasischen Juden nach Israel und in die USA gebracht, erfreut sie sich nicht nur in diesen beiden Ländern großer Beliebtheit. Wir alle wissen um die Fähigkeiten einer guter Hühnersuppe, eine Erkältung zu bekämpfen, deshalb wundert es auch nicht, das chicken soup with matzo balls in den Vereinigten Staaten auch Jewish penicillin, also "Jüdisches Penicillin" genannt wird. Jetzt wo die Temperaturen um den Gefrierpunkt liegen, kann so ein Süppchen nicht schaden. 

Die Brühe als Grundlage habe ich bereits gestern weitgehend nach oben verlinktem Rezept hergestellt. Über Nacht kalt gestellt wird so das Fett schön hart und kann als "Deckel" fast im Ganzen von der Supe entfernt werden. Kaltes Hühnerfett (oder von der Gans) heißt bei ashkenasischen Juden übrigens schmaltz, was ja auch Sinn macht, denn Schweinefett, woraus ja "unser" Schmalz oft besteht, wird ja von Orthodoxen Juden nicht gegessen. Dieses Schmaltz schmeckt fantastisch und wir brauchen es später für die Knaidlach (Knödel).   

  • frisch gekochte Hühnerbrühe (Zutaten noch mal weiter unten)
  • etwas ausgelöstes Hühnerfleisch
  • Gemüse aus der Brühe nach Wunsch
Für die Knödel:
  • 260 g Matzen
  • 3 - 4 Eier
  • 3 EL Hühnerfett (oder Speiseöl)
  • 1 TL Backpulver
  • Dill
  • Salz
  • Pfeffer 
Hier noch mal die Zutaten für die Brühe:
  • 1 Poularde
  • 1 Zwiebel
  • 3 Möhren
  • 1 Stück Sellerie (Knolle oder Stange, wie es beliebt)
  • 1 Stück Lauch
  • 1 Pastinake
  • Lorbeer
  • Thymian
  • 1/2 TL Pfefferkörner
  • 1/2 TL Pimentkörner (oder Zweibel mit 2 - 3 Nelken spicken)
  • Salz
  • Muskat
Huhn mit Gemüsen (nach Bedarf geschält), Kräutern, Pfefferkörnern und Piment in einen Suppentopf geben. Mit kaltem Wasser auffüllen, so dass alles knapp bedeckt ist. Leicht salzen und aufkochen lassen. Dann zwei Stunden leicht simmern lassen. Warum ich hier salze dafür aber nichts abschöpfe, kann man hier lesen. Durch ein feines Sieb geben, kalt stellen und Fettschicht abschöpfen. Mit Salz und etwas Muskat abschmecken et voilà! 


Für die Knödel brauchen wir Matzenmehl. Das ist nicht, wie ich erst dachte Mehl, aus dem man Matzen macht, sondern andersherum, Mehl, das aus Matzen gemahlen wird. Also kommen die flachen Brotstücke in die Küchenmaschine und werden zu Mehl verarbeitet. Da ich immer nicht weiß, wie die Familie auf Dill reagiert, habe ich ein paar Knödel ohne gemacht.

Das Mehl wird nun mit drei Eiern, dem Backpulver, dem Hühnerfett, Salz, Pfeffer und gehacktem Dill vermischt. Ist die Masse zu bröckelig, geben wir noch ein Ei dazu.

Küchentipp: Eier lassen sich besser in einen Teig kneten, wenn man nur das Innere nimmt und die Schalen entsorgt.

Aus der Masse lassen sich nun mit feuchten Händen 12 bis 14 Knödel formen.


Die werden nun in kochendes Wasser gegeben und mindestens 25 Minuten gekocht. Je länger, desto fluffiger werden sie.


Hier haben wir ein leckeres Knödelchen im Anschnitt.


Nun müssen wir das Ganze eigentlich nur noch mit heißer Suppe, Gemüse und Fleisch anrichten. Noch etwas Dill und auf Wunsch Schnittlauch darüber, fertig ist unser Erkältunsgkiller. Wirklich sehr lecker und wohltuend. 
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Flashback:



Heute vor einem Jahr: Risonese

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