Mittwoch, 21. Februar 2018

Schnelles Juvetsi mit Huhn - Giouvetsi Kotopoulo


Juvétsi ist ein in Griechenland beliebtes Sonntagsessen. Normalerweise wird es im Ofen gebacken. Da in früherer Zeit aber nicht jeder Privathaushalt einen eigenes Backrohr hatte, wurde das Gericht zu Hause in einen Tontopf gefüllt, mit Namen beschriftet und vor dem Kirchgang zum Bäcker gebracht. Der schob das dann in seinen großen Ofen und wenn die Gemeinde Mittags nach Hause ging, konnte sie das fertige Mahl dampfend heiß mit nach Hause nehmen, ähnlich den französischen Pommes de Terre Boulangères.

Normalerweise wird Lammfleisch verwendet, Rind oder Schwein sind aber auch okay. Diese Fleischsorten, meist auch eher günstigere Zuschnitte, brauchen natürlich ihr Zeit, um zart zu schmoren. Ich nehme hier Hähnchenfleisch, da geht es deutlich schneller. Außerdem gare ich das Gericht komplett auf dem Topf und spare mir den Ofen.



Für vier gute Portionen zunächst das Fleisch:
  • 500 g Hähnchenfleisch (hier Schenkel ohne Haut, entbeint)
  • 1 große Knoblauchzehe
  • 1 TL Oregano
  • 1/2 TL Majoran
  • Thymian
  • Rosmarin
  • 1 EL Zitronensaft
  • Salz
  • Pfeffer
  • Olivenöl

Wir verrühren den Zitronensaft mit den Kräutern. Thymian und Rosmarin sind bei mir frisch, da zupfe ich bei ersterem einfach die Blättchen von den Stielen, vom zweiten hacke ich die Nadeln fein. Je ein halber Teelöffel genügen. Nun fügen wir die leicht angequetschte Knoblauchzehe und ordentlich Olivenöl hinzu, dann salzen und pfeffern wir das Ganze.


Fleisch in Streifen schneiden und mindestens eine halbe Stunde, gerne auch gekühlt über Nacht in der Marinade ziehen lassen.


Desweiteren:
  • 1 rote Zwiebel
  • 100 ml Weißwein
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1 EL Paprika edelsüß (oder scharf, wie es beliebt, gerne auch gemischg)
  • 1 große Dose geschälte Tomaten (800 g)
  • 250 g Kritharáki ("Reisnudeln", italiniesch: Orzo)
  • etwas helle Fleischbrühe
  • 1 Zucchino
  • Salz
  • Pfeffer
Auf den Fotos zwar vergessen, aber wichtig für den Kick:
  • 1 Zimtstange
  • 1 Lorbeerblatt

Wein schon mal mit Tomatenmark und Paprikapulver verrühren.


Fleisch etwas abtropfen lassen und in einem großen Topf in etwas Öl der Marinade bei mäßiger Hitze anbraten. Geht auch in einer großen Pfanne mit höherem Rand und passendem Deckel.


In der Zwischenzeit die Zwiebel schälen und würfeln. Der Knoblauch aus der Marinade kann auch fein gehackt werden. Beides kommt nun zum Fleisch und darf glasig mitgedünstet werden.


Erst Weinmischung angießen, etwas einkochen lassen ... 


... und dann die Tomaten hinzufügen. Mit Salz und Pfeffer vorsichtig abschmecken.


Nudeln angießen, umrühren.


Mit etwa 100 ml Brühe angießen, Lorbeerblatt und Zimtstange hinzufügen. Abgedeckt etwa zehn Minuten bei niedriger Temperatur köcheln lassen


Zucchino würfeln und hinzufügen. Umrühren und bei Bedarf mehr Brühe angießen.


Nach weiteren acht Minuten (hin und wieder mal rühren) sollten die Nudeln weich, aber noch nicht überkocht sein. Eine kleine Kruste am Boden ist nicht schlimm, solange nichts verbrannt ist.


Mit Kefalotiri (ersatzweise Pecorino) und/oder Feta bestreut servieren. Sehr lecker und - Marinierzeit mal ausgenommen) locker in dreißig Minuten auf dem Tisch.
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Flashback:


Vorgestern vor einem Jahr: Wolfgang Pucks Räucherlachspizza

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