Donnerstag, 28. August 2025

Teriyaki-Bratreis


Wenn ich Reis vom Vortag übrig hab, gibt es fast immer Bratreis. Meist geht es dann irgendwie in die chinesische Richtung, diesmal habe ich mich für etwas japanisch Inspiriertes entschieden und eine eigene Teriyakisauce verwendet. So etwas gibt es aber tatsächlich hauptsächlich in der westlichen Welt. In Japan selbst ist Teriyaki nämlich eine Zubereitungsart, bei der das vorher marinierte Grillgut beim Garen über heißer Kohle immer wieder mit einer würzigen Glasur bepinselt wird, bis es glänzt (yaki = Glanz und tori = Grillen). Den Geschmack dieser Glasur habe ich genutzt, den heutigen Bratreis zu aromatisieren.


Zunächst brauche ich natürlich gekochten Reis vom Vortag. Ich hatte Basmati, typischer wäre ein Sushireis, aber es geht auch so. 

Für drei Portionen:
  • 4,5 Kaffeepötte Reis (gegart)
Wichtig ist, dass der Reis nicht zu feucht ist, also lieber mit etwas weniger Wasser kochen. Normalerweise nehme ich bei Basmati zwei Teile Wasser auf einen Teil Reis. Hier würde ich eher 1,5:1 empfehlen.

Damit man auch ein bisschen Crunch hat, brauche folgendes:
  • 4 Frühlingszwiebeln
  • 1 Karotte
  • 1 kleiner  Pak choi (oder etwas Kohl)
  • 1 großzügige Handvoll Keimsprossen
  • 1 Hähnchenbrust (fertig gegart)
  • 3 Eier
  • 1 Stück Ingwer
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz
  • Pfeffer
  • Öl

Eine Teriyaki-Glasur besteht im Normalfall aus
  • japanischem Reiswein (Sake
  • japanischer Sojasauce (Shōyu)
  • Mirin
  • Zucker
zu gleichen Teilen. Man kann noch etwas geriebenen Ingwer und Knoblauch dazugeben. Die Mischung wird oft sirupartig eingekocht. Da ich momentan aufgrund einer Lebensmittelunverträglichkeit in der Familie auf Alkohol beim Kochen (als Zutat, versteht sich) verzichten muss, habe ich den Reiswein wegelassen und durch Zitrone ersetzt. Ich habe hier also:

  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 EL japanischer Sojasauce (Shōyu)
  • 1 EL Zucker
Alles gut verrühren, bis sich der Zucker aufgelöst an. Das geht schneller, wenn man die Sauce kurz erhitzt.

Sake gibt es im Supermarkt oder Asialaden. Chinesischer Reiswein ist kein guter Ersatz, weil dieser viel herber und sherry-artiger, dafür weniger süß ist. Im Zweifelsfall kann man Sake mit kräftige Weißwein mit leichter Restsüße ersetzen.

Shōyu bekommt man problemlos im Supermarkt oder im Asialaden. Japanische Sojasauce ist auch deutlich süßer, leichter und weniger salzig als als ihr chinesisches Pendant.

Mirin ist in Japan ein extrem süßer alkoholhaltiger Reiswein. Was man hierzulande im Supermarkt oder im Asialaden bekommt, ist meist ein Sirup ohne Alkohol.


Frühlingszwiebeln in kleine Ringe schneiden, weiße und grüne Teile dabei trennen. Knoblauch uind Ingwer fein hacken. Karotten  streichholzgroß stifteln. Huhn und Pak Choi (Stiele und Blätter getrennt) würfeln. Das wir die Gemüse, wenn nötig, vorher pellen oder schälen, dürfte selbstredend sein.


Eier verquirlen, Wok rauchheiß werden lasse, Öl angießen und die Eier angießen.


Wenn die Masse zu 75% durch ist, ...


... geben wir den Reis dazu und vermischen alles gut. Klumpen sollten auf jeden auseinandergebrochen werden.


Weiße Frühlingszwiebelteile, Ingwer, Knoblauch, Karotte und Pak Choi hinzufügen und weiterrühren.


Wie man sieht, brennt in einem gut eingebrannten und ordentlich aufgeheizten Stahlwok nichts an.


Hähnchenbrust dazu,  ...


... gefolgt von den Sprossen.


Pak Choi-Grün unterheben.


Sauce angießen, durchrühren und fertig!


Mit Frühlingszwiebelgrün garnieren und servieren. Das ist tatsächlich sehr lecker, auch wenn es eine deutlich süßere Note als chinesischer Bratreis hat. Ich kann das wirklich nur empfehlen.
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Flashback:



Gestern vor einem Jahr: Gong Bao Dofu - Kung Pao Tofu

4 Kommentare:

  1. Schade, dass ich nie Reis übrig habe. Für das Gericht würde es sich lohnen. ;-)

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    1. Ich koche immer mehr als ich brauche, nur um am nächsten Tag sagen zu können: "Ich esse heute Bratreis."

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    2. Tja, irgendwie koche ich zu wenig mit Reis. Sollte ich mal überdenken. Aber immer, wenn ich das mal in Angriff nehme, gibt es meinen "Lieblingsreis" nicht. Vermutlich gibts den auch gar nicht mehr, so dass ich mich mal umorientieren muss.

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    3. Meist nehme ich "Premium Jasmin" aus dem Asialaden. Der ist aber empfindlicher als Basmati und überkocht schneller.

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