Die Sommerurlaubsreise 2018 ist vorbei und wir sind wieder zurück im heimischen Weserbergland und das mit einer Reihe von Eindrücken, vielen Fotos, Inspirationen für neue Kücheneskapaden und komplett platten Vorderbremsen. Samstag morgen haben wir unsere Ferienwohnung in Vicenza, Veneto besenrein verlassen und sind Richtung Heimat aufgebrochen. Durchfahren wollte ich nicht, also haben wir unterwegs Station gemacht. Bei dem zeitgleichen Ferienanfang in Bayern und Badem-Württemberg ist das spontane Finden einer Übernachtungsmöglichkeit nicht einfach, also mussten wir nehmen, was wir bekommen konnten und das war ein Apartment In Vomperberg bei Schwaz, Tirol. Ich wäre gerne weiter nach Norden gekommen, aber halb so schlimm, die Zimmer waren super ausgestattet und es hätte nicht besser sein können. Auf der Durchfahrt durch das Dorf Vomperberg - ich lese erst jetzt, dass es sich dabei um eine Gralssiedlung handelt, Sachen gibts - sahen wir den Gasthof Klausen. Ich hatte mich schon die ganze Zeit auf deftige Tiroler Kost gefreut, also haben wir da einfach gehalten und gegessen. Warum auch nicht, ich kenne mich in der Gegend eh nicht aus und da ist ein Landgasthof vermutlich so gut, wie der andere.
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Sonntag, 29. Juli 2018
Mittwoch, 25. Juli 2018
Schüttelbier und schnelle Pasta - Italia 2018
Der Urlaub neigt sich seinem Ende entgegen - wo ist die Zeit geblieben? - und so langsam muss man sich daran machen, die verderblichen Vorräte in der Ferienwohnung aufzubrauchen. Da traf es sich gut, dass mir heute mal wieder der Sinn nach Pasta stand. Die muss bei mir simpel sein. Wenn ich eins im Urlaub gelernt habe, oder besser gesagt, wenn mir eine Sache deutlicher denn je geworden ist, dann dass die italienische Küche in erster Linie das Prinzip der Schlichtheit verfolgt. "Keep it simple" ist die Devise, aber wahre ein gewisses Maß an Eleganz. Zwei, drei gute Zutaten, etwas Pasta und fertig ist ein Essen, dass man auch den Capulets und Montagues hätte servieren können, dazu aber später.
Dienstag, 24. Juli 2018
Spaghetteria da Titano in Limone - Italia 2018
Vor fast genau acht Jahren, im September 2010, bin ich im Rahmen einer Klassenfahrt in eine kleine Pizzeria in Limone am Gardasee gestolpert. Ich hatte bisher nur Urlaube an Nord- und Ostseeküste verbracht und zuletzt italienischen Boden im Jahre 1980 betreten und da war ich auch nur in Bozen. Pizza hatte ich da nicht, weil ich zu dieser Zeit - ich war zehn Jahre alt - keine Tomaten und keinen Käse mochte. Danach habe ich viele Pizzen in Deutschland gegessen, aber eben noch nie in Italien. 2010 war also meine Pizzapremiere im Stiefelland und ich habe seitdem keine besseren Teigfladen gefunden. 2016, bei der nächsten Abschlussfahrt, kamen wir so ungünstig in Limone an, dass die Küche dort geschlossen hatte, heute habe ich es aber geschafft, mal wieder dort zu essen. Die Rede ist von der Spaghetteria da Titano in Limone. Kann man eine gute Erinnerung wieder beleben?
Sonntag, 22. Juli 2018
Duck and Duce - Italia 2018
Bigoli con l'anatra (manchmal auch all'anitra) ist das Gericht, dass man im Veneto, besonders in Vicenza, gegessen haben muss. Das ist keine feine Küche, sondern bodenständig, wie es nur geht, aber vielleicht gerade deshalb so lecker. Anatra ist die Ente und früher wurde für dieses einfache Ragù alles von dem Federtier verwendet, was man sonst nicht anders servieren konnte, hauptsächlich Innereien und die Haut. Heute wird es meist aus Entenbrust zubereitet, obwohl einige Rezepte noch den Magen der Ente unter das Fleisch gemengt vorschreiben. Bei der Pasta handelt es sich um Bigoli, das sind dickere, runde Langnudeln, die aus Ei und Mehl frisch hergestellt und à la minute durch eine Spezialpresse gedrückt werden.
Samstag, 21. Juli 2018
Spaghetti Scampi e Vongole - Italia 2018
Es ist ja schon atemberaubend, wie sich das Warenangebot in Italien von dem in Deutschland unterscheidet. Auf die Pastavielfalt muss wohl nicht erst hingewiesen werden, aber auch bei Gemüse ist die Auswahl riesig. Aubergine? Klar, aber was für eine? Schwarz, lila, gescheckt, rund, lang, dick, wie hätten sie es denn gerne? Ich habe zu Hause auch noch nie sedano bianco, also weißen Staudensellerie, gesehen. Dann kommen wir zu Wurst- und Schinkenwaren. Luftgetrocknet muss ich mir Pancetta und Co sonst über das Internet bestellen, hier gibt es den natürlich in jedem noch so kleinen Tante Emma-Laden. Käse ebenso. Burata, Scarmorzo, Provola, Asiago (eine lokale Spezialität aus Vicenza) - ein Paradies für Käseliebhaber. Ebenso Wein. Ich würde mal behaupten, dass man hier selbst in Supermärkten bessere Weine für sein Geld bekommt, als bei uns. Klar, es gibt da nur italienische Tropfen, aber wer will es den Italienern verdenken? Zu guter Letzt dann Fisch und Meeresfrüchte. Auch da übertrifft jeder Supermercato die meisten Fischgeschäfte bei uns. Wenn ich zu Hause spontan Lust auf Muscheln oder kleine Tintenfische bekomme, habe ich meist ein Problem. Hier nicht, da kann man das überall kaufen und das zu vernünftigen Preisen,
Freitag, 20. Juli 2018
Casareccia al Gorgonzola dolce - Italia 2018
Nach einem schönen, aber heißen Tag an der Adria, hatten wir alle keine Lust mehr, uns für einen Restaurantbesuch stadtfein zu machen. Also gab es heute mal wieder eine schnelle Pasta, die so einfach und trotzdem lecker ist, dass man sich fragt, warum andere für so was ein Fix brauchen: Pasta, genauer gesagt casareccia (auch casereccia) in Gorgonzolasauce. Ausgangspunkt ist ein Käse-Sahneverhältnis von 1:1, man kann es aber auch nach Belieben sahniger oder käsiger machen.
Donnerstag, 19. Juli 2018
Chicko-Pollo - Italia 2018
Erst einmal die erfreuliche Erkenntnis: Hähnchen sind in Italien anatomisch genau so aufgebaut, wie deutsche Gockel. Wer also hierzulande in der Lage ist, einen rohen Flattermann in seine Einzelteile zu zerlegen, ohne dabei eigene Gliedmaßen zu beschädigen, sollte das auch im Stiefelland hinbekommen. Also habe ich mir heute so ein Federvieh - in Bella Italia auch pollo genannt - in den Backofen der Ferienwohnung gelockt.
Mittwoch, 18. Juli 2018
Lago di Garda finalmente - Italia 2018
Nachdem wir gestern - der Technik sei Dank - schnurstracks in die entgegengesetzte Richtung gefahren sind, haben wir heute den Gardasee dann doch ohne weitere Problem erreicht. Wenn man aus der Richtung Verona kommend die Bergkämme erklimmt und von oben auf den See hinabschauen kann, sollte sich auch beim letzten Ferienmuffel Urlaubsstimmung einstellen. Irgendwie erinnert das an Oslo, wenn man den ersten Blick auf den Fjord erhaschen kann. Nur das es hier natürlich deutlich mediterraner ist. Und wärmer, obwohl wir 2016 in der norwegischen Hauptstadt auch über 30° C hatten.
Dienstag, 17. Juli 2018
Ok, Google ... Italia 2018
Wer kennt ihn nicht, den Sprachbefehl: "Ok, Google", mit dem man sein mikrofonbestücktes System aus dem Schlummerschlaf wecken und zur Suche nach allerlei gerade unbedingt lebensnotwendigen Information animieren kann. Da kann man Spaß dran haben oder auch nicht, dazu aber im nächsten Absatz mehr. Auf dem Teller: Spaghetti alla vongole, also Pasta mit Venusmuscheln. Und das in einem kleinen Restaurant, in dem man eigentlich nicht mal Platz hat, die Beine auszustrecken.
Montag, 16. Juli 2018
Goethe und der Oktopus - Italia 2018
Goethe? Oktopus? Hat der alte Mann jetzt einen Sonnenstich? Mitnichten. Ich sage auch noch Ginkgo! Das sind mal wieder die Zusammenhänge, aber lest selbst. Eins ist aber auch schon so klar: über das Wetter brauchen wir uns scheinbar in diesem Urlaub nicht zu beschweren. Abends gibt es mal einen kurzen Schauer oder es wetterleuchtet, aber sonst ist es wohlig warm. Heute auch wieder um die 30° C. Trotzdem haben wir eine Städtetour unternommen und nach einem kurzen Einkauf in Vicenza, unserem Urlaubsort, einen Abstecher nach Padova unternommen. Abends dann ein knackiger Salat, dazu aber später.
Sonntag, 15. Juli 2018
Et in Arcadia ego - Italia 2018
Da wären wir also. In Italien. Genauer gesagt in Vicenza, Provinz Veneto. Ich sitze hier um 21.00 Uhr bei immer noch gefühlten 30°C auf der Terrasse unserer Ferienwohnung, trinke einen eiskalten Rosè und wünsche allen Zikaden und Grillen in den umliegenden Zedern und Büschen einen schnellen Tod. Wie kann man nur so einen Lärm veranstalten? Ich muss tatsächlich mal nach einem Rezept für geröstete Schrecke suchen. Obwohl es ja schon feige Viecher sind - den ganzen Tag einen auf laut machen und kaum schleicht die Eidechse über die Äste oder die Taube landet im Baum, ist von den Orthopteren nichts mehr zu hören. Aber so ist die Natur.
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