Ein Blick durch die Archive dieses Blogs bringt die harte, ungeschminkte Wahrheit ans Licht: Samoa war bisher noch nicht im Fokus meines Interesses. Das mag die 200.000 Einwohner der im süd-westlichen Pazifik gelegenen parlamentarischen Inselrepublik vermutlich wenig erschüttern, ich hingegen bin immer höchst erfreut, wenn ich einen weiteren weißen Flecken auf meiner kulinarischen Weltkarte farbig ausmalen darf. Heute also Samoa und so exotisch es auch klingen mag, treffen wir dort einen alten Bekannten. Es zeigt sich nämlich, dass eins der beliebtesten Gerichte auf Mālō Saʻoloto Tūtoʻatasi o Sāmoa (so die Eigenbezeichnung) ein Nudelgericht ist, dass sich Sapa Sui nennt. Der Name lässt es schon vermuten: es handelt sich hier um eine Chop Suey-Variante. Ob das Gericht nun aus dem benachbarten und unter amerkanischer Herrschaft stehenden Amerikanisch-Samoa in den unabhängigen Staat Samoa kam oder seine Wurzeln doch im chinesischen 杂 碎 (Zá Sui - "verschiedene Reste" oder auch "Innereien") zu finden sind - auf das das vermeitlich von Exilchinesen in den USA erfunden Chop Suey wohl auch zurückgeht - konnte ich noch nicht ermitteln, ich bleibe aber an der Geschichte dran.
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Dienstag, 9. April 2024
Sonntag, 7. April 2024
Huli Huli Chicken
Aloha alle zusammen! Auf meiner immerwährenden Suche nach den besten Brat- und Grillhähnchenrezepten der Welt hat es mich diesmal nach Hawaii verschlagen, denn dort gibt es das leckere Huli Huli Chicken. Das ist ein zumeist über offenem Feuer gegarter Flattermann, der während des Garvorgangs immer wieder mit einer köstlichen Sauce bestrichen wird. Wichtig ist es, das Grillgut dabei häufig zu drehen, ein Grillspieß mit Motor wäre hier also nicht schlecht. Auf jeden Fall ist diese Technik namensgebend, denn huli heißt "drehen" (siehe auch Hula-Hoop-Reifen oder generell Hula, den Tanz). Wie so immer gibt es bei solchen Gerichten aber kein absolutes Rezept und auch im Netz wimmelt es von verschiedenen Zubereitungsarten und Ansätzen. Da ich nicht mal eben so nach nach Honolulu fliegen kann, um selber nachzuschauen, muss ich mich hier wieder einmal auf mein Gespür verlassen. Und das sagt mir, dass es sinnvoller erscheint, Videos von Köchen in kleinen Brutzelbuden am Straßenrand Waikiki zu studieren, als irgendwelchen YT-Content Creators in ihren heimischen Hightechküchen in irgendeinem trendigen Loft in der Großstadt zuzusehen, wie sie authentische Gerichte auf den westlichen Geschmack abstimmen.
Samstag, 27. Februar 2021
Poké Bowl
Unter sogenannten "Foodies" gibt es immer wieder periodisch auftretende Trends und Wellen. Dann sehe ich allerorts dieselben Gerichte und es beschleicht mich fast das schale Gefühl, dass sich alle abgesprochen haben, ich aber die Memo mal wieder nicht bekommen habe. Ein gutes Beispiel ist Shakshuka, das vor ein bis zwei Jahren wie ein Lauffeuer durch die einschlägigen Kochforen fegte. Gut, da brauchte ich jetzt keine Einladung für, denn ich koche das schon seit fast zehn Jahren, aber man kann nicht immer der Igel sein. Heute bin ich mal der Hase und hinke einem Trend hinterher. Poké Bowl ist nämlich auch so ein Hype (gewesen) dem man sich schlecht entziehen kann. Als gesundes Powerfood angepriesen, ist das hawaiianische Nationalgericht auch tatsächlich eine leckere Mahlzeit, die - angesagt hin oder her - Aufmerksamkeit verdient.
Sonntag, 25. August 2019
Kalua Pork
Heute ist gewissermaßen mein letzter Tag als Freigänger, bevor es morgen dann wieder in die Anstalt geht, obwohl ich mir ja immer einrede, dass die Ferien erst vorüber sind, wenn die Kindlein kommen und Unterricht laut Plan beginnt. Mein Plan für heute: den tropischen Temperaturen gemäß zu versuchen, einen der letzten weißen Flecken auf meiner kulinarischen Weltkarte zu färben: die Küche Polynesiens. Wir begeben uns nämlich - zumindest mit dem Löffel im Kochtopf - nach Hawaii und bereiten "Kalua Pork" zu. Das ist, ähnlich wie unser mexikanisches Cochinita pibil Yucateca, ein Gericht, bei dem ganze Schweine in Blätter gewickelt mit Kohle und heißen Steinen in einem Erdloch (imu) garen. Da die Gattin immer noch nicht von meiner Idee, im Garten Gargruben anzulegen überzeugt ist, weiche ich mal wieder auf den Backofen aus.
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