Der Urlaub neigt sich in großen Schritten dem Ende entgegen und heute war so richtig unnötiger Stress. Beim Strandspaziergang an der Westküste zwischen Püttsee und Wallnau ist mir unbemerkt die Brille aus der Tasche gerutscht. Ich habe zwar noch eine Sonnenbrille mit Sehstärke, aber das Wahre ist das nicht. Also war Brille suchen angesagt. Praktischerweise hat diese aber die gleiche dunkelbraune Farbe wie der allgegenwärtige Seetang und es ist nur den Adleraugen der Gattin zu verdanken, das ich jetzt nicht blind wie ein Maulwurf in die Tasten haue und nur sjkntreitreviuiouu schreibe. Das ganze Manöver hat aber gut eine Stunde gedauert und anschließend hatte ich keine Lust mehr zum Kochen. Also sind wir noch mal Essen gegangen und haben diesmal tatsächlich einen Tisch im Don Camillo e Peppone bekommen, wo ich eigentlich schon am Dienstag hin wollte. Ich kann nur sagen, eine sehr gute Entscheidung.
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Donnerstag, 27. Juli 2017
Mittwoch, 26. Juli 2017
Das Leben als Nomade IX: Nudeln mit Speck alla Panna
Nachdem das mit dem Italiener gestern nicht hingehauen hat, mache ich heute einfach selbst ein Pastagericht. Beim Zelten sind die Nudeln natürlich gekauft. Hier vertraue ich bei Supermarktware auf De Cecco. Da bin ich nie enttäuscht worden. Entäuschen muss ich euch dafür. Ich werde jetzt nämlich nicht behaupten, dass ich eine Carbonara gekocht habe. Der Shitstorm fällt also aus.
Das Leben als Nomade VIII: Restaurant El Greco in Burg auf Fehmarn
Gestern hat es hier wie aus Eimern geschüttet und gestürmt. Einfach um mal kurz in einem Raum, mit Wänden, die sich nicht bewegen zu sitzen, sind wir abends Essen gegangen. Eigentlich wollte ich in Burg (Fehmarn) in das Don Camillo e Peppone, das sah nämlich ganz gut aus. Dummerweise hatten wohl viele Mitmenschen den gleichen Gedanken und der Laden war bis unter die Decke voll. Da wir nun nicht noch stundenlang im Regen herumlaufen wollten, entschieden wir uns von italienisch auf griechisch umzuswitchen, wie es auf neudeutsch so schön heißt, und im El Greco nebenan einzukehren. Tatsächlich brachte man uns drei dort sehr charmant auch ohne Vorbestellung unter, sogar an einem gut platzierten Tisch. Freundliche Bedienung, die trotz volle Haus und offensichtlichem Stress auch freundlich bleibt ist schon mal ein großes Plus.
Montag, 24. Juli 2017
Das Leben als Nomade VII: Eine bierernste Schweinerei
Ich bin ja normalerweise nicht so der Grillsaucen-Typ. Ein guter Senf oder eine Kräuterbutter reichen mir meist. Ketchup mag ich sonst gar nicht, aber für alle Regeln gibt es die Ausnahme. Dies Sößchen hier ist sehr spontan entstanden und ich hatte die Gelegenheit, mich quasi selbst beim "Entwickeln" zu beobachten, denn eigentlich wusste ich vorher nicht, wo ich letztlich hin wollte. Begonnen hat das Ganze als Marinade und da ich davon reichlich hatte, wollte ich die nicht wegkippen, sondern irgendwie weiterverwenden. So ist dann daraus eine Sauce geworden. Das wusste ich aber vorher noch nicht. Nur eins war von Beginn an klar: ich wollte eine moderate Schärfe.
Sonntag, 23. Juli 2017
Das Leben als Nomade VI: Restaurant Borgo Antico in Burg auf Fehmarn
Auch im Urlaub versorge ich mich weitgehend am liebsten selbst, da weiß ich wenigstens, wovon mir schlecht wird. Trotzdem gehört auch der eine oder andere Restaurantbesuch dazu und das "Borgo Antico" (Hotel Marktwirtschaft) wird in den einschlägigen Saisonführern der Insel in den höchsten Tönen gelobt. Uns war nach italienisch, die Gelegenheit also, das Lokal einem kleinen nicht repräsentativen Test zu unterziehen.
Samstag, 22. Juli 2017
Das Leben als Nomade V: Alles Dorsch, oder was?
Manchmal herrscht babylonisches Sprachgewirr. Dorsch, Kabeljau - ist das nicht das Gleiche? Die Antwort ist ein klares Jein. Gewöhnlich nennt man den jungen, noch nicht geschlechtsreifen Kabeljau "Dorsch". An der Ostsee heißt der Fisch aber immer "Dorsch", egal wie alt er ist. Dafür ist er auch kleiner, als seine westlichen Verwandten. Bei meinem Fisch weiß ich nur, dass er hier aus diesen Gewässern stammt. Ob er mir an der Nordsee als Kabeljau verkauft worden wäre, kann ich nicht sagen. Wichtig ist nur, das man bei vertrauenswürdigen Händlern kauft, da diese Köstlichkeit durch Überfischung gefährdet ist.
Mittwoch, 19. Juli 2017
Das Leben als Nomade IV: Burgermeister Meisterburger
Was soll ich dazu sagen, außer: "Burger vom Grill gehen immer". Ja, der Bun war gekauft, ebenso die Hamburgersauce mit Chili, aber da bitte ich beim Zelten um Nachsicht. Der Rest dafür lecker wie gewohnt und ich bin papp satt und rundum zufrieden. Auch, das wir das Zelt diesmal strategisch günstig in einer von Bäumen und Hecken geschützte Ecke aufgebaut haben. So können wir trotzdem davor sitzen und das Meer sehen, uns triftt aber kein auflandiger Wind. 2014 hat es uns in den Niederlanden (war das Orkan "Ela"?) buchstäblich das Zelt unter den Füßen weggerissen. Das brauchen wir nicht noch mal.
Dienstag, 18. Juli 2017
Das Leben als Nomade III: Rindfleisch aus dem Wok
Woken im Zelt? Geht das überhaupt? Na klar. Ich habe zwar nur meinen kleinen Wok dabei (habe ich 1997 mal bei Marks & Spencer in Edinburgh gekauft) und auch den großen Wokbrenner zu Hause gelassen, trotzdem geht das beim Zelten gut. Immerhin habe ich da wohl auch historische Vorbilder, denn eine Legende um die Entstehung des Woks geht auf reitendes Kriegervolk - vermutlich Mongolen - zurück, die unterwegs nicht viel Kochgeschirr mit sich herumschleppen konnten. Also haben sie ihre runden Metallschilde als Pfanne benutzt und Bingo! der Wok war geboren. Ich bin zwar nicht auf Kriegszug, nutze das Kochgerät aber trotzdem immer wieder gerne.
Montag, 17. Juli 2017
Das Leben als Nomade II: Es geht um die Wurst
Alle Jahre wieder kaufen wir zum Urlaub einen 2,50 Euro-Grill, benutzen ihn zwei Wochen und entsorgen ihn dann bei Abfahrt vor Ort. Das Meer ist groß und da macht so ein bisschen Schrott nichts aus. Auch gut für gebrauchtes Motoröl und alte Plastiktüten. Die Fische freuen sich immer über was zum Spielen.
Sonntag, 16. Juli 2017
Das Leben als Nomade - Urlaub 2017
"Du als Oberstudienfuzzi könntest dir doch sicher etwas Besseres, als einen Zelturlaub auf Fehmarn leisten" bekomme ich manchmal zu hören. Könnte ich wahrscheinlich, will ich aber nicht. Ich, beziehungsweise wir mögen das Gefühl, der Natur nahe zu sein und goldene Wasserhähne und Marmorbäder brauchen wir auch nicht. Gut, wir reisen nicht ganz ohne Komfort. Unser 34 m² Zelt hat durchgehend 2,20 Meter Standhöhe, wir haben einen Kühlschrank, Kaffeemaschine, mehrere Gaskocher und alles andere Mögliche dabei. Auf eben diesen Kochern wird leckeres Essen unter freiem Himmel zubereitet, wenn nicht gerade der Grill glüht oder wir im Restaurant essen.
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