Posts mit dem Label Japan-Freestyle werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Japan-Freestyle werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 21. April 2026

Devilled Bones - scharfe Hähnchenflügel von 1854

Nach ein paar aufwendigeren Kochprojekten in letzter Zeit, versuche ich momentan schnelle und kostengünstige auf den Tisch zu bekommen. Wenn ich damit auch den Bestand meiner Kühlkammern mindern kann, ist das ein positiver Nebeneffekt. So fand ich jüngst ein paar Hähnchenflügel, die ich ohne Plan einfach schon mal profilaktisch auftaute. Wie es der Zufall so will sehe ich dann ein Video des brillanten YT-Kanals Tasting History, in dem Max Miller ein Rezept für devilled (in den USA meist deviled) bones. Normalerweise denkt man "Foodie" bei scharfen Hähnchenflügeln zuerst an die beühmten Buffalo Wings aus der Anchor Bar in der Stadt Buffalo im Bundestaat New York, von aus sie ab 1964 bekannt wurden. Die haben, so könnten man meinen ihren Ursprung irgendwo in den Südstaaten. Unsere heutigen teufelischen Knochen stammen jedoch aus dem 1854 erschienenen Kochbuch A Shilling Cookery for The People des Briten Alexis Soyer. Zu seiner Zeit waren sogenannte devilled Gerichte (also teuflische) gerade groß in Mode. Damit bezeichnet man stark gewürzte - oft mit Cayennepfefffer - Dinge, wie zum Beispiel die auch bei uns bekannten devilled eggs. Das sind hartgekochte, halbierte Eier, bei denen das Eigelb zu einer scharfen Paste verarbeitet und wieder in die wieder in die Mulde im Eiweiß gegeben wird. Ebenso beliebt war es, Reste vom Sonntagshuhn oder andere Fleischstücke auf dies Weise zu verwerten. Das Rezept weist uns auch einfach nur ganz allgemein an, Braten- oder Geflügelreste zu nehmen, bei denen noch Fleisch am Knochen ist. Die Versionn mit Hähnchenflügeln scheint zu der beliebtesten geworden zu sein.

Donnerstag, 4. September 2025

Misosuppe mit Huhn


Die Meisten werden die ikonische Szene aus dem ersten Star Wars-Film von 1977 (jetzt meist "Eine neue Hoffnung" genannt) kennen. Eine Handvoll Rebellen in X-Wings greift den mondgroßen Todesstern des Imperiums an, um diesen gegen alle Hoffnung zu zerstören. Dazu muss ein Torpedo genau in einen winzigen Luftschacht geschossen werden, der praktischerweise genau 80 km Kilometer lang schnurstracks von der Oberfläche zum Hauptreaktor im Kern führt. Unser Held Luke Skywalker schaltet in letzter Sekunde den Zielcomputer aus und lässt sich ganz von der "Macht" leiten. Er feuert blind und siehe da, das Geschoss fährt in die Öffnung, wie die geölte Hand in einen OP-Handschuh. So ähnlich ging es mir heute. Ich hatte den ganzen Tag schon das wahnsinnige Verlangen nach einer japanischen Misosuppe, aber keine Lust, groß Rezepte zu wälzen. Also habe ich meinen kulinarischen "Zielcomputer" deaktiviert, die Augen geschlossen und mich von meinen Gefühlen leiten lassen. Deshalb gibt es auch kein Zutatenfoto. Ich wusste am Anfang zwar wo ich hin wollte, aber das "Wie?" ergab sich erst während des Tuns.

Donnerstag, 28. August 2025

Teriyaki-Bratreis


Wenn ich Reis vom Vortag übrig hab, gibt es fast immer Bratreis. Meist geht es dann irgendwie in die chinesische Richtung, diesmal habe ich mich für etwas japanisch Inspiriertes entschieden und eine eigene Teriyakisauce verwendet. So etwas gibt es aber tatsächlich hauptsächlich in der westlichen Welt. In Japan selbst ist Teriyaki nämlich eine Zubereitungsart, bei der das vorher marinierte Grillgut beim Garen über heißer Kohle immer wieder mit einer würzigen Glasur bepinselt wird, bis es glänzt (teri = Glanz und yaki = Grillen). Den Geschmack dieser Glasur habe ich genutzt, den heutigen Bratreis zu aromatisieren.